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DGCZ stellte Tagungsbestpreisträger der Sektion Informatik vor

Studien zur Digitalisierung preisgekrönt

30.10.2020

Scan-Bodies in regio 34 und 35 definieren die Implantatposition für die digitale Intraoral-Abformung.
Scan-Bodies in regio 34 und 35 definieren die Implantatposition für die digitale Intraoral-Abformung.

Auf dem 28. Masterkurs der DGCZ, der als Online-Symposium von 500 Teilnehmern international virtuell begleitet wurde, stellte Prof. Bernd Kordaß (Universitätsmedizin Greifswald), der Leiter der Sektion Informatik, die Tagungsbestpreisträger der diesjährigen Ausschreibung für wissenschaftliche Kurzvorträge zu computergestützten Verfahren in der Zahnheilkunde vor.

  • Dr. Alexander Schmidt aus Gießen.

  • Dr. Alexander Schmidt aus Gießen.
    © privat
Aufgrund herausragender Vorträge erklärte die Jury die folgenden Referenten und Mitautoren als Preisträger: Dr. Alexander Schmidt für das Thema „Einfluss von Fertigungstoleranzen unterschiedlicher intraoraler Scanbodies auf die Genauigkeit von Intraoralscans“, erarbeitet zusammen mit den Autoren Jan-Wilhelm Billig, Dr. Maximiliane Schlenz und Prof. Dr. Bernd Wöstmann von der Justus-Liebig-Universität Gießen.

  • Dr. Sebastian Ruge aus Greifswald.

  • Dr. Sebastian Ruge aus Greifswald.
    © privat
Ebenfalls ausgezeichnet wurde Dipl.-Math. Dr. rer. med. Sebastian Ruge für den Vortrag „CAD/CAM in der vorklinischen und klinischen Ausbildung“, vorbereitet vom Team Ruge und Prof. Bernd Kordaß, Universitätsmedizin Greifswald.

Scan-Bodies ohne Übertragungsdifferenzen

Innerhalb der letzten Jahre gewinnen implantatgetragene prothetische Versorgungen immer mehr an Bedeutung. Neben den konventionellen Abformmethoden werden zur Übertragung der Implantatposition zunehmend Intraoralscanner sowie intraorale Scan-Bodies verwendet. Studien belegen, dass Intraoralscans und Scan-Bodies nicht immer einen exakten passiven Sitz der finalen Versorgung gewährleisten. Schmidt et al. untersuchten die herstellungsbedingten Fertigungstoleranzen von verschiedenen Scan-Bodies und deren Einfluss auf intraorale Studien zur Digitalisierung preisgekrönt DGCZ stellte Tagungsbestpreisträger der Sektion Informatik vor Scans und deren Übertragungsgenauigkeit auf das Referenzmodell.

Bei der Vermessung verschiedener Scan-Bodies zeigten sich signifikante Unterschiede der Fertigungstoleranzen sowie Differenzen hinsichtlich der Genauigkeit zwischen analogen und digitalen Abformmethoden. Unterschiede bei der Übertragungsgenauigkeit der Scan-Bodies auf das Referenzmodell waren jedoch nicht signifikant. Innerhalb der langen Prozesskette bei der Fertigung von Implantat getragenem Zahnersatz bieten die Maßdifferenzen keine Beeinträchtigung für das Endergebnis, sollten aber im Blickpunkt künftiger Untersuchungen bleiben.

CAD/CAM in der klinischen Lehre

Die Digitalisierung schreitet in der Zahnmedizin und Zahntechnik schnell voran. Für eine universitäre Lehre ist es notwendig, diese Aspekte zu berücksichtigen. Zur Umsetzung der computergestützten Zahnmedizin werden heute Intraoralscanner zum Digitalisieren der zu versorgenden Zähne und zum Konstruieren und Fertigen der Versorgung (Inlays, Kronen, Brücken) aus Keramik oder Kunststoffen eingesetzt. Damit ist eine vollständige Behandlung bei „einfachen“ Indikationen nahe der Behandlungseinheit möglich (Chairside) – aber auch der Weg in die Zahntechnik wird für komplexe oder besonders hochwertige Arbeiten durch die abdrucklose Praxis (Labside-Fertigung) vereinfacht.

Ruge et al. untersuchte die Frage, welcher Workflow umsetzbar und so weit verbreitet ist, dass er gelehrt werden sollte. Demzufolge sollten CAD/CAM-Lehrinhalte möglichst nicht das Erlernen manueller Fertigkeiten ersetzen. Auf der anderen Seite bieten digitale Verfahren andere Sichtweisen und mehr objektive Kontrolle über die eigene Arbeit.

Die Autoren kamen zum Schluss, dass manuelle und digitale Techniken durch eine adäquate Ausbildung der Studierenden beherrscht werden müssen. Analoge und digitale Prozesse lassen sich gut kombinieren. Da in den meisten zahntechnischen Labors mit Computerunterstützung konstruiert und Werkstoffe verarbeitet werden, ist es erforderlich, dass der Zahnarzt in der Lage ist, Digitaldaten zu generieren. Ruge stellte in seinem Vortrag die computergestützte Behandlung in der vorklinischen und klinischen Ausbildung an der Universität Greifswald vor. Ein wichtiger Baustein hierbei ist die Chairside-Versorgung mit dem Projekt „Flying Dental CAD/CAM-Nurse“, in welchem spezielle Assistenzen den Workflow für Studierende und Zahnärzte umsetzen.

Online-Tagung der Sektion Informatik

Die für die nächste Session eingereichten Arbeiten zu „CAD/ CAM in der Zahnmedizin“ werden von den Autoren am 14. November 2020 vorgetragen im Rahmen einer Online-Konferenz der Sektion Informatik in der Deutschen Gesellschaft für Computergestützte Zahnheilkunde.

Angenommen wurden Arbeiten als Abstract und Fallpräsentationen mit folgender Gliederung:

  • Ziel der Untersuchung bzw. des Beitrags
  • Material und Methode, praktisches Vorgehen
  • Ergebnisse, Zusammenfassung

Der beste Beitrag wird von der Jury der DGCZ ermittelt und mit 500 Euro prämiert. Alternativ kann der Preisträger an einem Kurs der Digital Dental Academy Berlin kostenfrei teilnehmen.


Quelle:

DGCZ/DDA
Katharina-Heinroth-Ufer 1
10787 Berlin
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www.dda.berlin 


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