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Mehr als 250 Teilnehmer nutzen besondere Fortbildung

16. Masur-Implantologiesymposium

12.10.2017
aktualisiert am: 12.10.2017

Die Referenten (von links) Dr. Jörg Ruppin, Jan Märkle, Dr. Carmen Anding, ZTM Enrico Steger, Dr. Clemens Esser und Dr. Ralf Masur freuen sich über die erfolgreiche Veranstaltung.
Die Referenten (von links) Dr. Jörg Ruppin, Jan Märkle, Dr. Carmen Anding, ZTM Enrico Steger, Dr. Clemens Esser und Dr. Ralf Masur freuen sich über die erfolgreiche Veranstaltung.


Seit 16 Jahren ist das Masur-Implantologiesymposium ein Höhepunkt in Sachen Weiterbildung für die ganze Praxis und das Dentallabor. An einem effektiven Nachmittag erfahren die Teilnehmer alles Wissenswerte aus den Bereichen Implantate, Prothetik, Zahntechnik, Kommunikation, Teambuilding, Hygiene sowie Personal- und Persönlichkeitsentwicklung. Auch dieses Jahr freute sich der Moderator Dr. Ralf Masur 260 hoch motivierte Teilnehmer in der Mindelheimer Stadthalle begrüßen zu dürfen.

Unter dem Thema „Zahnmedizin heute − Hightech oder routiniertes Handwerk − stellten sechs Spezialisten aktuelle Entwicklungen und interessante Patientenfälle aus der Praxis vor. Unter der charmanten Moderation von Dr. Masur regten die präsentierten Methoden und klinische Fälle viele interessierte Teilnehmer, Fachmänner und -frauen zu kritischen und interdisziplinären Diskussionen an. Praxisnah wie immer wurden diese aktuellen Inhalte vermittelt, wie sie sonst in dieser Form und Kürze nicht üblich sind. „Tue Gutes und sprich darüber“ nahm der Veranstalter Dr. Ralf Masur als Motto des Symposiums auf.

CAD/CAM − Zukunft und Realität

Im Eröffnungsvortrag zeigte Zahntechniker und Entwickler Enrico Steger, wie die Zukunft mit CAD/CAM in Praxis und Labor gestaltet und Vorteile genutzt werden können. Mit seiner fröhlichen und charmanten Art demonstrierte er dem Auditorium, dass gute Leistung auch gutes Geld verdient und man eine Mannschaft zu Höchstleistungen führen kann. Mit der spannenden Frage „Alles digital − schon Realität oder noch Fiktion?“ thematisierte Steger eine der aktuellsten und kontrovers diskutierten Entwicklungen in der Zahnheilkunde. Vom Gesichtsscan bis hin zum „teuersten Artikulator der Welt“ zeigte er an zahnlosen Patienten die Herangehensweise und Möglichkeiten mit digitalen Systemen zu arbeiten und beeindruckte durch ein hervorragendes Endergebnis in der Patientenversorgung. Er postulierte, dass Zirkon aufgrund seiner einzigartigen Oberflächenbeschaffenheit, keine Abrasion gegenüber dem natürlichen Zahn verursache. Kritische Fragen, wie etwa häufige Fehlerquellen in der digitalen Abformung, die Aufsummierung mathematischer Fehlberechnungen, ob ein komplettes technisches Equipment in jeder Praxis vorhanden sein muss und wie kompatibel das Programm mit anderen Systemen agiert, wurden von ZTM Steger ausführlich beantwortet. Steger, der bereits zum zweiten Mal dabei war, nahm die Teilnehmer auf diese Weise auf einen Kurztrip durch die moderne Zahntechnik mit. Aufschlussreich war, dass auch in der zahntechnischen Herstellung viele entscheidende Hilfen vergessen werden. Das Auditorium entdeckte in seinem Vortrag attraktive Leistungen, die fast alle Zahntechniker in der Praxis kennen, aber noch nicht anwenden.

Kommunikation leicht(er) gemacht

  • Publikumsmagnet mit mehr als 250 Teilnehmern − das Masur-Implantologiesymposium.

  • Publikumsmagnet mit mehr als 250 Teilnehmern − das Masur-Implantologiesymposium.
Ebenso professionell und fundiert ging es mit dem Referenten Dr. Clemens Esser weiter. Esser näherte sich in seinem Vortrag der Frage, warum einige Patienten durch Angst verursachten Stress verbreiten, wie man hier mit geschickter Wortwahl und Kommunikation Abhilfe schaffen kann und somit den Ablauf angenehm gestaltet. Obwohl positive Formulierungen für die positive Patientenkommunikation häufig bekannt sind, demonstrierte Dr. Esser sehr praxisnah und humorvoll, wie diese in vielen Situationen praktisch einzusetzen sind und wie man hierfür das gesamte Praxisteam miteinbezieht. Er betonte, dass die „sprechende Medizin“ zu kurz komme und sprach in diesem Zusammenhang neue Technologien im Neurolinguistischen Propagieren (NLP), in der Suggestion, Verkaufstechnik, Werbepsychologie und dem Neuromarketing, an. Um Misserfolge bei der Behandlung zu vermeiden, zeigte er praktische und sofort einsetzbare Tools, welche insbesondere bei „Würgern“, „Fragestellern“ und „Becherumspülern“ die Behandlung deutlich entspannten und beschleunigten.

Periimplantitis 2.0

Der Veranstalter Dr. Ralf Masur zeigte den Teilnehmern unter dem Thema „Periimplantitis 2.0 − beste Vorsorge oder richtige Nachsorge?“ eine Vielzahl eigener Patientenfälle auf, in denen er anschaulich darlegte, wie Periimplantitis bereits durch bestimmte Fehler während des chirurgischen Eingriffs verursacht wird. Techniken zur Vermeidung dieser Probleme im Vorfeld und die korrekte Durchführung einer Nachsorge (u. a. Prothetik und Prophylaxe) wurden ebenso anschaulich dargestellt. Mit einer gekonnten Mischung aus fachlicher Perfektion und Witz schaffte er es, das für manche eher als trocken bewertete Themenfeld spannend und praxisnah darzustellen. Er formulierte provokant zu dem kritischen Thema Periimplantitis, dass die beste Therapie die Vermeidung der Periimplantitis durch ausreichend autologen Knochenaufbau sei, sodass eine gut durchblutete Knochenbasis für eine dicke Gingiva kreiert werden könne. Dabei werde nur körpereigener Knochen eingesetzt, der mindestens 1 mm Breite aufweisen müsse. Hingegen führe Bonesplitting und gleichzeitige Implantation oder zu dünner Knochen sowie die Verwendung von Knochenersatzmaterialien, meist schon bei der Implantatsetzung zum Beginn einer Periimplantitis.

Komposit 2.0

Das heutige Patientenklientel entwickelte über die letzten Jahre hohe Anforderungen an die Ästhetik, vor allem der „social six“. Dieses wurde durch Medien und Zahnärzte getriggert. Wie man den Ansprüchen mit Kompositrestaurationen gerecht werden kann, zeigte Dr. Carmen Anding aus Bern anschaulich unter dem Titel „Komposit 2.0 − Perfekte Restaurationen in Ästhetik und Funktion“. Sie demonstrierte elegante Lösungsansätze anhand klinischer Fälle aus eigener Praxis wie Papillengestaltung und Ausformung der Gingiva durch Kompositaufbau vor Implantation, Konturierung von Nachbarzähnen, Verhindern von Parodontalchirurgie durch Gingivanivellierung mit Komposit und das sogenannte „Schmelzlifting“. Sie empfahl z. B. auch die Extrusion von Zähnen mittels Kieferorthopädie oder einer speziellen magnetischen Schiene, da dadurch sehr viel wertvolles Weichgewebe für eine spätere Implantation gewonnen werden kann. „Erst die Funktion, dann die Restauration“, betonte Sie „führt zum gewünschten Erfolg“. Auf die kritische Nachfrage nach der Gefahr von Frakturen der zum Teil sehr großen Kompositaufbauten bei Parafunktionen antwortete sie, dass diese vernachlässigbar gering seien, wenn funktionelle Gegebenheiten berücksichtigt werden.

Implantologiekonzepte und Neuerungen

Abgeschlossen wurde das informative Symposium durch den dynamischen Partnervortrag von Dr. Jörg Ruppin, ZA Jan Märkle und Dr. Ralf Masur. In ihrem aktiven Vortrag zeigten sie, was Spezialisten im Team heute zu leisten vermögen und wie mit eingespieltem Teamwork aus Belastung Unterstützung werden kann. Die Teilnehmer wurden in die Themen einteilige Systeme, monolithisches Zirkon auf Implantaten, Galvanotechnik und schablonengeführte Chirurgie mit ihren Vor- und Nachteilen mitgenommen. Praxisnah führten sie durch einen klinisch dargestellten Behandlungsfall mit eindrucksvollen Bildern und einer abwechslungsreichen Präsentation. Die Referenten zeigten, dass trotz unterschiedlichen Behandlungstypen eine immer gleich bleibende, biologische Vorgehensweise durch das spezielle Masur- Protokoll eine konstant hochqualitative Versorgung sichergestellt wird. Mit dieser Vorgehensweise und dem idealen Workflow zwischen Behandlung, Dokumentation und Abrechnung wird eine bessere Zuordnung von Problemlösungen ermöglicht.

Mit dem Appell: „Formen Sie aus einer Ansammlung von Einzelkämpfern ein starkes Team“, wurde dieses besondere Symposium beendet. Fachlich angeregt und guter Stimmung fanden sich im Anschluss die zahlreichen Teilnehmer zum reichhaltigen Büffet und freundschaftlich kollegialem Miteinander gesellig zusammen.

  • 9. Implantologie-Symposium
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