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Interview mit Prof. Dr. Dr. Gellrich
Mit Geistlich Bio-Gide® eine hohe Therapie-sicherheit
DruckenProfessor Dr. Dr. Gellrich leitet die Klinik für Mund-, Gesichts- und Kieferchirurgie an der Medizinischen Hochschule Hannover. Sie zählt zu den führenden Kliniken im Bereich moderner Verfahren der zahnärztlichen und der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, insbesondere aller Techniken und Methoden des Knochenaufbaus und der vorbereitenden Maßnahmen für die dentale Implantologie. Prof. Gellrich hat sich freundlicherweise bereit erklärt, von seinen Erfahrungen mit Geistlich Bio-Gide® zu berichten.

Für die Augmentation werden ein autogenes Knochentransplantat von der Crista Zygomatico-alveolaris sowie Knochenspäne verwendet.
Professor Gellrich, welches klinische Ziel verfolgen Sie grundsätzlich mit dem Einsatz einer Membran, insbesondere einer Geistlich Bio-Gide®?
Prof. Gellrich: Grundsätzlich gilt, dass jede Behandlung „biologisch adäquat“ sein muss. Für die Behandlungsstrategie bedeutet dies, dass Risikofaktoren und Gesamtsituation des Patienten letztendlich bedeutsam sind für die Wahl der Membran. Eine Membran bietet mechanischen Schutz sowohl für das Augmentat als auch für das Weichgewebe. Sie dient als eine Art „Puffer“, der die äußere mechanische Belastung, verursacht durch Zungenbewegungen, Kauen, Provisorien, Spannung der Naht, als auch die innere Belastung, z. B. durch das Zusatzvolumen und die Form der Blockauflagerung, auf die Mundschleimhaut minimiert. Dadurch sinkt die Gefahr einer Wunddehiszenz.
Wie bewerten Sie den Stellenwert der Geistlich Bio-Gide® im Fall einer Dehiszenz?
Prof. Gellrich: Sollte eine umschriebene Dehiszenz auftreten, kann der behandelnde Arzt dank der Membran in der Regel eine komplikationsfreie Granulation und Epithelisierung der Stelle ohne Verlust oder Teilverlust des Augmentats erwarten. Geistlich Bio-Gide® gibt mir persönlich vor allem bei grossen Augmentationen die zusätzliche Sicherheit, ein positives Therapieergebnis sicherer zu erzielen. Trotzdem möchte ich betonen, dass die chirurgischen Grundprinzipien wie z. B. spannungsfreier Verschluss des Weichgewebes oder Lagestabilität des Transplantates eingehalten werden müssen.
Welche Eigenschaften muss eine Membran Ihrer Ansicht nach haben?
Prof. Gellrich: Eine Membran muss einfach in der Handhabung sein. Sie sollte gut schneidbar sein, keine Vorbehandlung benötigen, resorbierbar sein, um eien Zweiteingriff zu vermeiden und ein großes Indikationsspektrum abdecken. Nach der Applikation sollte eine Membran eine eigene Lagestabilität aufweisen. Geistlich Bio-Gide® erfüllt diese Anforderung optimal, da sie sich durch die ausgeprägte Haftung sehr gut an die Aufbaukontur anpasst und das Augmentat ohne zusätzliche Fixierung stabilisiert.
Welche Eigenschaften einer Membran sind für den Therapieerfolg entscheidend?
Prof. Gellrich: Entscheidend für den klinischen Erfolg ist sowohl der optimale mechanische Schutz des Mukoperiostes als auch des Augmentats, letzteres insbesondere im Fall einer Dehiszenz. Die Diffusion von Nährstoffen und die Gefässeinsprossung müssen gewährleistet werden, damit eine optimale Ernährung des Knochens als auch eine Inkorporation der Membran in das autologe Gewebe stattfindet. Die Wundheilung soll durch die Membran unterstützt werden. Auch im Fall einer Dehiszenz soll das Weichgewebe durch eine sekundäre Granulation auf der Membranoberfläche optimal heilen.
Für welche Indikationen verwenden Sie die Geistlich Bio-Gide®?
Prof. Gellrich: Geistlich Bio-Gide® wird nach heutigem Kenntnisstand grundsätzlich bei allen Konturveränderungen und Auflagerungsosteoplastiken mit partikulärem Material oder autologen Knochenblöcken bei paraller Schwächung des Weichgewebes – in der Regel in Folge einer Periostschlitzung – eingesetzt. Auch bei der Sinusbodenelevation kann der Einsatz einer resorbierbaren Membran indiziert sein, insbesondere wenn die Schneider’sche Membran sehr dünn ist oder aber perforiert wurde. Eingesetzt wird die Geistlich Bio-Gide® aber auch bei weiteren Indikationen, wie zum Beispiel der Kieferspaltosteoplastik oder Abdeckungen im Bereich der Schädelbasis. Die Geistlich Bio-Gide® eignet sich auch für die Rhinoplastik, um gewisse Unebenheiten zu glätten.
Die Geistlich Bio-Gide® scheint sehr vielseitig anwendbar zu sein. Führt sie daher in jeder Situation zum Erfolg?
Prof. Gellrich: Der Anwender muss wissen, dass die Geistlich Bio-Gide® einen guten Chirurgen unterstützt, einen schlechten aber nicht zu einem guten machen kann. Oder anders gesagt: Die Geistlich Bio-Gide® macht eine sichere Operationstechnik sicherer, aber eine unsichere nicht sicher! Entscheidend ist daher, dass die chirurgischen Grundprinzipien eingehalten werden, denn so genannte „Wundermittel“ gibt es auch in der Implantologie nicht, auch wenn das aus werbungstechnischen Gründen manchmal so dargestellt wird.
Was sind die Vorteile der Geistlich Bio-Gide®?
Prof. Gellrich: Geistlich Bio-Gide® deckt ein grosses Indikationsspektrum ab. Ich möchte mich in meiner Klinik mit einem Produkt befassen, auf das ich mich voll und ganz verlassen kann. Die Vorteile von Geistlich Bio-Gide® liegen klar in ihrer einfachen Handhabung, in der guten Haftung am Defekt, in ihrer guten Gewebeverträglichkeit und in der Therapiesicherheit, selbst beim Auftreten einer Dehiszenz.
Neben der Barrierefunktion werden andere Eigenschaften einer Membran immer wichtiger. Welchen Effekt hat Geistlich Bio-Gide® Ihrer Ansicht nach auf das Weichgewebe?
Prof. Gellrich: Geistlich Bio-Gide® hilft Wunddehiszenzen zu vermeiden und schützt auf diese Weise das Augmentat. Falls es dennoch zu einer Dehiszenz kommt, beobachtet man klinischerseits auf der glatten Seite der Geistlich Bio-Gide® eine sekundäre Granulation. Daher dient die Geistlich Bio-Gide® als Leitschiene für das Weichgewebe und unterstützt es beim optimalen Verschluss. Durch die sekundäre Granulation kann sich die Weichgewebssituation sogar verbessern, weil der Streifen an keratinisierter Gingiva verbreitert wird.
Welche Rolle spielt die Vaskularisierung der Membran, und inwiefern ist eine frühe Gefässeinsprossung in die Kollagenstuktur von Vorteil?
Prof. Gellrich: Grundsätzlich gilt, dass die Gefässbildung eine Voraussetzung für Leben und daher auch für neues Gewebe ist. Zudem kann eine zelluläre Abwehr nur bei vorhandener Vaskularisierung erfolgreich sein, da Zellen über Blutgefässe transportiert werden.
Die Gefässbildung ist der erste Schritt der Inkorporation eines Materials. Eine frühe Vaskularisierung zeugt davon, dass die Membran gut bioverträglich ist, und entscheidet darüber, ob ein Fremdmaterial abgestossen oder akzeptiert wird.
In welche Richtung wird sich Ihrer Meinung nach die Membranforschung in den nächsten Jahren bewegen?
Prof. Gellrich: Die Zukunft sehe ich in „intelligenten Membranen“, sprich in der Kombination einer Membran mit Wachstums- oder Differenzierungsfaktoren. Dies lässt sich unter dem Begriff „Drug Release Model“ zusammenfassen.
Vielen Dank für das Interview, Herr Professor Gellrich.
DENT IMPLANTOL 12, 8, 597 – 599 (2008)





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