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Herausforderungen im ästhetischen Bereich

Dr. Iñaki Gamborena erläutert seine Vorgehensweise zur Maximierung der optimalen Ästhetik in Verbindung mit der Kieferorthopädie.
Dr. Iñaki Gamborena erläutert seine Vorgehensweise zur Maximierung der optimalen Ästhetik in Verbindung mit der Kieferorthopädie.

Hochkarätige Referenten haben die bisherigen Münchner Treffs zu einem besonderen Fortbildungsformat von Nobel Biocare gemacht. Nach „Langzeiterfolg der Ästhetik" mit Dr. Ueli Gründer und „Sicherheit der Augmentation" mit PD Dr. Dr. Markus Schlee, sprach 2016 Dr. Eugen Euwe über „Komplikationen und Misserfolge in der ästhetischen Implantologie". Für den 14. April 2018 konnte der Initiator und Moderator Dr. Christian Lex aus Nürnberg den Spanier Dr. Iñaki Gamborena gewinnen.

  • Für Dr. Gamborena sind Weichgewebstransplantate wichtig zur Erlangung einer perfekten Ästhetik.

  • Für Dr. Gamborena sind Weichgewebstransplantate wichtig zur Erlangung einer perfekten Ästhetik.
    © Nobel Biocare
Dr. Gamborena aus San Sebastián ist davon überzeugt, dass das ästhetische Ergebnis und das natürliche Aussehen der Zahn- und Implantatversorgung letztendlich von der Ausführung und den Kenntnissen des Teams abhängig sind. „Den ästhetischen Erfolg vorausschauend zu planen, stellt für das zahnärztliche Team eine große Herausforderung dar“, so Gamborena.

Wie er es schafft, sowohl bei Zähnen als auch an Implantaten ein harmonisches und langfristig hochästhetisches Ergebnis zu erzielen, dazu gab er den rund 40 Teilnehmern einen tiefen Einblick. Selbstverständlich war dennoch ausreichend Zeit für Fragen und Gespräche mit Referent und Kollegen.

Das Weichgewebekonzept

  • Dr. Christian Lex war von Beginn an maßgeblich am Fortbildungsformat „Münchner Treff“ beteiligt.

  • Dr. Christian Lex war von Beginn an maßgeblich am Fortbildungsformat „Münchner Treff“ beteiligt.
    © Nobel Biocare
Nach der Begrüßung durch Dr. Lex, der maßgeblich an diesem Fortbildungsformat beteiligt war und stets als Moderator dabei ist, ging es auch gleich in medias res. Als Prothetiker war Gamborena schon immer bestrebt, durch möglichst viel Volumen die Weichgewebeversorgung zu unterstützen und dadurch ideale Emergenzprofile und Anatomien zu erreichen. Heute setzt er kaum mehr ein Implantat ohne Bindegewebstransplantat, da er davon überzeugt ist, dass so am besten unauffällige Versorgungen erzielt werden. Im Folgenden ging es darum, diese Vorgehensweise den teils verblüfften Zuhörern näher zu bringen.

Das Konzept zielt darauf ab, die Dicke des Weichgewebes in der krestalen Position zu erhöhen. Denn ein schönes Emergenzprofil ist sehr wichtig für die spätere Ästhetik. Transplantiertes Weichgewebe wird oben auf dem Kieferkamm platziert. Das Gewebe entnimmt er aus dem Tuber maxillae, da es dort sehr fibrös und dicht ist. Zudem ist es dort für den Patienten weniger unangenehm als aus dem Gaumen. Je mehr Gewebe am Kieferkamm ist, desto konkaver kann das Design des definitiven Abutments sein. Wenn so transplantiert wird, dass rund um das Implantatlager ausreichend Weichgewebe zur Verfügung steht, dann kann ein fantastisches, stabiles Langzeitergebnis gewährleistet werden.

Allerdings sei es sehr anspruchsvoll, mit einem normalen Gingivaformer das Gewebe auf dem Kieferkamm zu fixieren und einen primären Wundverschluss durchzuführen. Aus diesem Grund wurde das Slim Abutment Konzept entwickelt. Es bietet mehr Raum für Transplantate, vor allem im Bereich der Papillen. „Heute benutze ich immer Slim Abutments, wenn ich mehr Gewebevolumen brauche – wenn beispielsweise der Knochen nicht genug Volumen liefert oder der Patient an dieser Stelle nicht ausreichend natürliches Weichgewebe hat. Das Slim Abutment schafft Raum und ermöglicht größere Weichgewebetransplantate genau dort, wo es am nötigsten ist – am Kieferkamm“, so der erfahrene Referent.

Beeindruckende Ergebnisse

Der Slim Gingivaformer wird als Pfosten benutzt, um das Weichgewebe dort zu stabilisieren, wo man es haben möchte. Es muss in der Chirurgie sichergestellt sein, dass das Transplantat sich nicht verschiebt. Um es zu vernähen helfen die Gingivaformer, einen perfekten primären Wundverschluss zu erzielen, ohne das Gewebe zu dehnen. Auf diese Weise werden perfekte ästhetische Ergebnisse erzielt. Von diesen hervorragend gelösten Fällen hatte Gamborena während des ganzen Tages unzählige präsentiert. Es wurde stets offenkundig, dass Schönheit dann erreicht wird, wenn das Ergebnis unauffällig ist und man nichts mehr von der Behandlung sieht. So fiel es oft schwer, den Unterschied zwischen einer Krone auf einem Zahn und einer Krone auf einem Implantat zu erkennen.

  • Ein 7 mm hoher Slim Gingivaformer wurde mit einem NobelParallel CC Implantat (3,5 × 13 mm) verbunden. Mit dem Slim Gingivaformer kann der Raum für Gewebetransplantate vergrößert und der primäre Wundverschluss erleichtert werden.
  • Ein Bindegewebetransplantat wurde dem Tuber maxillae entnommen und an der Position um den Slim Gingivaformer angenäht.
  • Ein 7 mm hoher Slim Gingivaformer wurde mit einem NobelParallel CC Implantat (3,5 × 13 mm) verbunden. Mit dem Slim Gingivaformer kann der Raum für Gewebetransplantate vergrößert und der primäre Wundverschluss erleichtert werden.
  • Ein Bindegewebetransplantat wurde dem Tuber maxillae entnommen und an der Position um den Slim Gingivaformer angenäht.

  • Situation drei Monate postoperativ.
  • Abschlussbild ein Jahr postoperativ.
  • Situation drei Monate postoperativ.
  • Abschlussbild ein Jahr postoperativ.

Konzept für Front- und Seitenzahnbereich

Gamborena präsentierte fantastische Ergebnisse sowohl bei Einzelzähnen als auch bei benachbarten Implantaten. Auch wenn die Ergebnisse bei Frontzähnen am wirkungsvollsten sind, hat er die Gingivaformer auch schon erfolgreich im posterioren Bereich benutzt, um Weichgewebe zu erhalten.

Doch auch bei Dr. Gamborena fragen die Patienten nach, ob sich eine Transplantation vermeiden lässt. Er gab deshalb den Tipp, den Patienten den Behandlungsplan zu erklären und eine Begründung für die vorgeschlagene Behandlung zu liefern: „Wenn Sie von dem was Sie tun überzeugt sind, dann spürt Ihr Patient das auch.“

Nach dem Eingriff kommt der Patient alle sechs Monate zum Recall. Regelmäßig werden Fotos gemacht, um zu sehen, wie sich das Gewebe verhält. Denn jeder Patient hat unterschiedliche genetische Voraussetzungen und eine völlig andere Immunreaktion. „Je mehr Patienten ich mit Weichgewebetransplanten behandle, umso mehr großartige Ergebnisse sehe ich. Beim Transplantieren von Bindegewebe ist die Zeit Ihr Verbündeter, weil sich die Ästhetik im Laufe der Zeit kontinuierlich verbessert.“

Chirurgisches Können

Slim Gingivaformer und die damit verbundenen Weichgewebetransplantate erfordern sicherlich ein gewisses Niveau an chirurgischem Können. Jedoch kann die Technik zur Erlangung des gesunden und unsichtbaren Frontzahnimplantates laut dem Weichgewebsspezialisten erlernt werden. Einen ersten Impuls dazu gab der Münchner Treff auf jeden Fall.

Es bleibt spannend, wer zum 5. Münchner Treff im Jahr 2020 eingeladen wird. Wir werden rechtzeitig berichten. 

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Weitere Informationen:

Nobel Biocare Deutschland GmbH
Stolberger Straße 200
50933 Köln
Tel. 0221 50085-150
E-Mail: fortbildung(at)nobelbiocare.com
www.nobelbiocare.com

Näheres zum Autor des Fachbeitrages: Carmen Bornfleth


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