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Antimikrobielle Photodynamische Therapie (aPDT)
DruckenRund 34 Zahnärztinnen und Zahnärzte begrüßte Ulrike Vizethum Leiterin Business Development der Firma HELBO am 14. April 2010 zu einer der deutschlandweit stattfindenden Fortbildungsveranstaltung über die antibakterielle Photodynamische Therapie in Leipzig. Den Auftakt der Veranstaltung machte Dr. Freimut Vizethum mit seinem Vortrag über die wissenschaftlichen Grundlagen dieses Verfahrens speziell in der Parodontologie und seinen Erfahrungen in der praktischen Anwendung.

Er zeigte auf, dass die Parodontitis heute als Volkskrankheit bezeichnet werden kann, da laut der Deutschen Mundgesundheitsstudie IV (2005) rund 75 % der Bevölkerung in Deutschland an einer mittelschweren oder schweren Parodontitis leiden. Ursache ist eine Verschiebung der Verteilung von aeroben und anaeroben Keimen im Biofilm die anaeroben überwiegen bei einer chronischen Entzündung. Die konventionellen Behandlungsmöglichkeiten der Parodontitis sind die mechanische Reinigung geschlossen oder offen, Gabe von Spüllösungen und Antibiotika. Spüllösungen werden schnell aus dem Sulkus gespült und wirken teilweise zelltoxisch. Antibiotika können zwar kurzfristig die Keimzahl reduzieren, wirken jedoch resistenzbildend und bedürfen der Compliance der Patienten, da mit starken Nebenwirkungen zu rechnen ist. Ein langfristiger, mehrfacher Einsatz ist also ebenfalls nicht indiziert.
Somit bleibt die manuelle Reinigung das Mittel der Wahl. Allerdings ist eine Reinigung von Taschentiefen von 5 mm und mehr nicht sicher zu gewährleisten. In diesen tiefen Taschen verbleiben anaerobe Keime und die Gefahr der Reinfektion ist groß. Hier setzt die antimikrobielle photodynamische Therapie aPDT an. Bei dieser Methode werden die Bakterien mit einem blauen Farbstoff zunächst angefärbt. Da die Moleküle des Farbstoffes positiv geladen sind, heften sie sich an die negativ geladene Bakterienmembran an. Anschließend werden die Farbstoffpartikel durch Laserlicht mit entsprechender Energie auf einen höheren Energiezustand gebracht. Die Abgabe dieser Energie an Sauerstoff führt zur Bildung von Singulettsauerstoff, welcher durch Oxidation die Lipidketten der Bakterienmembran zerstört. Somit wird eine Keimreduktion um 99 % erreicht und das ohne Nebenwirkungen.
Anhand einer klinischen Studie konnte Dr. Vizethum belegen, dass die Parameter für das Vorliegen einer chronischen Parodontitis Sondierungstiefe und bleeding on probing BOP bei Patienten, die nach der konventionellen Zahnreinigung zusätzlich mit aPDT behandelt wurden, siginifikant besser sind als bei der rein konventionell behandelten Kontrollgruppe. Anhand einiger Patientenfälle zeigte der Referent weitere Anwendungsgebiete der aPDT auf. Da die Periimplantitis von den gleichen Keimen hervorgerufen wird wie die Parodontitis, ist deren Behandlung ein weiterer Schwerpunkt. Aber auch die Desinfektion des Wurzelkanals nach konventioneller Aufbereitung oder die Behandlung von Paro-Endo-Läsionen bieten eine gute Einsatzmöglichkeit des Helbo Systems. Im anschließenden Vortrag erläuterte Ulrike Vizethum die Komponenten des HELBO Systems und zeigte anhand verschiedener Graphiken das klinische Vorgehen bei den unterschiedlichen Indikationen auf. Insbesondere unterstrich sie die Wichtigkeit der Diffusion des Farbstoffes in den Biofilm, damit eine umfassende Benetzung aller Bakterien gewährleistet ist. Diese Diffusion ist abhängig von der Konzentration des Farbstoffes und der Einwirkzeit. Beim System der Firma HELBO sind diese Parameter exakt aufeinander abgestimmt und bei bestimmungsgemäßer Anwendung der Erfolg der Therapie gewährleistet.
In der anschließenden Pause mit Snacks und Getränken konnten sich die Teilnehmer die Funktion des aPDT Systems von HELBO von Mitarbeitern des Unternehmens demonstrieren lassen. Im Anschluss daran sprach PD Dr. Jörg Neugebauer von der Universitätszahnklinik in Köln über "Erfolgreiche Desinfektion auch chronischer oral manifestierter Infektionen durch aPDT". Diese oral manifestierten Infektionen sind z. B. Parodontitis, Periimplantitis, Ostitis, Wundheilungsstörungen und endodontische Entzündungen. Zu all diesen Indikationsgebieten präsentierte Dr. Neugebauer umfassende klinische Fälle mit dem HELBO-Verfahren mit Photos und Videosequenzen. So konnten sich die Zuhörer einen umfassenden Eindruck vom klinischen Vorgehen bei Einsatz der aPDT verschaffen. Unterstrichen wurde der erfolgreiche Einsatz dieser Therapie seit 2003 durch Präsentation zahlreicher Studien, die die Aussagen der Referenten unterstrichen. Nach einer abschließenden Diskussion der Teilnehmer mit den Referenten konnten mehrere anwesende Anwender des Systems die Aussagen der Vorträge bestätigen und so den positiven Ansatz dieser Therapiemöglichkeit für die Praxis unterstreichen.
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DENT IMPLANTOL 14, 4, 270 271 (2010)






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