Kurzverzeichnis Implantologie
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Apollonia-Preisgeld an Berliner Privatschule überreicht

Drucken Von ZÄK Berlin    aktualisiert am 24.11.2011

Berliner Hilfswerk und Verein „Herzenswünsche“ bieten Unterstützung

Verabredeten bei der Preisgeld-Übergabe auch mundgesundheitliche Unterstützung (von links): Dr. Wolfgang Schmiedel/Berliner Hilfswerk  Zahnmedizin, Wera Röttgering/Verein Herzenswünsche und Helmut Wegner/Schulleiter.
Verabredeten bei der Preisgeld-Übergabe auch mundgesundheitliche Unterstützung (von links): Dr. Wolfgang Schmiedel/Berliner Hilfswerk Zahnmedizin, Wera Röttgering/Verein Herzenswünsche und Helmut Wegner/Schulleiter.


Für Ihren Einsatz mit ihrem Verein „Herzenswünsche“ wurde Wera Röttgering, Münster, im September mit dem Apollonia-Preis der Zahnärztekammer Westfalen-Lippe ausgezeichnet. Schon bei der Verleihung wusste sie genau, wo das Preisgeld hinfließen soll: an eine Privatschule in Berlin. Hier werden nicht zuletzt schwer traumatisierte Kinder unterrichtet, von denen einige als „nicht beschulbar“ galten. In seiner Rolle als Vorsitzender des Berliner Hilfswerks Zahnmedizin begleitete Dr. Wolfgang Schmiedel Mitte Oktober Frau Röttgering zur Übergabe des Preisgeldes an die Reinickendorfer Schule. Sein Eindruck: „Das war ein Besuch, den man so leicht nicht vergisst.“ Er beglückwünschte Frau Röttgering für die Wahl des Preisgeld-Empfängers – und bedankte sich stellvertretend für die Berliner Kinder für ihren schon länger währenden Einsatz für diese Schule und damit für die Bildung extrem benachteiligter Kinder. Wie gut das Konzept der Schule aufgeht, zeigten die fröhlichen Kinder selbst: Getragen von einer guten Mischung aus Loslassen und Grenzziehung, war in den Klassenräumen nicht ersichtlich, wer zuvor als „unbeschulbar“ bezeichnet worden war.

„Unsere drei Kernfelder“, erklärte Helmut Wegner, Leiter der Einrichtung, „heißen Wert, Ziel und Sinn. Das vermitteln wir täglich den Kindern – aber auch den Eltern.“ Bei diesen sei die Aufgabe manchmal deutlich schwerer. Um das Kind zu fördern, das häufig starke Hierarchien – nicht nur in Familien mit Migrationshintergrund – erlebe, sei es manchmal nötig, diese Rangordnungen neu zu definieren und eine gewisse Leitrolle einzunehmen. Die Kinder müssten Vertrauen finden. Sie müssten aus eigenem Erleben wahrnehmen, dass es Menschen gibt, die für sie da sind, ihre Sorgen und Ängste ernst nehmen, die sie wertschätzen, in den Mittelpunkt stellen und notfalls auch bereit sind, gegen familiäre Hierarchien zu intervenieren. „Unsere Kinder müssen oft erst lernen, sich sicher zu fühlen und dass sie hier nichts zu befürchten haben“, sagt Helmut Wegner, und beschreibt dabei die teilweise unvorstellbaren Misshandlungen, die die Kinder dieser Schule erlitten hätten. „Mich will keiner“ sei eine für ein kleines Kind sehr belastende Erfahrung. In der Reinickendorfer Spezialschule sind diese Kinder willkommen – und tauen hier langsam auf.

So gut das gesundheitliche Konzept der Privatschule bereits ausgerichtet ist: „Bisher haben wir an ein Zahngesundheitsprogramm noch nicht wirklich gedacht“, stellte Helmut Wegner fest, als Dr. Schmiedel ihm über verschiedene Möglichkeiten berichtete. Das soll sich jetzt mittelfristig ändern. Das Interesse der Schule an einer Zusammenarbeit ist groß. Spontan wurde nach einem Raum für eine Art „Zahnputzzeile“ gesucht und bereits eine Möglichkeit ins Auge gefasst. „Wir werden in Kontakt bleiben“, versprach Dr. Schmiedel, der als Auftrag mitnahm, die Schule mundgesundheitlich zu unterstützen.
Wera Röttgering fördert bewusst Projekte in Deutschland: „Ich möchte ganz sicher sein, dass unsere Spenden auch dort ankommen, wo sie ankommen sollen, und ich möchte vor allem wissen, mit wem ich es zu tun habe.“ Viele Spenden gingen ins Ausland: „Man müsste reisen, um überall darauf zu schauen, ob alles richtig läuft. Wir haben aber auch in Deutschland großen Bedarf an Unterstützung – wie diese ganz besondere Schule in Reinickendorf zeigt.“ Dass hier nun auch Möglichkeiten für die Förderung der Mundgesundheit anlaufen können, freut sie sehr: „Wer sich mit zerstörten Zähnen für einen Ausbildungsplatz bewirbt, hat schlechte Karten – wenn wir hier gemeinsam etwas tun können, dann wäre das eine wunderbare Investition in die Zukunft dieser traumatisierten Kinder. Sie haben es wirklich verdient.“

Infos zur Schule: www.elisabethstift-schule.de
Infos über den Verein Herzenswünsche: www.herzenswuensche.de





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