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Drucken2009 werden zum ersten Mal über1 Million Implantate gesetzt. Für den Erfolg der Implantologie spielt diese Zahl keine Rolle mehr. Sie ist längst eine interessante Alternative zur konventionellen Prothetik geworden. Für den Praxisinhaber ist nur eines relevant: Patienten für sein implantologisches Portfolio zu sensibilisieren; potentielle Patienten für die Praxis zu gewinnen. Ob neue Medien, persönlicher Kontakt oder klassische Werbung – egal welcher Kommunikationsweg gewählt wird, entscheidend ist, die Erwartungen und Wünsche des einzelnen Patienten anzusprechen. Dies gilt besonders im World Wide Web.

Ein Fakt zu Beginn: Für eine gute Homepage oder die Eruierung dieser Wünsche brauchen Sie keine Markforschung! Weder eine SWOT-, noch eine Praxisanalyse oder andere Instrumente machen die Homepage erfolgreich. Wird Ihnen so etwas vorgeschlagen, sollten Sie sich Gedanken machen, wessen Profit Ihr Gegenüber maximieren möchte. Spätestens bei dem Ansatz: „Von der Ermittlung der Ausgangslage bis zum umfassenden Marketingkonzept …“ verschwenden Sie Zeit. Für die Konzeption einer attraktiven und individuellen Praxishomepage mit Fokus auf die Implantologie reicht eine Stunde – vorausgesetzt, Ihr Gesprächspartner verfügt über Kenntnisse der Implantologie und aus dem Marketing.
Konzentriert auf das Wesentliche
Was einen Patienten für die Implantologie motiviert, kennen Sie aus dem implantologischen Beratungsgespräch. Die klassische Homepage wendet sich an zwei Patientengruppen – zwei Motivationsstrukturen:
- Typus 1: Patient mit Zahnlücke. Die implantologische Versorgung soll diese ästhetisch ansprechend und funktional schließen. Argumentation – besseres Aussehen, lückenlose Zähne.
- Typus 2: Zahnloser Patient / Prothesenträger. Patienten möchten wieder zubeißen, freisprechen und ein natürliches Geschmacksgefühl genießen: Argumentation – schmerzfreies Kauen und sichere Funktionalität.
Das Thema Angst vor dem Eingriff bzw. Schmerzen danach ist für beide Gruppen relevant.
Implantologie im World Wide Web
Die Homepage muss vermitteln, dass die Implantologie die Wünsche beider Zielgruppen erfüllt. Sie bringt wieder Sicherheit beim Essen und beim Sprechen. Implantate sind das Synonym für neue Lebensqualität. Die Homepage muss verdeutlichen, dass Implantate schmerzfrei gesetzt werden können, dass implantatgetragene Zähne wie natürliche funktionieren, sich auch so anfühlen und wie diese aussehen. Die Aussicht auf ein prothetisch perfektes Ergebnis motiviert; wieder fest zubeißen können überzeugt. Ob das Implantat offen oder geschlossen einheilt, hat für die Motivation und spätere Entscheidung nur geringe Bedeutung. Aus Sicht der meisten Patienten ist die Implantologie erfolgreich, wenn die Prothetik ästhetisch überzeugt. Genau das soll die Homepage vermitteln.
Wie groß der chirurgische Aufwand der Behandlung ist, kann nach Befundaufnahme im Beratungsgespräch erläutert werden. Auch die Information, wann ein interner Sinuslift mit Osteotom oder ein externer Sinuslift mit lateralem Zugang indiziert ist, macht wenig Lust auf Implantate. Fachartikel mit medizinischen Fachbegriffen gehören in entsprechende Publikationen, auf der Homepage bauen sie nur Distanz auf bzw. schrecken ab. Werden solche Texte von Beratern empfohlen, liegt es oft daran, dass dieser keine patientenadäquaten Formulierungen liefern kann. Die Komplexität der implantologischen Lösungen gehört in das Beratungsgespräch, die Werte und Vorteile dieser innovativen Versorgungsform auf die Homepage. Reine emotionale Konditionierung reicht nicht. Die Homepage wird glaubwürdiger und erfolgreicher, wenn sie sachlich, kurz und knapp informiert: Was ist ein Implantat, für welche Indikationen ist es geeignet, wann kann man es versorgen und was kann man gegen Knochenabbau unternehmen. Navigierte Implantologie oder 3-D Diagnostik können weitere Themen sein, um einem ängstlichen Patienten Sicherheit zu vermitteln und sich von der Praxis nebenan zu differenzieren. Moderne, medizinische Ausstattung wird mit hoher Qualität und Know-how verbunden. Sie sollte berücksichtigt werden wie die fachliche und soziale Kompetenz des Teams.
Gestaltung
Kurz und knapp heißt nicht langweilig und anspruchslos! Ihre Homepage lebt von der Gestaltung und der Qualität der Informationsaufbereitung. Sie prägt entscheidend das Erscheinungsbild, das Image der Praxis und die Erwartungshaltung des Patienten. Kein Patient surft nur so zum Zeitvertreib durch Zahnarztseiten. Da gibt es bessere Unterhaltung. Eine attraktiv gestaltete Seite sorgt immer für längere Besucherzeiten. Auch ein gezielt nach Informationen suchender Patient bleibt auf einer Seite, wenn Inhalte überzeugen und in einem ausgewogenen Verhältnis erklärende Abbildungen und verständliche Texte präsentiert werden. Weniger ist mehr: Ein beliebter Trick die Kosten einer Homepage zu erhöhen: multimediale Spielereien, aufwendige Programmierungen, Flash-Animationen etc. Verzichten Sie auf beides, die Spielereien und denjenigen, der Ihnen so etwas vorschlägt.
Das Werbewirkungsprinzip (1889) – mehr als Hundert Jahre alt – ist auch für die Homepage relevant: Attention - Interest - Desire – Action. Die Homepage schafft Interesse, weckt Wünsche und ebnet den Weg zum Beratungsgespräch. Sensibilisieren auf emotionaler Ebene, überzeugen auf kognitiver. Den höchsten Stellenwert hat das Gespräch mit dem chirurgisch oder prothetisch behandelnden Arzt. Entscheidungen zum für bzw. wider Implantologie werden nicht beim Betrachten der Homepage sondern erst nach ausführlicher Beratung durch den Implantologen getroffen.
Implantate halten, was sie versprechen. Das gleiche sollte eine seriöse Homepage tun. Weder marktschreierische, minimale Festpreise noch unrealistische, ästhetische Superlative gehören in ein erfolgreiches Kommunikationskonzept. World Wide Web heißt Globalisierung und geht einher mit internationalem Wettbewerb: Es geht um Imagepositionierung und Differenzierung. Der Eine ist für seinen Gulasch bekannt, der Andere für zahnmedizinisches Know-how, perfekte Zahntechnik und Zuverlässigkeit. Schön, wenn eine Homepage vermittelt, dass man in Deutschland als Patient innovative, sichere Behandlungskonzepte mit vorhersagbarem Erfolg bekommt.
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DENT IMPLANTOL 12, 8, 586 – 588 (2008)






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