Kurzverzeichnis Implantologie
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Antibiotikum, Paradontalerkrankung

Lokalantibiotikum für die Zahnfleischtasche

Drucken Von Dr. Hans Sellmann    aktualisiert am 13.10.2009

Entzündliche Parodontalerkrankungen werden heute nicht nur wegen der Verbesserung der Patientencompliance weitaus weniger aggressiv behandelt als früher. Neben systemischen Antibiosen kommen bei Nachweis von PA-Markerkeimen auch lokal anzuwendende orale Chemotherapeutika zum Einsatz. Ein Mittel zur lokalen Anwendung ist das von Henry Schein vertriebene Arestin®.

Wirksame, gut verträgliche und einfach anzuwendende Periodontitis-Behandlung.
Wirksame, gut verträgliche und einfach anzuwendende Periodontitis-Behandlung.


In Deutschland ist es erst seit kurzem erhältlich, jedoch ist das von OraPharma entwickelte Präparat bereits bestens bewährt. Es ist das einzige lokal verabreichte Antibiotikum mit Minocyclin, einem antimikrobiellen Wirkstoff mit nachweislich entzündungshemmenden Eigenschaften [3]. Das lang wirksame, schnell und einfach anzuwendende Antibiotikum in Pulverform ist bestimmt für die lokale Therapie der chronischen Parodontitis bei Erwachsenen mit einer Zahnfleischtaschentiefe ab 5 mm. Grundsätzlich können trotz Scaling und Wurzelglättung persistierende Bakterien und Plaque in den Parodontaltaschen zurückbleiben. In jede zur Behandlung bestimmte Tasche wird deshalb ein Einzeldosisbehältnis à 1 mg Pulver gegeben. Dieses Pulver besteht aus Polymerkugeln verschiedener Größen mit mikroverkapseltem Wirkstoff, die dafür sorgen, dass das Antibiotikum über einen längeren Zeitraum freigesetzt wird. So verbessert das Präparat das Behandlungsergebnis deutlich, da nach der subgingivalen Applikation Minocyclin am Infektionsort in das Gingivasekret abgegeben und die Konzentration im therapeutischen Bereich für nachweislich 14 Tage gesichert wird. Die Behandlung kann bis zu zweimal, im Abstand von drei Monaten nach klinischer Kontrolle, durch den Zahnarzt wiederholt werden. Arestin 1 mg dient ausschließlich der subgingivalen Anwendung. Nach der Behandlung muss es nicht entfernt werden, da es vom Körper resorbiert wird. In klinischen Studien wurde die signifikant stärkere Reduktion der Taschentiefe gegenüber SWG allein gemessen [1, 2]. Im Vergleich mit einem systemischen Antibiotikum ergeben sich beim Einsatz zahlreiche Vorteile:
  • Die unnötige Angst vor Antibiotika entfällt zugunsten der Vorteile lokal anzuwendender Antibiotika.
  • Arestin® als LDDs (Local Delivery Devices) macht durch seine Bioadhäsion einen Zahnfleischverband entbehrlich.
  • Eine geringe systemische Wirkung bzw. Verminderung der systemischen Nebenwirkung ist ein großes Plus dieses Medikamentes.
  • 14-tägige Wirkung durch verzögerte Freisetzung.
  • Ist bereits gemischt und abgemessen, ein Kühlen ist nicht erforderlich.
  • Ist bioresorbierbar und muss nicht aus der Tasche entfernt werden
  • Eine lediglich einmalige Gabe der fertigen Ein¬zeldosis ist für den Therapieerfolg erforderlich.



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Literaturverzeichnis

[1]    Dean JW, Branch-Mays GL, Hart TC , et al. Topically applied minocycline microspheres: why it works, Compendium 2003; 24:247-2 57.
[2]    Williams RC, Paquette DW, Offenbacher S, et al. Treatment of periodontitis by local administration of minocycline microspheres: a controlled trial. J Periodontol 2001 ;72:1 535-1544.
[3]    Oringer RJ, Al-Shammari KF, Aldredge WA, et al. Effect of locally delivered minocycline microspheres on markers of bone resorption. J Periodontol 2002;73:835-842.
[4]    O’Connor BC, Newman HN, Wilson M. Susceptibility and resistance of plaque bacteria to minocycline. J Peri¬odontol 1 990;61 :228-233.

Dr. Hans Sellmann

Langehegge 330

45770 Marl

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