Minister Rösler überall präsent

Drucken aktualisiert am 13.03.2010

VuV Niedersachsen sagt neuem Gesundheitsminister Unterstützung „mit allen Kräften“ zu



Er war nicht anwesend und stand doch im Mittelpunkt der Jahresversammlung der Vereinigung unabhängiger Vertragszahnärzte (VuV) Niedersachsens im Februar in Hannover: Bundesgesundheitsminister Dr. Philip Rösler (FDP). Seine Aussagen zum Umbau der Gesundheitspolitik fanden einhellig Beifall, der sich auch in einer einstimmig verabschiedeten Resolution niederschlug: man werde seine Politik „mit allen Kräften unterstützen“ heißt es in dem Beschluss.

 

Seit elf Jahren gibt es die VuV, gegründet und geleitet von Dr. Karl Horst Schirbort aus Burgdorf bei Hannover. Schirbort war viele Jahre lang unter anderem Vorsitzender der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) und der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KZVN) und gilt als Experte im Gesundheitswesen. In diesem Bereich müsse man „dicke Bretter bohren und das mindestens zehn Jahre lang“, umriss Schirbort seine politischen Erfahrungen. „Jetzt zeigen sich die ersten realen Möglichkeiten für Veränderungen“, zeigte er sich in seinem Jahresbericht vorsichtig optimistisch. Denn Rösler setze auf strukturelle Veränderungen nach „einigen Dutzend durchweg erfolglosen Gesundheitsgesetzen in den vergangenen 35 Jahren, darunter allein sieben große Gesundheitsreformen in den letzten zwei Jahrzehnten“.

Optimistisch stimmt die Zahnärzte vor allem auch, dass Rösler selbst Arzt ist, der das System auch aus dem persönlichen Erleben und aus eigenen Blickwinkeln her kennt. „Das ist ein ganz entscheidender Punkt“, so Schirbort. Die VuV-Mitglieder hoffen darauf, dass sich Rösler mit seinen Vorstellungen nicht nur gegen die Opposition, sondern vor allen auch gegen Widerstände im eigenen Regierungslager, namentlich von der CSU, durchsetzen kann. Über die Kritik im Koalitionslager zeigte sich Schirbort verwundert und zitierte CSU-Chef Horst Seehofer, der schon 1996 für die „Ablösung des anonymen Sachleistungsprinzips durch transparente Kostenerstattung“ ausgesprochen hatte. Dabei rechnen die Mediziner ihre Leistungen direkt mit den Patienten ab, die die Kosten von ihrer Krankenkasse erstattet bekommen. „Kostenerstattung bedeutet auch Bürokratieabbau und damit Kosteneinsparungen“, betonte Schirbort.

Doch es geht den Zahnärzten um mehr: die Sicherung der freien Arztwahl, die Finanzierung des Gesundheitssystems durch die steuerlich unterstützte und sozial abgefederte Gesundheitsprämie, das Aufräumen mit der Bürokratie und der sozialistischen Planwirtschaft im Gesundheitswesen und einige weitere Punkte, deren Verwirklichung unter der Ägide eines Gesundheitsministers Rösler möglich scheint. Es gebe jetzt die Möglichkeit für Veränderungen, ist die VuV überzeugt und die Politik müsse diese „Chancen nutzen“ – mit diesen beiden Worten hatte die VuV ihre Jahresversammlung überschrieben.

Zu Beginn der gut besuchten Mitgliederversammlung hatte der Dr. Karl-Heinz Sundmacher, Bundesvorsitzender des Freien Verbandes Deutscher Zahnärzte (FVDZ) über die Zukunftschancen des freiberuflich-selbständigen Zahnarztes auch mit Blick auf die demografische Entwicklung referiert. Demnach müssen sich Deutschlands Zahnmediziner wenig Sorgen machen: Auch in Zukunft werde der weitaus überwiegende Teil von Zahnarztpraxen als Einzelpraxen geführt werden. Aber auch Sundmacher mahnte grundsätzliche Reformen im Gesundheitswesen an, denn ein einfaches „weiter so“ dürfe es nicht geben.

Der VuV in Niedersachsen gehören eigenen Angaben zufolge rund 900 Zahnärztinnen und Zahnärzte an.

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