Kurzverzeichnis Implantologie
Kurzverzeichnis Implantologie

Berufsbegleitend zum Master of Science

MasterOnline Parodontologie

Drucken aktualisiert am 08.10.2009

Seit 2007 bietet die Exzellenz-Universität Freiburg Zahnärzten die Möglichkeit, berufsbegleitend und onlinegestützt den international anerkannten akademischen Grad des Master of Science zu erlangen. Der dreijährige Studiengang ist modular aufgebaut.

Dr. Eberhard Frisch, Teilnehmer des ersten Kurses
Dr. Eberhard Frisch, Teilnehmer des ersten Kurses


Das Innovative an diesem Studiengang ist das Konzept des Blended Learning. Die theoretischen Anteile des Studiums werden fast ausschließlich online vermittelt. Das Lehrmaterial wurde mit rund 40 Referenten aus Hochschule und Praxis völlig neu zusammengestellt und multimedial ansprechend aufbereitet. Auf der Lernplattform, die rund um die Uhr geöffnet hat, stehen den kleinen Gruppen jeweils zwei Teletutoren, die zudem Spezialisten für Parodontologie sind, begleitend und beratend zur Seite. Foren fördern hier auch die Kommunikation unter den Teilnehmern. Einmal wöchentlich findet abends zudem ein „Virtuelles Klassenzimmer“ statt, in dem Referenten und Teilnehmer
Fälle vorstellen und diskutieren – dies schafft einen einmaligen kollegialen Austausch. Hinzu kommen drei Präsenzveranstaltungen pro Jahr, bei denen intensiv praktische Fertigkeiten am Humanpräparat und am Tiermodell geübt werden, bevor unter Supervision am Patienten operiert wird. Der Master-
Online Parodontologie ist bislang der einzige in Deutschland akkreditierte Studiengang auf dem Gebiet der Parodontologie. Der Oralchirurg Dr. Eberhard Frisch aus Hofgeismar ist Studiengangsteilnehmer des ersten Kurses. Sein Studium und die Fachzahnarztausbildung für Oralchirurgie absolvierte
er bis 1988 in Göttingen. Nach der Niederlassung arbeitete er fünf Jahre parallel in Uni und Praxis, hielt Vorlesungen und arbeitete wissenschaftlich.
Die Praxis ist heute eine Schwerpunktpraxis für Implantologie und Parodontologie mit großer Prophylaxeabteilung – insgesamt hat er über 20 Beschäftigte. Über seine Erfahrungen nach dem erstenStudienjahr
berichtet er im Folgenden:
DI: Wieso haben Sie sich für diesen Studiengang entschieden?


Dr. Frisch: Anders als in der wenig sinnvollen universitären Aufteilung an deutschen Hochschulen ist die Implantologie international stark in der Parodontologie angesiedelt. Das deckt sich mit der Realität in unserer Praxis: immer mehr Fragestellungen in komplexeren Implantatfällen betreffen inhaltlich
Paro-Themen. Aus unserer Sicht ist eine hochwertige evidenzbasierte Implantologie nicht mehr möglich ohne parodontale Kenntnisse und Fähigkeiten.
Für die Weiterbildung in Freiburg sprechen viele USPs: der einzige Studiengang in einer deutschen Zahnklinik, ganz wichtig: der einzige akkreditierte Studiengang in Deutschland, der einzige Studiengang mit eigenen Patienten-OPs und Nachkontrollen, die sehr intensive Lernmöglichkeit in einer kleinen Gruppe von 14 Personen, das hochinnovative Online-Konzept und vor allem die Studiengangsleitung. Prof. Ratka-Krüger steht für eine blitzsaubere
anwendbare Parodontologie und wir konnten sehen, dass hier Inhalte Vorrang haben vor Showeffekten. Das hebt sich wohltuend ab. Zusammengefasst:
ich wollte bei den Besten sein.
DI: Welche Erfahrungen haben Sie mit dem Online-Lernen gemacht?


Dr. Frisch: Da hatte ich allerdings Bedenken, vor allem weil ich bisher mehr schriftlich dominiert gelernt hatte. Jetzt lerne ich, indem ich pdf-Dateien am Bildschirm lese, und bin erstaunt, wie leicht es fällt. Ein wirkliches Highlight ist der wöchentliche Fortbildungs-Chat: man lernt sehr viel von den anderen,
und auch die oft anwesenden Dozenten sind hier viel offener und diskussionsfreudiger, als man das je gedacht hätte. Alle Teilnehmer präsentieren online Fälle, und Vorgehensweisen werden intensiv mit Bildmaterial, manchmal sogar selbst erstellten Videos, diskutiert. Hervorragend ist auch die Möglichkeit, vom heimischen Rechner aus über das Freiburger
Uni-Netz freien Zugang zur kompletten wissenschaftlichen Literatur zu haben.
DI: Wie bewerten Sie die Praxisrelevanz der Handson-Kurse? Wie stark ist die Implantologie vertreten?


Dr. Frisch: Ein Beispiel: Für mich war es ganz wichtig, mit einem Laser der neuesten Generation selbst einen Zahn mit Konkrementen zu behandeln. Ich konnte sehen: 1. Es funktioniert wirklich und 2. Es braucht sehr viel Zeit. Conclusio für meine Praxis: Hoch interessant – für die Zukunft. Ein zweites Beispiel: Ich habe erstmalig am Patienten in einer OP Schmelzmatrix-
Proteine angewandt und konnte im nächsten Modul selbst untersuchen, wie das Behandlungsergebnis aussah. Das ist praxisorientierte Hands-on-Lehre im
besten Sinn. Die Implantologie ist natürlich ein hoch aktuelles Diskussionsthema auch bei uns, gerade weil ja ständig neue Studiengangsbezeichnungen auftauchen, was dem Fach nicht gut tut. Man kann – insbesondere die operative – Implantologie nicht mal eben nebenbei in einem Paro-Master mitlaufen lassen. Ein Drei-Tages-Modul ersetzt eben nicht ein ganzes Jahr oralchirurgischer Fachausbildung. Das ist ein unseriöser Etikettenschwindel und einer großen deutschen Fachgesellschaft wie der DGP nicht würdig. Sie sollten das schnell korrigieren: mehr Inhalt und weniger Verpackung, so sollte es sein. Das Wissen allerdings um Augmentationstechniken und deren Grenzen, um periimplantäre Weichgewebschirurgie, Biologische Breite an unterschiedlichen Implantattypen, Periimplantits und mehr gehört selbstverständlich in einen Paro-Master. Hier sind wir erfreulicherweise auf offene Ohren gestoßen und nach Diskussion sind viele von uns erbetene Inhalte auch kurzfristig in den Lehrstoff eingeflossen.
DI: Haben sich Ihre Erwartungen erfüllt?


Dr. Frisch: Eindeutig ja. Natürlich gibt es bei einem solch großen Projekt immer etwas zu verbessern, aber das passiert auch – wir sind ja die erste Pilotgruppe.
Das erste Jahr mit den Grundlagenwissenschaften war schon recht anstrengend, inzwischen ist aber die Zeitbelastung auch neben der Praxis gut tragbar.Erstaunt hat uns alle, wie schnell die Gruppe zusammengewachsen
ist – trotz des Online-Konzeptes. Die Dozenten sind naturgemäß eine heterogene Gruppe. Die meisten sind sehr gut vorbereitet und stellen sich
offen einer nicht immer einfachen Diskussion. Den „üblichen Standardvortrag“ haben wir nur ganz selten zu hören bekommen und mitunter musste auch
mal vom Referenten nachgelegt werden. Die Bereitschaft, Inhalte flexibel den Bedürfnissen anzupassen und gemeinsam mit den Studierenden den besten
Weg zu erarbeiten, das ist für mich ein ganz großer Vorteil des Freiburger Konzeptes. Nicht erwartet hatten wir die Professionalität und das Engagement des Ausbildungsteams: keine Frage bleibt unbeantwortet, kein Problem ungelöst – wir bekommen in den Präsenzphasen sogar einen gut organisierten Überblick über die Freiburger Gastro-Szene.
DI: Wie werden Sie die Inhalte in die Praxis umsetzen?


Dr. Frisch: Das passiert laufend: schon lange erheben wir z. B. die Paro-Befunde mit einer neuen sprachgesteuerten Software, die uns als Prototyp zur Verfügung gestellt wurde – genial. Saubere Fotostaten sind für uns inzwischen Praxisstandard. Schmelzmatrixproteine wurden in unser Konzept integriert.
Mithilfe einiger webbasierter Trainings haben wir auch unsere ZMFs weiter fortgebildet. Vor allem aber sind viele kleine Tipps und Tricks aus dem kollegialen Austausch unserer Praxis zugute gekommen.

 

Der Studiengang beginnt erneut am 16. Oktober 2009. Mehr Informationen unter www.masteronline-parodontologie.de, info(at)masteronline-parodontologie.de oder Telefon 07 61 / 270-4728.



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