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Erstes Anwendertreffen „maxgraft bonebuilder“ im Straumann Competence Center Allografts

12.11.2017

Die Straumann Akademie lud am 13. Oktober 2017 zum ersten maxgraft® bonebuilder Anwendertreffen, das in professioneller Atmosphäre in der Münchner „Praxis im Tal“ stattfand. Dieses praxisnahe Anwendertreffen hatte das Ziel, die sichere Anwendung patientenindividueller Knochenblöcke zu zeigen sowie deren Planung, Herstellung und die möglichen chirurgischen Verfahren zu vermitteln.

  • Die Referenten und Praxisinhaber Dr. Dr. Dr. Oliver Blume MSc (links) und Dr. Michael Back MSc.

  • Die Referenten und Praxisinhaber Dr. Dr. Dr. Oliver Blume MSc (links) und Dr. Michael Back MSc.
Referiert wurde die hochkarätige Veranstaltung von den Ärzten der Facharztpraxis für Mund-, Kieferund Gesichtschirurgie Dres. Oliver Blume sowie Michael Back und seitens der Firma Botiss von Lisa Hoffmann, Produktmanagerin Allografts. Mit insgesamt 18 Teilnehmern war die Veranstaltung ausgebucht. Die Fortbildung startete mit einer Live-OP, die aus dem nebenliegenden OP-Saal direkt in den Seminarraum auf eine große Leinwand übertragen wurde. Zu Beginn gaben die Dres. Back und Blume einen umfassenden Überblick der zu erwartenden OP. Vorweg verwiesen sie auf ihre langjährige Erfahrung in der Anwendung von autologen und allogenen Knochenersatzmaterialien und erklärten gleichzeitig, dass nahezu jeder Patientenfall eine besondere Herausforderung an den Operateur sei.

Im von Dr. Back vorgestellten bemerkenswerten Fall handelte es sich um eine Patientin, die 2006 erstmals implantologisch in der Praxis versorgt wurde. Im letzten Jahr kam die Patientin noch einmal auf Zuweisung in die Praxis und klagte über Beschwerden. Im Röntgenbild war aufgrund einer Implantatentfernung ein horizontaler, vertikaler und ausgeprägter Defekt der Region des unteren mittleren Schneidezahns zu sehen, der nunmehr vom Operateur Dr. Oliver Blume mithilfe eines allogenen individuell angepassten Knochenblocks augmentiert werden sollte. Vor Start der OP zeigte Dr. Back ein aus dem Originaldatensatz der Patientin hergestelltes 3D gedrucktes Modell, das die exakte Kiefersituation mit dem dazugehörigen Knochenblock darstellte. Die Teilnehmer konnten den Dummy des zur Wiederherstellung benötigten Knochenblocks in den Händen halten und das Ausmaß des Defektes eindrucksvoll begutachten. Zu Beginn zeigte sich im Tastbefund bei der Patientin ein besonders narbiges Gewebe, das an den Operateur eine enorme Herausforderung stellen sollte. Zu sehen war, dass Knochen in allen Richtungen fehlte und die spätere Fixierung des Knochenblocks nicht einfach sein sollte. Nachdem nunmehr der Defekt freigelegt war, kam es im nächsten Schritt zur Wässerung des vorgefertigten maxgraft® Knochenblocks mit einer Natriumchloridlösung, um diesen anschließend passgenau in die exakte Position einzusetzen. Dr. Blume empfiehlt, die Blöcke grundsätzlich zu wässern, um eine optimale Einheilung und schnelle Revaskularisierung zu erreichen. Zur Befestigung und Fixierung des Knochenblocks verwendet Dr. Blume eine 10 mm Ostheosyntheseschraube mit 1,5 mm Durchmesser. Um den Block zu perfektionieren, bearbeitet er diesen final mit einer Diamantfräse, um daran anschließend mit großer Vorsicht eine Jason Membran und als zusätzliche Abdeckung des Augmentats eine L-PRF-Membran aufzubringen. Die beeindruckende OP beendete Dr. Blume mit dem Anlegen eines dichten und spannungsfreien Verschlusses des Weichgewebes mithilfe resorbierbarer Fäden.

  • Lisa Hoffmann von der botiss biomaterials GmbH.

  • Lisa Hoffmann von der botiss biomaterials GmbH.
Im darauffolgenden Teil der Veranstaltung präsentierte Dr. Blume auf einer Zeitachse unterschiedliche Patientenfälle, die mit autologen Knochenersatzmaterialien aus Knochenspänen, Beckenkamm oder Rippe versorgt wurden. In seinen aufmerksam beachteten Ausführungen zeigte er nicht nur Erfolge, sondern auch postoperative Röntgenbilder mit sichtbaren späten Resorptionen des Knochens von bis 60 Prozent. Dabei stellte er die leidenschaftliche Frage, ob autologer Knochen heute immer noch Goldstandard sei. Aufgrund seiner eigenen, langjährigen Erfahrung ist für ihn inzwischen der allogene Knochen das Material erster Wahl. Neben der Sicherheit für den Patienten und den geringeren Komplikationen kommt für ihn eine weitere Komponente hinzu: die digitalen Planungsmöglichkeiten. Mit den Daten aus der 3D-Volumentomografie ließen sich jetzt maßgefertigte Blöcke für jeden Patienten individuell planen und erstellen. Inwieweit die Hersteller von Biomaterialien die Zahnmediziner unterstützen können, zeigte im Anschluss Lisa Hoffmann von der botiss biomaterials GmbH. Zunächst ging sie auf die Herkunft der maxgraft bonebuilder ein. Das Knochengewebe stammt von humanen Lebendspendern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Nach der Entnahme wird der Femurkopf zur Gewebebank C+TBA (Cells + Tissue Bank Austria gGmbH), einer gemeinnützigen Organisation zur Versorgung von Chirurgen mit Allografts, geschickt. Dort entfernt man die Kortikalis und anschließend wird der Knochen chemisch prozessiert, sterilisiert, gefriergetrocknet und unter pharmazeutischen Bedingungen als Block bereitgestellt. Laut Frau Hoffmann genießen die Allografts bei den Patienten eine inzwischen höhere Akzeptanz gegenüber den autologen Materialien, da dem Patienten mit dem Einsatz von Allografts ein Zweiteingriff erspart bleibt und er dadurch weniger belastet wird.
  • Virtuelles 3D-Modell des Knochenblocks.
  • OP-Planungsübersicht.
  • Virtuelles 3D-Modell des Knochenblocks.
  • OP-Planungsübersicht.

  • Links im Bild Dr. Michael Back, der Moderator der Live-OP. Auf der Leinwand zu sehen, der mit einer Ostheosyntheseschraube befestigte Knochenblock.
  • Links im Bild Dr. Michael Back, der Moderator der Live-OP. Auf der Leinwand zu sehen, der mit einer Ostheosyntheseschraube befestigte Knochenblock.

Für die Planung und Anfertigung individueller Knochenblöcke werden die DVT-Daten mit ergänzenden Informationen vom Behandler im DICOM-Format an Botiss übermittelt. Danach erstellt Botiss ein 3D-Volumenmodell und in weiterer Abstimmung mit dem Kunden wird der Knochenblock abschließend mit einer CNC-Fräsmaschine produziert. Nach etwa vier Wochen liegt der fertige Block der Praxis vor. Zum Ende des Vortrags schilderte Frau Hoffmann noch einmal die Möglichkeiten, wie der bestmögliche Kontakt zwischen Knochen und dem maxgraft bonebuilder planbar ist. Mit dieser strukturierten Vorgehensweise würde das Einsetzen des Knochenblocks erleichtert und eventuelle Komplikationen von vorneherein ausgeschlossen. Zum Schluss gab es noch positive Feedbacks der Teilnehmer. Prof. Dr. Dr. Tim Krafft: „Der heutige Tag hat mir gezeigt, dass ich mit den Allografts viel Zeit und dem Patienten einiges an Schmerzen ersparen kann.“ Und Dr. Kai Höckl ergänzt: „Ich arbeite schon seit Jahren mit Allografts und ich denke, dass ich aus den Vorträgen und von der Erfahrung der Kollegen profitieren werde.“

maxgraft bonebuilder® ist ein eingetragenes Warenzeichen der botiss biomaterials GmbH

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WEITERE INFORMATIONEN:

Straumann GmbH
Heinrich-von-Stephan-Straße 21
79100 Freiburg
www.straumann.de


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