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MKG Update 2018 in Wiesbaden

Ein Blick ins interessierte Auditorium – bis auf den letzten Platz gefüllt.
Ein Blick ins interessierte Auditorium – bis auf den letzten Platz gefüllt.

Bereits zum 9. Mal trafen sich Experten und Anwender auf einer gemeinsamen Plattform, um ihr Wissen und ihre Erfahrung in den Kontext der aktuellen Wissenschaft zu stellen. Kern des einzigartigen UPDATE-Konzeptes sind die Vorträge ausgewiesener Experten im Teilbereich des Fachgebietes, wie Tumortherapie, Dysgnathie-Chirurgie und Implantologie. Diese fassen den gegenwärtigen Stand der Literatur anhand der neuesten Publikationen zusammen und erörtern, teils unter konstruktiver Beteiligung des Publikums, ob eine Technik oder Lehrmeinung noch aktuell ist, oder ob es zum Paradigmenwechsel kommen muss. Die entspannte Atmosphäre des Kongressortes gab dem Ganzen einen angemessenen Rahmen.

Die Tagung begann mit Prof. Stefan Haßfeld‘s Ausführungen zum Thema „DVT-Bildgebung und 3D-Planung“. Es wurden Einsatzgebiete, Bildqualität und gleichermaßen die Indikationen in Trauma, Implantologie, Kieferorthopädie etc. erörtert. Der Bereich „Orale Medizin“ wurde von Prof. Daniel Baumhoer aus Basel bestritten. Er erläuterte dem Auditorium die Änderung der Nomenklatur und WHO-Klassifikation im Bereich der knöchernen Tumoren. Wichtigste Nachricht: Die Zysten sind zurück!

Tumortherapie und Dysgnathie-Chirurgie am Freitag

Einen spannenden und ordentlich recherchierten Vortrag auf aktuellstem wissenschaftlichen Niveau lieferte Prof. Torsten E. Reichert (Regensburg): State-of-the-Art in der Behandlung des oralen Plattenepithel-Karzinoms, chirurgische Therapiekonzepte und multimodale Therapiekonzepte im Wandel. Mit den kompromittierten Patienten beschäftigte sich Prof. Knut A. Grötz (Wiesbaden) und rief damit allen im Saal Anwesenden das kollektive Bewusstsein der Antiresorptiva-Behandlung in Erinnerung: Informieren Sie! Darüber hinaus verwies er auf die unlängst veröffentlichte S3-Leitlinie und diskutierte die Implantattherapie bei den Risikogruppen Bisphosphonat − Radiatio und den Knochenstoffwechsel hemmenden Medikamenten.

Prof. Dr. Alexander Hemprich (Leipzig) informierte das in Mehrzahl aus Nicht-Klinikern bestehende Auditorium über die bestehenden Spaltkonzepte und stellte die Frage, ob die Bildung von nationalen Spaltzentren der fokussierteren Ausbildung des chirurgischen Nachwuchses dienlich sei. Eines der sicherlich spektakulärsten Felder wurde einmal mehr von Prof. Dr. Frank Hölzle aus Aachen begangen: Komplexe, mikrovaskuläre Lappen in der rekonstruktiven Chirurgie. Die neuesten Fall- und Erfolgszahlen der verschiedenen Lappenvarianten wurden mit aktuellen Studien untermauert und durch beeindruckende OP-Bilder begleitet.

Weitere Hot Topics waren Prof. Dr. Andreas Neff aus Marburg, welcher den neuesten Stand bei Eingriffen im Bereich des Kiefergelenks zusammenfasste: Arthrozentese und Arthroskopie. Ebenfalls interessant für alle Interessierten waren die Auflistungen der diversen OP-Techniken und Behandlungsvarianten bei Diskusfunktionsstörungen und Osteoarthritis. Ein besonderes „Hot Topic“ bekamen die Zuhörer von Prof. Torsten W. Remmersbach (Leipzig) ans Herz gelegt, welcher das Thema Mundschleimhauterkrankungen und die Behandlung des oralen Lichen Planus, dessen Nachsorge und die oralmedizinische Vorfeld-Diagnostik noch einmal ins Licht rückte.

Implantologie am Samstag

Der Beginn des Samstagmorgens stand ganz im Zeichen der Implantologie: Allgemeinerkrankungen, Risikofaktoren, Implantattypen, Workflow zur Implantation, Problemfeld marginaler Knochen und Versorgung der ästhetischen Zone wurden von Prof Bilal Al-Nawas (Mainz) auf gewohnt sympathische und kompetente Art und Weise dargeboten. Augmentation, das wahre Lieblingsthema aller Implantologen: Prof. Dr. Hendrik Terheyden aus Kassel − unbestritten einer der Spezialisten auf dem Gebiet − referierte über Kieferkammaugmentation, Sinusbodenaugmentation und die „Alveolar Ridge Preservation“.

Ein Kontrastprogramm bot Prof. Dr. Jürgen Becker aus Düsseldorf mit seinem Dauerbrennerthema „Periimplantitis“. Diesmal berichtete er von Bekanntem (Langzeitergebnisse, Therapiekonzepte der Periimplantitis-Therapie, Zementreste als lokaler Risikofaktor etc.) und Außergewöhnlichem, wie Implantatfrakturen, und über neue Erkenntnisse beim Schreckgespenst Titanunverträglichkeit. Dass Dysgnathie-Chirurgie viele begeistert und fasziniert, wurde während des Vortrages von Prof. Dr. Johannes Kleinheinz aus Münster deutlich: Auch wenn es ein Expertenthema ist und bleibt, so wurde auf breiter Front über die Behandlungsabfolge und die damit verbundene Vorhersagbarkeit diskutiert.

„Traumatologie im Mittelgesicht“ ein bekanntes Thema, dennoch einer Auffrischung wert. Prof. Dr. Jürgen Hoffmann aus Heidelberg gab viel Information und Anregung zu Diagnostik und Therapie.

Die Veranstaltung schloss mit einem zahnärztlichen Thema: „Chirurgische Therapie von Rezessionen“. In einem klar strukturierten Vortrag stellte Prof. Dr. Anton Sculean aus Bern die aussagekräftigsten Studien der regenerativen und konventionellen Parodontal- Chirurgie der plastisch-ästhetischen Parodontal-Chirurgie gegenüber.

Fazit

Im alljährlich wiederkehrenden Fortbildungs- und Kongressreigen der interessierten und latent akademischen Schaulustigen sticht diese Fortbildung positiv heraus: Keine Selbstdarstellungsfeier einzelner Koryphäen, sondern eine zielführende Diskussion in der Grundwissen aktualisiert, mit aktuellem Kenntnisstand aufgefrischt und dank einer Vielzahl neuer Studien auf eine solide Basis gestellt wird.

Der eingangs erwähnte „Kern“ wird vom perfekt für jeden Teilnehmer aufbereiteten Fortbildungsordner mit Download erweitert, um aufmerksam und damit effektiv an dieser Veranstaltung teilzunehmen. 2019 können Sie sich wieder updaten…

Weitere Infos zum MKG Update 2019 am 1./2. Februar 2019 in Wiesbaden gibt es unter www.mkg-update.com

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Näheres zum Autor des Fachbeitrages: Dr. Jan-Friedrich Dehner


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