Dimagazin aktuell – der Newsletter
Alle 14 Tage die aktuellsten Meldungen, Tipps und Trends aus der Implantologie in Ihre Mailbox. >>Jetzt kostenlos abonnierenLeistungsvergleiche
Orientierungs-und Entscheidungshilfe für dentale Produkte und Leistungen >>Zu den VergleichenInfotag des Kuratoriums perfekter Zahnersatz mit neuem Konzept
DruckenNicht allein eine Frage des Geldes: Welche Prothese soll es sein?

Unter dem Titel „Das KpZ vor Ort: Zahnmedizin verstehen – Zahntechnik erleben“ veranstaltete das Kuratorium perfekter Zahnersatz (KpZ) gemeinsam mit dem Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde der Universitätsklinik Köln am 16. November einen Informationstag für die Bevölkerung. In Vorträgen und im Gespräch wurden den Besuchern die Themen Zahnersatz und Mundgesundheit nahe gebracht und so manche Patientenfrage geklärt. Im Rahmen der Veranstaltung ehrte das Kuratorium perfekter Zahnersatz zudem den diesjährigen Sieger ihres Dissertationswettbewerbs.
Der Infotag des KpZ richtete sich dieses Mal nicht mehr allein an die Fachpresse, sondern an das breite Publikum, also die potenziellen Patienten, sowie an Studierende der Zahnmedizin. Ein wenig mehr Besucher hätte man dieser Premiere schon gewünscht: Im großen Anatomiehörsaal der Kölner Uniklinik verloren sich die einzelnen Besucher geradezu. Dabei hätte es sich sicherlich für viele Patienten gelohnt, mit Fragen zur persönlichen Zahngesundheit vorbeizuschauen. Mit so viel geballter Sachkunde werden diese anderswo kaum beantwortet.
Vom „unmündigen Kranken“ zum „selbstbestimmten Patientenkunden“
Dr. Karin Uphoff, Leiterin der KpZ-Pressestelle und PR-Expertin für Gesundheitsthemen, brachte zunächst eine gute Nachricht für alle Zahnärzte mit: Gesundheit wird zum „Megatrend“. Die „Gesundheit“ (oder vielmehr ihr Erhalt) sei der nächste Motor, der die Entwicklung unserer Gesellschaft maßgeblich vorantreiben werde. Dabei wandelt sich schon jetzt das Bewusstsein: Menschen übernehmen Eigenverantwortung für ihre Gesundheit, indem sie aktiv etwas dafür tun, anstatt lediglich passiv bei Krankheit den Arzt aufzusuchen. Nach Dr. Uphoffs Prognose wird der „Patient der Zukunft“ einen Beitrag leisten, seine Gesundheit aktiv zu gestalten, daher wird er informierter sein und Vorwissen mit in die Praxis bringen, aber auch mehr Aufmerksamkeit fordern.
Patienten fragen
Dass zumindest einige Patienten bereits jetzt ein kritisches Bewusstsein entwickelt haben, zeigte sich bei der Beantwortung der Patientenfragen, die im Vorfeld der Veranstaltung gesammelt worden waren. Die Zahnmedizin vertraten Prof. Dr. Hans-Christoph Lauer (wissenschaftlicher Leiter des KpZ und Direktor der Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik, Universität Frankfurt a. M.) und Prof. Dr. Wilhelm Niedermeier (Direktor des Zentrums für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, Universität Köln). Zu zahntechnischen Fragen nahmen die Beiräte des KpZ ZTM Hans-Jürgen Borchard und ZTM Wolfgang Kohlbach Stellung. Das Interesse der Patienten richtete sich vor allem auf die Biokompatibilität von Werkstoffen (Titan – Keramik – Metall) und auf die Implantologie (z. B.: Wie finde ich einen kompetenten Implantologen?). Des Weiteren wurden Probleme mit Brücken und Kronen besprochen, z. B. hinsichtlich der Befestigung und Farbgebung. Die Erklärungen der Referenten waren auch für den Laien sicherlich gut verständlich und beleuchteten die komplexen Arbeitsvorgänge der Herstellung und individuellen Anpassung eines Zahnersatzes.
Welche Faktoren bei der Wahl des Zahnersatzes für den Patienten wichtig sind und welche Entscheidungen daraus resultieren können, hinterfragte Prof. Lauer in seinem Vortrag. Natürliches Aussehen, Invasivität, Beständigkeit der Materialien und die Kosten wurden als Hauptfaktoren identifiziert. Anhand dieser Kriterien beurteilte Prof. Lauer die verschiedenen Varianten des festen und herausnehmbaren Zahnersatzes und beschied beispielsweise, dass das Implantat bei gesunden Nachbarzähnen einer Brücke als die weniger invasive Möglichkeit vorzuziehen sei. Beim herausnehmbaren Zahnersatz sei die Klammerprothese hinsichtlich der Ästhetik und Dauerhaftigkeit kaum mehr zeitgemäß und Vorsicht solle man bei verblendeten, implantatgetragenen Kronen walten lassen, da die Keramikverblendung zu Chipping neige. Als Lösung dieses Problems könne er sich künftig Voll-Zirkonkronen vorstellen, ein Abplatzen sei dann nicht mehr zu befürchten.
Mit der Beständigkeit von Zahnersatz befasste sich auch die Dissertation, die Prof. Lauer im Rahmen der Veranstaltung mit dem Preis des KpZ auszeichnete: Preisträger Dr. Timo Dillschneider hatte „In-Vitro-Untersuchungen zum Verschleißverhalten verschiedener Doppelkronensysteme“ durchgeführt. Das Ergebnis: alle Systeme weisen klinisch suffiziente Haftkräfte auf. Allerdings zeigen Doppelkronen aus Zirkonoxid und aus Gold über die Jahre weniger Retentionsverlust als CoCrMo-Kronen und die Marburger Doppelkrone.
„Aufruhr im Mundraum“ vermeiden
Der zweite wissenschaftliche Beitrag kam von Prof. Niedermeier und griff ein Thema, das bereits bei in einigen Patientenfragen angesprochen worden war, heraus: die Verträglichkeit von Werkstoffen. Doch ging es in seinem Vortrag weniger allgemein um Biokompatibilität, sondern um Wechselwirkungen zwischen Metallen bzw. Legierungen. Gerade die Prothesenunverträglichkeit werde oftmals durch einen Metallmix verursacht. Wenn edle und unedle Metalle im Mund aufeinandertreffen, baue sich zwischen ihnen ein elektrisches Feld auf. Die Folge ist das Einsetzen von Korrosion; im Versuch konnten bei hohen Spannungen sogar Feingold und Zemente aufgelöst werden. Prof. Niedermeier sprach sich für die Verwendung von nur einer Legierung in der Mundhöhle aus, was derzeit leider nicht der Wirklichkeit entspräche. Es sei Aufgabe des Zahnarztes, dem Zahntechniker das passende Material vorzugeben. Die Schwierigkeit: oftmals sei es gar nicht auf den ersten Blick ersichtlich, welche Legierung sich schon im Munde des Patienten befinde. Da helfe eigentlich nur die Einführung eines Metallpasses, analog zum Impfpass. Nach der Diskussion, die trotz der geringen Teilnehmerzahl kräftig in Gang kam, gingen bestens informierte Zuhörer nach Hause. Man kann nur hoffen, dass sich dieses neue, publikumsorientierte Veranstaltungskonzept des KpZ über die nächsten Jahre durchsetzen wird.






Leser-Kommentare
Sie müssen eingeloggt sein, um einen Kommentar zu verfassen.