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"Bone Matters" am Zürichsee
DruckenAnlässlich des zehnjährigen Jubiläums der Firma Degradable Solutions AG fanden vom 11. bis zum 13. September am Ufer des Zürichsees im Kongresshaus Zürich die vierten Swiss Biomaterial Days unter dem Motto „Bone Matters“ statt, was mit „Knochen zählt“ übersetzt werden kann. Wie wichtig der fachgerechte Umgang mit diesem Hartgewebe für ein erfolgreiches chirurgisches Arbeiten ist, wurde während der Konferenz einmal mehr verdeutlicht.

Dr. Heuckmann im Workshop.
Wie behandelt man knöcherne Defekte in der oralen Chirurgie einfach und mit guten Ergebnissen? Die Referenten berichteten über die erfolgreiche Anwendung der formbaren, in situ aushärtenden Knochenersatzmaterialien easy-graft® und easy-graft®CRYSTAL. Histologische Analysen von (Ludwig-Maximilians-Universität, München) und Prof. BennerProf. h.c. PD Franz Weber (Universität Zürich) belegten die effiziente Knochenregeneration und die Volumenstabilität. Dr. Schug berichtete über seine 8-jährige Erfahrung auf dem Gebiet der Socket Preservation. Dank der einzigartigen Materialeigenschaften von easy-graft® kann er in den meisten Fällen auf eine Membran verzichten und so das operative Trauma vermindern. Er und andere Kongressteilnehmer vertraten die Ansicht, dass die schnelle und komplikationslose Weichgewebeheilung und die guten klinischen Resultate massgeblich auf diese membranfreie Technik zurück zu führen sind. Das Knochenaufbaumaterial ist von vitalem, gut durchblutetem Gewebe umgeben („Biologischer Container“), was die effizienten Revaskularisierung des Defektvolumens und die Regeneration unterstützt.
Prof. Weber präsentierte eine noch unveröffentlichte, vergleichende Tierstudie zu easy-graft®CRYSTAL. Im Gegensatz zum klassischen easy-graft® besteht dieses neue Knochenersatzmaterial aus teilresorbierbarem, biphasischem Calciumphosphat, ansonsten sind beide Produkte identisch. Das gewählte Defektmodell (Schädeldachdefekte ohne Periostabdeckung) gilt aufgrund der geringen Durchblutung und des hohen Anteils an kortikalem Knochen als sehr anspruchsvoll. Verglichen mit ß-TCP wies das biphasische easy-graft®CRYSTAL eine erhöhe Osteokonduktivität auf. die Defekte waren nach 16 Wochen vollständig durch ein stabiles Knochen/Knochenersatzmaterial-Konglomerat verschlossen.
Prof. Wintermantel (Technische Universität München) gewährte einen Einblick in die Materialforschung. Er entwickelt Biomaterialien mit neuen und verbesserten Eigenschaften. Vor mehr als zehn Jahren traten Forschende der Universität Zürich an Prof. Wintermantel und seine Forschungsgruppe heran, mit dem Ziel, ein neues Material zur Socket Preservation nach Zahnextraktion zu schaffen. Dr. Schug (Zürich) zeigte in seiner Präsentation, wie dieses Konzept zu Kammerhalt weiterverfolgt wurde und schliesslich in der Entwicklung von easy-graft® gipfelte. Prof. Lückerath legte dar, wie er easy-graft® zur Socket Preservation einsetzt, um ästhetisch wie funktionell höchst befriedigende Resultate zu erzielen.
Das faszinierende Zusammenspiel verschiedener Zelltypen, welches für die erstaunliche Anpassungs- und Regenerationsfähigkeit von Knochen verantwortlich ist, wurde von Prof. Benner dargestellt. In Vorträgen von Dr. Fairbairn (London), Dr. Fuchs (Thalwil, Schweiz) und Dr. D’Avenia (Parma, Italien) wurde eindrücklich dokumentiert, wie mit der sinnvollen Anwendung von easy-graft® diese Kapazität voll ausgenutzt werden kann, um knöcherne Defekte zu beheben. Das Forum bot auch einen Rahmen für kritische Diskussionen. Dr. D’Avenia wies in seinem Vortrag darauf hin, dass ein erfolgreicher Knochenaufbau nur begrenzt vom verwendeten Material abhängt, da die knöcherne Regeneration vom Körper ausgeht. Lokale und systemischen Faktoren sowie die verwendete Operationstechnik entscheiden schlussendlich in gleichen Maßen über Erfolg oder Misserfolg und müssen daher im Vorfeld sorgfältig evaluiert werden.
Der zweite Kongresstag bot vertiefende Einblicke in die Parodontologie. PD Dr. Schmidlin (Universität Zürich) setzte Nutzen und Aufwand von Methoden zur Behandlung von Parodontitis in Beziehung. Prof. Saxer (Universität Zürich) verband die Mikrobiologie mit der Zahnmedizin und erläuterte, wie Biofilme nicht nur das Parodont sondern, ausgehend vom oralen Umfeld, den ganzen Körper schädigen können.
Die Swiss Biomaterial Days boten auch Raum für neue Methoden und Entwicklungen. Dr. Heuckmann (Chieming) präsentierte eine neu definierte Auflagerungsosteoplastik mit easy-graft® zur minimal-invasiven Vergrösserung des Knochenvolumens im Kieferkamm. Interessierte konnten am dritten Kongresstag diese neue „Tunnel-Technik“ in einem praktischen Kurs erlernen.
DENT IMPLANTOL 13, 7, 542 - 543 (2009)





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