Veranstaltungen

Gemeinsam gegen verunreinigte Implantatoberflächen

Globales Gipfeltreffen 2021 der Botschafter der CleanImplant Foundation

25.04.2022

Dr. Dirk Duddeck (vorne links) leitete das CleanImplant Gipfeltreffen 2021 in Como (Italien). 21 Botschafter und Mitglieder des Scientific Boards aus 16 Ländern waren dort zusammengekommen.
Dr. Dirk Duddeck (vorne links) leitete das CleanImplant Gipfeltreffen 2021 in Como (Italien). 21 Botschafter und Mitglieder des Scientific Boards aus 16 Ländern waren dort zusammengekommen.

Die gemeinnützige CleanImplant Foundation hatte Anfang November 2021 die Mitglieder ihres wissenschaftlichen Beirats und internationale Experten zu einem globalen Gipfeltreffen eingeladen. 21 Botschafter aus 16 Ländern waren der Einladung zum wissenschaftlichen Dialog über aktuelle Studienergebnisse rund um die Themen verunreinigte Implantatoberflächen und periimplantäre Erkrankungen gefolgt. Das Treffen fand am Vorabend des DDS Global Congress 2021 im norditalienischen Como statt.

Die Stiftung war mit einem Stand in der Ausstellung des Kongresses der Digital Dentistry Society vor Ort, um implantologisch tätige Zahnärztinnen und Zahnärzte über die Sauberkeit von Implantatoberflächen als nachvollziehbares, klinisch relevantes Qualitätsmerkmal für Implantate zu informieren.

Prof. Tomas Albrektsson, Sahlgrenska Akademie Göteborg (Schweden), und Mitglied des CleanImplant Foundation Scientific Boards, betonte in seiner Online Key Lecture die Notwendigkeit, dass Hersteller ihre Implantate nicht nur steril, sondern auch frei von Fremdpartikeln zu liefern hätten. Denn: Die klinische Relevanz werksseitiger Verunreinigungen kann nicht mehr abgestritten werden.

Prof. Hugo de Bruyn, Universität Nijmegen (Niederlande), stellte Zwischenergebnisse einer aktuellen Studie, die eine mögliche Korrelation von Titanabrieb im periimplantären Gewebe und dem jeweiligen Periimplantitis-Status untersucht, vor.

„Verunreinigte Implantate sind leider weltweit ein Problem zahlreicher Hersteller, ob international namhaft oder nicht,“ weiß Dr. Dirk U. Duddeck, Gründer und Head of Research der CleanImplant Foundation. Er stellte die Ergebnisse einer kürzlich durchgeführten vergleichenden Studie von über 100 Implantaten unterschiedlicher Hersteller vor. Er fand auf den Oberflächen von Implantaten auch etablierter Hersteller signifikante Mengen von Schadstoffen aufgrund werkseitig bedingter Verunreinigung. Trotzdem hatten alle Implantatsysteme eine CE-Kennzeichnung oder Zulassung der FDA (U.S. Food and Drug Administration) erhalten.

  • Die „CleanImplant Trusted Quality“ Auszeichnung erhielt Dr. Ulrich Volz, CEO von SDS, von Dr. Dirk Duddeck, Gründer und Head of Research der CleanImplant Foundation für das Keramik-Implantatsystem SDS2.2 (von links).
  • Die „CleanImplant Trusted Quality“ Auszeichnung erhielt Dr. Ulrich Volz, CEO von SDS, von Dr. Dirk Duddeck, Gründer und Head of Research der CleanImplant Foundation für das Keramik-Implantatsystem SDS2.2 (von links).
    ©CleanImplant Foundation

Vor diesem Hintergrund war der Einblick in die Arbeit der FDA, den die Datenspezialistin und ehemalige FDA-Mitarbeiterin Madris Kinard Tomes, Pennsylvania (USA), per Livestream gab, sehr interessant. Beunruhigend sei, dass die Anzahl der problembehafteten Implantate rapide steige. „Das zeigt einmal mehr, dass die Notwendigkeit für das unabhängige Prüfsiegel der CleanImplant Foundation, gegeben ist“, so Dr. Duddeck, und weiter: „Wer als Anwender sicher sein will, sollte auf die Auszeichnung mit der „Trusted Quality Mark“ achten.“Dieses Siegel tragen zurzeit ausgewählte Implantatsysteme der Hersteller Biotech Dental, bredent medical, BTI, Camlog, Global D, medentis medical, MegaGen, Nobel Biocare, NucleOss, Sweden&Martina, Zirkon Medical und SDS. Die CeramTec Gruppe hat das „Certified Production Quality“-Siegel für Auftragsfertiger erhalten.

  • Nachweislich saubere Oberfläche des SDS2.2 Implantats im Rasterelektronenmikroskop (aus 400 REM Einzelbildern zusammengesetzte Darstellung des gesamten Implantats in höchster Auflösung).
  • Nachweislich saubere Oberfläche des SDS2.2 Implantats im Rasterelektronenmikroskop (aus 400 REM Einzelbildern zusammengesetzte Darstellung des gesamten Implantats in höchster Auflösung).
    ©CleanImplant Foundation

Für das Gipfeltreffen wurden ausschließlich Fördergelder der Clean-Implant Stiftung verwendet. Nur unabhängig von Industrieinteressen kann das Ziel eines offenen Dialogs erreicht werden, bei dem es um das kritische Reflektieren von Studienergebnissen und Produktversprechen geht.

„Als gemeinnützige Stiftung sehen wir uns verpflichtet, einen solchen Raum zu schaffen. Denn der Einfluss marktführender Hersteller auf die Inhalte wissenschaftlicher Kongresse hat mittlerweile weltweit überhandgenommen“, so Dr. Duddeck. So ging es zum Beispiel um Strategien zur Unterstützung von Medizinprodukteherstellern, die bei Herstellung und Verpackung ihrer Produkte kompromisslos höchste Qualitätsstandards einhalten, und darum, wie sich die Stiftung gegen Anfeindungen und ungerechtfertigte Klagen von Herstellern, die Implantate minderer Qualität liefern, verteidigen kann.


CleanImplant Foundation:

“Trusted Quality” Siegel für SDS2.2-Implantatsystem

Die CleanImplant Foundation hat das „Trusted Quality“ Siegel für erstklassige Oberflächenreinheit im Jahr 2021 drei Mal vergeben: Swiss Dental Solutions (SDS), ein Schweizer Hersteller von Keramikimplantaten, erhielt diese Auszeichnung nach einem unabhängigen Peer-Review Verfahren für sein zweiteiliges Implantatsystem SDS2.2.

„Patienten und Zahnärzte verdienen den objektiv transparenten Nachweis, dass nur saubere Medizinprodukte zum Einsatz kommen“ betonte Dr. Dirk U. Duddeck, Gründer und Head of Research der CleanImplant Stiftung. Am 15. Oktober 2021 überreichte er für die Clean-Implant Foundation das Qualitätszertifikat an Dr. Karl Ulrich Volz, Gründer und CEO von SDS. Die Verleihung fand während des ersten Joint Congress for Ceramic Implants (JCCI) vor einem internationalen Auditorium mit insgesamt 300 – davon 130 im Fortbildungszentrum anwesenden – Teilnehmern in Kreuzlingen, Schweiz, statt.

Die CleanImplant Foundation hat das „Trusted Quality” Siegel ins Leben gerufen, um Implantatsysteme mit einer erstklassigen Oberflächenreinheit* auszuzeichnen. Damit rückt die gemeinnützige Stiftung ein für Zahnärzte und Patienten nachvollziehbares, klinisch relevantes Qualitätsmerkmal für Implantate in den Vordergrund. „Die Auszeichnung mit dem CleanImplant Siegel beweist einmal mehr, dass SDS als Hersteller von Keramikimplantaten und als Verfechter einer biologischen Zahnheilkunde seinen hohen Qualitätsanspruch umsetzt“, so Dr. Volz.

* Die Qualitätsleitlinie des wissenschaftlichen Beirats der CleanImplant definiert: Die Implantatoberfläche gemessen von der Schulter bis zum Apex in einem Betrachtungswinkel von 120 Grad soll insgesamt weniger als zehn Fremdpartikel wie Kunststoffreste mit einer Größe von höchstens 50 ?m aufweisen (Duddeck DU, Albrektsson T, Wennerberg A, Larsson C, Beuer F. On the Cleanliness of Different Oral Implant Systems: A Pilot Study. J Clin Med. 2019;8(9)). Zudem muss die klinische Dokumentation des geprüften Implantatsystems eine Überlebensrate von mindestens 95 % über einen Zeitraum von mehr als zwei Jahren belegen. Das Prüfsiegel gilt für zwei Jahre und muss danach erneuert werden.


Aufruf zur Online-Umfrage für ZÄ, ZMP und DH – Studie zu Gingivawucherungen
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Prof. Dr. Christian Graetz et al., Universitätsklinikum Kiel, freuen sich über die Teilnahme an einer anonymisierten Umfrage. Zeitdauer ca. 10 Minuten. Die Studie untersucht, ob aus zahnmedizinischer Sicht eine adäquate Versorgung des o.g. Krankheitsbildes „gingivale Wucherungen“ vorliegt.