Parodontalerkrankungen im Kindheitsalter "oft tragisch"

Drucken Von Dentista Club    aktualisiert am 11.03.2010

Parodontalerkrankungen im Kindheitsalter werden oft übersehen, sagt Prof. Dr. James Deschner, Universität Bonn, auf Anfrage des Dentista Club, das Bedauerliche sei: „Man vermutet sie nicht, und sie sind oft tragisch“.



Parodontalerkrankungen seien keineswegs nur eine Erkrankung bei Erwachsenen: „Parodontaler Knochen- und  Attachmentverlust können bereits im Milchgebiss sowie im bleibenden Gebiss von Jugendlichen auftreten und zu frühzeitigem Zahnausfall führen.“  Ursache seien oft aggressive Parodontitiden: „Hier ist insbesondere die lokalisierte aggressive Parodontitis zu nennen, die vor allem die Inzisivi sowie 1. Molaren der ansonsten systemisch gesunden  Jugendlichen befällt.“ Aber auch bestimmte Systemerkrankungen, an denen Kinder und Jugendliche leiden, können die Entstehung und Progression  von parodontalen Erkrankungen fördern., Prof. Dr. Deschner: „Zu solchen Erkrankungen zählen  z.B. Typ 1-Diabetes sowie Down- und Papillon-Lefevre-Syndrom.“ Auch bestimmte Zahnentwicklungsanomalien können die lokalisierte Zerstörung des Parodontiums begünstigen: „Zu solchen Anomalien gehört z.B. die palatinale radikuläre Furche, die vor allem die Oberkieferschneidezähne betrifft.“ Die Empfehlung für die Kollegen: „Auch bei Kindern und Jugendlichen ist es erforderlich, in regelmäßigen Abständen auf das Vorliegen  von Knochen- und Attachmentverlust – vor allem an den Schneidezähnen und 1. Molaren – mittels einer Parodontalsonde zu ‚screenen’, selbst  wenn keine Beläge und gingivalen Blutungen auffallen. Die betroffenen  Patienten und deren Eltern werden es danken.“

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