Kurzverzeichnis Implantologie
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Implantatkompetenz zeitgemäß darstellen

Drucken aktualisiert am 07.01.2010

Jahr für Jahr wächst die Zahl von Implantaten, die gesetzt werden. Zeit sich darüber Gedanken zu machen, wie Praxen ihre Implantatkompetenz gegenüber dem Patienten richtig darstellen können. Wir sprachen mit Michael Ludwig, Geschäftsführer der CAMLOG Vertriebs GmbH, über Patientenkommunikation, die Rolle von Implantologen und Überweisern und eine aktuelle Befragung der Firma CAMLOG rund um das Thema Implantatkompetenz.



DI: Herr Ludwig, werden Praxen, die nicht implantieren, über kurz oder lang Patienten verlieren?
Michael Ludwig: So würde ich das nicht sagen. Aber eine Praxis, die Patienten an sich binden möchte, kommt in Zukunft an der Implantologie nicht vorbei. Jede Praxis sollte Implantatkompetenz bieten. Es muss aber nicht jeder selbst implantieren.

DI: Sie stehen also auch in Kontakt mit Überweisern?
Michael Ludwig: Genau. Das Team „Überweiser und Implantologe“ ist für uns sehr wichtig. Überweiser, die mit Implantologen zusammenarbeiten, sind der erste Ansprechpartner für den Patienten. Sie sind vor und nach dem Eingriff Behandler. Implantologe und Überweiser sollten ihre Kompetenz deshalb auch gemeinsam präsentieren. Speziell für Überweiser bieten wir neben Informationsunterlagen bundesweit übrigens Überweiser-Seminare in Zusammenarbeit mit Chirurgen an.

DI:
Wieso glauben Sie, dass Implantate und Implantatkompetenz für den Patienten so wichtig sind?
Michael Ludwig: Dazu gibt es aktuelle Zahlen: Die Stiftung Warentest hat Anfang 2009 Leser zum Thema Zahnersatz befragt. Von den knapp 1.100 Befragten gaben 40 Prozent an, in den letzten 5 Jahren die Praxis gewechselt zu haben. Einer der Hauptgründe war, dass in der alten Praxis keine Implantate gesetzt wurden. Um mehr darüber zu erfahren, was sich Patienten in punkto Implantate wünschen läuft derzeit eine Befragung. Demnächst startet außerdem eine Befragung von Zahnärzten rund um das Thema Implantatkompetenz.

DI: Sind das dann Daten, die für Camlog gelten, oder profitiert davon die gesamte Implantat-Branche?
Michael Ludwig: Es sollen viele profitieren. Die Branche, alle Praxen und natürlich sehr stark unsere Kunden. Wir werden bald viel mehr über die Erwartungen der Patienten erfahren. Dadurch werden wir in der Lage sein, das Thema Implantatkompetenz weiter und zielgenauer zu entwickeln.

DI: Aber bietet Ihr Unternehmen seinen Kunden nicht längst eine Fülle von Unterlagen, Broschüren und Argumentationshilfen an, um den Patienten umfassend zu informieren?
Michael Ludwig: Ja, solche Unterlagen haben wir. Unsere Kunden können diese Unterlagen sogar individualisieren lassen. Aber, wir müssen uns permanent überprüfen, ggf. neue Formen der Informationsaufbereitung und -übermittlung entwickeln. Unsere Branche ist zukunftsorientiert, innovativ und wächst. Jährlich werden in Deutschland über 1 Million Implantate gesetzt. Implantate bieten also schon heute vielen Menschen eine Lösung. Die Darstellung dieser Lösung muss ebenfalls zeitgemäß sein.

DI: Ist es aus Ihrer Sicht auch zeitgemäß, wenn Praxen ihre Implantatkompetenz nach außen präsentieren?
Michael Ludwig: Ja, absolut. Aber nicht oberflächlich mit einem Schild „Wir haben Implantatkompetenz“ an der Tür. Eine Praxis, in der selbst implantiert wird, stellt ihre Kompetenz anders dar, als eine Überweiser-Praxis. Überweiser, die mit Implantologen zusammenarbeiten, sind der erste Ansprechpartner für den Patienten. Sie sind vor und nach dem Eingriff Behandler.

DI: Was erwartet der Patient von seinem Zahnarzt, wenn es um Implantatberatung geht?
Michael Ludwig: Der Patient will umfassend informiert und beraten werden. Die Fragen an den Arzt reichen von „Welche Versorgung ist die Richtige für mich? Was sind die Risiken? Was genau kostet es?“ bis hin zu „Wie lange hält ein Implantat?“. Transparenz ist wichtig. In unserem Projekt „Implantatkompetenz“ geht es um diese Fragen, aber eben auch um die Aufbereitung und Darstellung. Möglicherweise zeigen uns die Ergebnisse der Befragung, dass die derzeitige Form der Informationsaufbereitung und -übermittlung geändert werden muss.

DI: Vielen Dank für das aufschlussreiche Gespräch, Herr Ludwig.

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DENT IMPLANTOL 13, 8, 595 (2009)

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