Dimagazin aktuell – der Newsletter
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Orientierungs-und Entscheidungshilfe für dentale Produkte und Leistungen >>Zu den VergleichenEindrucksvolle Fortbildung am Humanpräparat
DruckenDas Angebot an Fortbildungen in der Implantologie ist in Deutschland unüberschaubar. Seit geraumer Zeit bietet Straumann deshalb „Premium“-Fortbildungen für ausgewählte Zielgruppen an. So wird mit einer Fortbildung in Budapest ein neues Terrain beschritten: In Zusammenarbeit mit der Universität Erlangen und dem Gerichtsmedizinischen Institut der Semmelweis Universität fand im Oktober bereits zum dritten Mal eine Fortbildung am unfixierten Humanpräparat statt. Praktische Übungen zum chirurgischen und prothetischen Procedere der Sofortversorgung, zurHebung autologer Hart- und Weichgewebstransplantate sowie praxisrelevante Ein- und Auflagerungstechniken stehen im Fokus. Die Fortbildung ist geeignet für geübte Implantologen, die ihre Fertigkeiten weiter vertiefen wollen.

Eine Gruppe von Gleichgesinnten: Teilnehmer, Referenten und Straumann-Mitarbeiter vor dem Gerichtsmedizinischen Institut der Semmelweis Universität.
Nach dem studentischen Präparierkurs hatten die meisten implantologisch tätigen Zahnärzte keine Möglichkeit mehr, Ihre Kenntnisse am Humanpräparat aufzufrischen oder neue Verfahren unter klinischen Bedingungen selbst zu erarbeiten. Genau aus diesem Grund stehen bei dem viertägigen Kurs die praktischen Übungen im Vordergrund. Das zuvor theoretisch vermittelte Wissen wird unter Anleitung selbst umgesetzt.
Um die Fortbildung im kollegialen Rahmen zwischen Referenten und Teilnehmern durchführen zu können wurde die Teilnehmerzahl bewusst auf 20 begrenzt. Neben den Kursleitern PD Dr. Dr. Karl Andreas Schlegel und PD Dr. Stefan Eitner sind Dr. Hans-Joachim Nickenig, Dr. Dr. Philipp Stockmann und Dr. Julia Bauer aus der MKG-Chirurgie und Prothetik der Universität Erlangen für die Kursbetreuung verantwortlich. Zudem ist Dr. Endre Felszeghy vom Institut für Forensische Medizin der Semmelweis Universität ein fachkundiger Partner. Perfekt vorbereitet war die Fortbildung durch das professionelle Veranstaltungsmanagement der Straumann GmbH.
Dr. Schlegel und Dr. Eitner demonstrierten am ersten Tag, nach der theoretischen Einführung in verschiedene Augmentationsverfahren und deren klinische Relevanz, eine Einzelzahnversorgung am Humanpräparat. Die Teilnehmer wurden in das Arbeitsumfeld eingewiesen und auf die praktische Arbeit am folgenden Tag eingestimmt.
Bis es jedoch wirklich los ging, mussten sich die Fortbildungswilligen noch etwas gedulden. Eine lehrreiche Stadtrundfahrt durch die ungarische Metropole mit Besichtigung der Burg und weiteren kulturellen Highlights machte mit der schönen Donaustadt und deren Kultur vertraut.
Nach einem Imbiss in der Mensa gab es in der altehrwürdigen Bibliothek einen Einblick in „Dr. Quincy’s Welt“. Das vielfältige Aufgabengebiet und die teils kniffligen Sachverhalte, mit denen die Pathologie tagtäglich konfrontiert ist, wurde offenkundig. Auch die Chancen der forensischen Zahnmedizin wurden beleuchtet.
Praktische Übungen am Humanpräparat
Endlich ging es los. Jeweils zu zweit wurde die Sofortimplantation in der Oberkieferfront geübt. An den insgesamt zehn, meist voll bezahnten „Patienten“ wurden nach vorsichtiger Zahnextraktion – die Gingiva sollte geschont werden – Bone Level Implantate inseriert.
„In der Praxis sollten stets die Wünsche des Patienten, die eigenen Fähigkeiten und die des Zahntechnikers, die finanziellen Möglichkeiten des Patienten sowie die vorhandene Hardware in Einklang gebracht werden“, gab Dr. Schlegel als goldene Regel mit auf den Weg. Da jeder unter Ästhetik und Erfolg etwas anderes versteht, gilt es abzuwägen: Bei jüngeren Patienten ist oft die Ästhetik ein Gradmesser für Erfolg, je älter die Patienten sind, umso mehr rückt die Funktion in den Vordergrund. Auch wenn ein Sofortimplantat geplant und vom Patienten gewünscht wird, muss der Behandler jederzeit intraoperativ umplanen können, wenn es dem Ziel dient oder unvorhergesehenes eintritt. Es gibt sehr viele Fehlerquellen, weshalb die Ehrlichkeit sich selbst und dem Patienten gegenüber die Grundlage für eine erfolgreiche Arbeit ist.
Die Zeit verging wie im Fluge – und schon galt es wieder zum gemeinsamen Abendessen aufzubrechen. Der Erfahrungsaustausch unter Kollegen kam gewiss nicht zu kurz und die Erkenntnisse des Tages wurden eingehend diskutiert.
Dr. Nickenig eröffnete den dritten und anstrengendsten Tag am Präparat mit einem umfassenden Referat. Das Thema „Weichgewebsmanagement“ diente als Einstimmung auf die nachfolgenden Hands-on-Übungen zu Schnitt- und Nahttechniken, Weichgewebstransplantaten, Entnahme von freien Schleimhaut- und Bindegewebstransplantaten sowie der Darstellung von Nervus mentalis und Nervus infraorbitalis.
Dr. Schlegel erläuterte anschließend die verschiedenen Möglichkeiten der Knochenblockentnahme: interforaminäre Entnahme mit der Trepanfräse, monokortikospongiöse Transplantate, die Knochenblockentnahme aus dem Kinnbereich sowie die retromolare Entnahme. Probleme, die in der Praxis auftauchen können, wurden anhand von aufschlussreichen Bildern und Demofilmen aufgezeigt.
An den Humanpräparaten wurden sämtliche Knochenblockentnahmen mit dem entsprechenden Instrumentarium geübt. Neben Lindemannfräse und Trepanbohrer waren Knochenersatzmaterialen, Membrane und Nahtmaterialien im Einsatz. Wie in der Realität bot jeder „Patient“ eine andere Indikation, so dass die Behandlung an jedem Arbeitstisch anders vonstattenging.
Die Referenten standen jederzeit bei Fragestellungen Rede und Antwort und hatten immer einen geeigneten Praxistipp auf Lager. Sie waren während der Übungen für jeden präsent und klärten über Behandlungsalternativen auf.
Die letzte Runde der praktischen Übungen war am Sonntag dem Thema „Sinuslift“ gewidmet. Den Abschluss des fachlichen Teils bildete ein Vortrag von Dr. Eitner über die Erkennung von Misserfolgen und Komplikationen sowie die Fehlervermeidung in der Implantologie. Nach einer schriftlichen Erfolgskontrolle war die Fortbildung viel zu schnell zu Ende. Mit neuen Erfahrungen und Eindrücken sowie geballtem Wissen versehen wurde die Heimreise angetreten – mit dem Wunsch das Erlernte in der eigenen Praxis umzusetzen.
Fazit
Der exklusive Kurs ist geeignet für erfahrene Implantologen, die aus Verpflichtung sich selbst und ihren Patienten gegenüber bereit sind, neue Behandlungsoptionen und alternative Lösungswege zu erlernen und von den Ratschlägen erfahrener Dozenten zu profitieren. Denn die Implantologie ist sicher die zahnärztliche Disziplin, die ohne praktische Übungen nicht perfektioniert werden kann.
Und die Erwartungen, die die drei hochmotivierten Zahnärztinnen und 17 Zahnärzte an die Weiterbildung hatten, waren von Anfang an spürbar – und diese wurden mehr als übertroffen.
Die Termine für 2010 stehen auch schon fest: Vom 4. bis 7. März und vom 30. September bis 3. Oktober lädt Straumann erneut zu dieser lohnenswerten Fortbildung nach Budapest ein. Weitere Informationen erhalten Sie beim Fortbildungszentrum Hamburg unter Telefon 0 40 / 34 10 76-11.
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DENT IMPLANTOL 13, 7, 539 - 541 (2009)





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