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Orientierungs-und Entscheidungshilfe für dentale Produkte und Leistungen >>Zu den VergleichenPA-Behandlungen mit "Licht"
Drucken"Herkömmliche" PA-Therapien sind bei Patienten eher unbeliebt. Können Sie das verstehen? Was würden Sie denn für sich selber diesbezüglich wünschen oder akzeptieren?

Fast schon ein Kunstwerk der kräftige Lichtstrahl der LEDs aus dem FotO2San-Gerät im Einsatz mit dem spitzen Ansatz.
Wir wissen heute, dass Parodontalerkrankungen allen voran die Parodontitis, die Endung "-itis" signalisiert es bereits ihre Hauptursache in bakteriellen Entzündungen haben. Fein, sagen wir, da helfen doch Antibiotika! Leider, das wissen wir aber auch, haben wir mit der Wirkkonzentration bei enteral oder parenteral angewandten Präparaten Schwierigkeiten. Auch örtlich einzusetzende Wirkstoffe, so genannte Local Delivery Devices, werden wegen der hohen Sulcus-Fluid-Flow-Rate oft sehr schnell wieder ausgespült. Bleibt noch das Problem Biofilm.
Und wenn nicht?
Denjenigen, die es (und welcher Patient möchte das nicht) weniger schmerzbehaftet und somit weniger unangenehm haben möchten: was können Sie denen anbieten? Es gibt da eine neue Behandlungs-Methode, die allerdings ist nicht gerade billig. Ich spreche vom Einsatz des Lasers. Sie winken ab? "Laser in der PA ist doch nichts Neues!" sagen Sie entrüstet. Ja und nein. Der alleinige Einsatz des Lasers quasi als Tauchsieder in der Tasche ist bekannt (und bewährt). Und sich einen Laser alleine für die PA anzuschaffen ist zu teuer. Der Imagegewinn für die Praxis ist auch nicht so hoch, dass es sich rechnen würde.
Also doch SRP?
Die dentale Plaque und der Biofilm als bedeutsame Organisationsstruktur stellen bis heute das zentrale Problem beim Management von dentalen und parodontalen Erkrankungen dar. Unter Biofilmen versteht man die Zusammensetzungen von Bakterien, die als so genannte Bakterienfamilien agieren und sich gegenseitig langfristig stabilisieren Den Biofilm zu durchbrechen, ihn zu managen (gänzlich und dauerhaft beseitigen können und sollten wir ihn nicht), ist einer der modernen und erfolgreichen Therapieansätze. Das geht sehr gut mit der konventionellen Methode des Scalings. Gefolgt von der Wurzelglättung um Konkremente, welche neue Entzündungen initiieren würden, zu eliminieren.
Rechnet es sich?
Aber dennoch ist die Kraft des Lichtes nicht zu vernachlässigen. Und hier kommt das "Nein". Sie brauchen den Laser nämlich gar nicht. Aber wie soll es denn sonst mit der Photodynamischen Therapie gehen? Von der spreche ich nämlich. Ein kurzer Überblick: Die Lichttherapie ist ein von der Wissenschaft anerkanntes Verfahren zur Behandlung verschiedener Krankheiten. Mit ihr werden unter anderem Depressionen und die damit häufig verbundenen Schlafstörungen behandelt. Als Phototherapie wird die Behandlung mit Licht bei schweren Erkrankungen der Haut wie beispielsweise bei der Neurodermitis und der Psoriasis, der Schuppenflechte, bezeichnet. Ganz ohne (Sonnen)licht wird der Mensch krank.
Dynamik Wenn nur der Laser nicht wäre
Das ist die Licht- oder Phototherapie. Es gibt aber auch noch eine weitergehende Behandlung die Photodynamische Therapie. Mit der Photodynamischen Therapie behandeln Ärzte Tumoren und auch weitere Gewebeveränderungen im menschlichen Organismus. Dabei wenden sie Licht, eine lichtempfindliche Substanz und Sauerstoff an. Das Prinzip ist recht einfach: Dem Patienten wird ein Foto-Sensibilisator oder einer seiner Stoffwechselvorläufer verabreicht. Dieser reichert sich selektiv im Tumor an. Nach einer gewissen Wartezeit wird anschließend der Tumor und das ihn umgebende gesunde Gewebe mit Licht geeigneter Wellenlänge bestrahlt. Dabei werden durch photophysikalische Prozesse toxische Substanzen erzeugt. Diese wiederum schädigen aufgrund der Tumorselektivität des Sensibilisators gezielt die Gewebsneubildung. Das Problem sind wieder einmal ich habe es von vielen Kolleginnen und Kollegen gehört die hohen Kosten für den Laser. Es geht jedoch auch ohne Laser! Aber noch einmal zurück zu den Grundsätzen: Dörtbudak zeigte im Jahre 2001 eine signifikante Reduktion von Acinomycetes actinomycetemcomitans, Porhyromonas gingivalis und Prevotella intermedia nach PDA Behandlung (TBO +690nm LES). Haas zeigte 2000 an 17 Patienten mit Periimplantitis, dass die Entzündung durch PAD eingedämmt wurde. Kömerik et al (2003), Sigusch et al (2005) und Shibli et al (2003) um nur einige Namen bzw. Studien zu nennen, wiesen ebenfalls die positive Wirkung der PAD nach.
PAD? Laser nicht nötig!
Bereits seit über 10 Jahren wird die photodynamische oder lichtaktivierte Desinfektion, ich verwende eher den Ausdruck Keimverringerung, erfolgreich durchgeführt. Ein Laser ist dafür allerdings gar nicht nötig! Seit einiger Zeit ist für dieses Verfahren eine wesentlich weniger kostspielige, dafür aber genau so wirksamen Lichtquelle, eine LED-Lampe, verfügbar. LEDs sind Leuchtdioden (auch Lumineszenz-Dioden, kurz LED für lichtemittierende Diode). Sie sind elektronische Halbleiter-Bauelemente. Fließt durch die Diode Strom in Durchlassrichtung, so strahlt sie Licht, Infrarotstrahlung (als Infrarotdiode) oder auch Ultraviolettstrahlung mit einer vom Halbleitermaterial abhängigen Wellenlänge ab.
Längst bewährt
Die Photodynamische Therapie wird in der Augenheilkunde mittlerweile als Standardverfahren eingesetzt. Auch in der Dermatologie hat sie eine weite Verbreitung zur Behandlung verschiedener Hautkrebsformen und ihrer Vorstufen gefunden. Ein Nachteil der Photodynamischen Therapie ist die geringe Eindringtiefe von Licht von nur einigen Millimetern. Das aber ist in einer weiteren Anwendung, bei uns in der Zahnmedizin, kein Problem, behandeln wir doch mit ihr nur "dünne" Strukturen.
Der Laser alleine bringt´s nicht
Immer mehr Untersuchungen zeigen die hohe desinfizierende Wirkung des Dental-Lasers. Doch genauso wenig wie die oben erwähnten oralen und systemischen Desinfizientia wirkt er auf Dauer. Die Rebesiedelung der Tasche erfolgt mit Sicherheit. Wenn man sich die Technologie ansieht, die "hinter" einem Laser steckt, dann ist sein Preis sicher angemessen. Wenn man sich seine Einsatzmöglichkeiten ansieht, dann nicht. In einem allerdings sehe ich sein großes Potenzial: In der erwähnten Keimverringerung.
Zu teuer?
Selbst wenn ein Verfahren in der Zahnmedizin eine hohe therapeutische Effizienz verspricht es muss für uns in der Praxis bezahlbar sein. Noch einmal zur Keimverringerung (die Definition Sterilisation oder Desinfektion passt hier nicht). Bei der endodontischen Behandlung oder in der Parodontologie hier hilft der Laser sicher und effektiv. Im Rahmen der Keimverringerung bei der PA-Behandlung zusammen mit der photodynamischen Desinfektion nachweislich sogar sehr gut. Aber es gibt eine Alternative zum Laser!
PA Kons Endo Implantate
Die PAD ist bei all diesen zahnärztlichen "Problemen" einsetzbar. Sicher nicht die eierlegende Wollmilchsau, aber überall wo wir im oralen Milieu mit Entzündungen zu kämpfen haben, können wir die PDA erfolgreich einsetzen Ich arbeite in meiner Praxis mit dem FotO2San-Gerät der Firma Loser in Leverkusen. · Wurzelkanalbehandlung: Der Wurzelkanal wird in gewohnter Weise aufbereitet und gespült. Anschließend befüllt man ihn mit FotO2San Agent, der dem Introkit beigefügten Flüssigkeit. Dann wird pro Kanal 30 Sekunden lang mit der auf die Lampe aufgesetzten Einweg-Endospitze belichtet. Danach wird der Wurzelkanal wie üblich getrocknet und abgefüllt. · PA-Behandlung: Zunächst führen Sie ein subgingivales Scaling und Wurzelglättung (SRP) durch. Danach bringen Sie den Photosensitizer in der von Ihnen ausgewählten Konsistenz (dünnflüssig, mittel oder dickflüssig alle drei Konsistenzen sind im Intro-Kit enthalten) in die Taschen ein. Die Taschen werden nun 10 Sekunden lang von innen mit der darin eingeführten langen Spitze belichtet und danach 10 Sekunden lang von außen mit dem stumpfen Aufsatz beide Ansätze sind im Kit enthalten. Der stumpfe Aufsatz muss dabei fest gegen die Gingiva gedrückt werden. · Periimplantitis-Behandlung: Sie gehen genau so wie bei der PA-Behandlung vor. · Gingivitis- und Perikoronitisbehandlung: Der Photosensitizer wird subgingival eingebracht. Dann belichten Sie 10 Sekunden lang mit dem stumpfen Aufsatz, der dabei fest gegen die Schleimhaut gedrückt wird. · Kariesbehandlung: Die Anwendung von FotO2San ist speziell für die adjuvante Behandlung der Karies profunda geeignet. Nachdem möglichst viel der erweichten kariösen Dentin-Substanz entfernt wurde bringen Sie den Photosensitizer auf und belichten 10 Sekunden lang. Danach erfolgt die Versorgung der Kavität wie üblich, gegebenenfalls mit einem Medikament zur Überkappung, sowie der Unter- und Deckfüllung (alternativ Restauration). · Viren, Pilze, Protozoen: Nach Angaben des Herstellers und aufgrund der entsprechenden Studien wirkt die lichtaktivierte Keimverringerung nicht nur bei Bakterien, sondern auch bei anderen Mikroorganismen, wie Pilzen und Protozoen. Die Affinität des verwendeten Photosensitzers zu Säugerzellen ist wesentlich geringer, so dass er auf diese keine Auswirkungen hat man kann auch sagen, die Behandlung ist nebenwirkungsfrei. Wichtig: Der Photosensitizer muss in Kontakt mit den zu eliminierenden Mikroorganismen kommen können. Deswegen müssen Sie den Biofilm in der Tasche schon manuell durcheinanderwirbeln, es hilft nicht den Photosensitizer einfach nur "draufzulegen". Und das Licht muss den Photosensitizer auch erreichen, damit dieser aktiviert wird. Dies geschieht mit dem spitzen und dem stumpfen Ansatz des Gerätes. Tipp: Wir haben uns im Fachhandel Einwegspritzen mit einem geringen Fassungsvolumen besorgt (Insulinspritzen). Mit ihnen können wir einerseits hygienisch einwandfrei, andererseits sehr sparsam, die für den einzelnen Patienten benötigte Menge aus der Flasche abzapfen. So reicht eine Flasche Sensitizer für viele Patienten und die LED im Gerät hat sowieso eine lange Lebensdauer. Das FotO2San Gerät macht sich also schnell bezahlt.
Abrechnung
Die antimikrobielle Photoaktivierte desinfizierende und somit keimverringernde PA-Therapie ist weder im BEMA noch in der GOZ enthalten. Sie ist demnach frei von Budgetzwängen analog nach GOZ §6 Abs. 2 oder alternativ nach §2 Abs. 3 als Verlangensleistung möglich. Sie setzen selbst den Steigerungssatz je nach Zeitaufwand für diese Maßnahme fest und kalkulieren so Ihre Gebühren.
Fazit
Die lichtaktivierte Desinfektion ist für den Einsatz in der Zahnmedizin ein neue, aber dennoch bereits durch wissenschaftliche Studien als wirksam anerkannte Methode. Anstelle mit einem (teuren) Laser kann sie auch mit dem wesentlich preisgünstigeren Verfahren mittels einer "LED-Lampe" und dem Einsatz des FotO2San-Verfahrens mit einer gleichen Effizienz durchgeführt werden. Ich empfehle Ihnen sich bei Loser mit Informationen einzudecken und sich das Gerät eventuell einmal von einem der Außendienstmitarbeiter demonstrieren zu lassen.







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