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Internationales Osteology Symposium überzeugt mit neuen Themen, neuen Referenten und neuen Formaten

Willkommen zur #nextREgeneration

Prof. Dr. Christoph Hämmerle, Dr. Maurício Araújo und Dr. Mariano Sanz (von links).
Prof. Dr. Christoph Hämmerle, Dr. Maurício Araújo und Dr. Mariano Sanz (von links).

Am letzten Aprilwochenende war Barcelona der Treffpunkt für alle, die sich für die orale Geweberegeneration interessieren. Zum 6. Internationalen Osteology Symposium trafen sich 2.800 Mund- und Kieferchirurgen, Implantologen und Parodontologen aus 70 Ländern zu Workshops, Vorträgen und Kursen. Unter dem Motto „The Next Regeneration“ bot der Kongress neue Themen, neue Formate und neue Referenten.

  • Im Workshop mit Prof. Istvan Urban ging es um die „sausage technique“.

  • Im Workshop mit Prof. Istvan Urban ging es um die „sausage technique“.
    © Carmen Bornfleth
Den wissenschaftlichen Vorsitz des Symposiums teilten sich Prof. Dr. Christoph Hämmerle (Schweiz) und Dr. Maurício Araújo (Brasilien). Zusammen mit der Osteology Foundation hatten sie ein wissenschaftliches Programm zusammengestellt, das alle Aspekte der oralen Regeneration abdeckte – da durfte selbstverständlich die nächste Generation von regenerativen Technologien nicht fehlen. Aber auch die nächste Generation der Zahnärzte stand in Barcelona im Fokus. Zum Kongressthema erläuterte Prof. Dr. Hämmerle: „Die Welt der Zahnmedizin entwickelt sich in vielerlei Hinsicht rasant. Einerseits ermöglichen Fortschritte in der Zahnmedizin, im biologischen Verständnis und im technischen Fortschritt die Verbesserung der Behandlungsplanung, der Patientenkommunikation, der Therapie, der rekonstruktiven Chirurgie sowie der Patientenversorgung. Diese Entwicklungen beeinflussen das Gebiet der oralen Geweberegeneration tiefgreifend. Zum anderen verändern sich die Behandler. Da die nächste Generation von Zahnärzten hauptsächlich aus Frauen besteht, wird das bisher noch übliche Modell „Einzelpraxis“ weniger werden oder gar ganz verschwinden. Die Zahl der Mehrbehandlerpraxen wird hingegen zunehmen, wobei diese teilweise von Dentalketten organisiert werden.

Dr. Araújo ist davon überzeugt, dass die Osteology heute dynamischer und interaktiver sein muss, um Informationen und Bildung zu vermitteln. Deshalb wurden verschiedene Sessions des Symposiums modernisiert. „Wir haben versucht, die Teilnehmer mit Neuheiten und Fortschritten zu begeistern, ohne dabei die Vorhersagbarkeit und Humanität zu vergessen.“

Die App „THE BOX“

  • In der Ausstellung war alles zur Regeneration zu finden.

  • In der Ausstellung war alles zur Regeneration zu finden.
    © Carmen Bornfleth
Ein Beispiel für eine interaktive Weiterentwicklung ist „THE BOX“ als App-Version – bisher gab es nur eine webbasierte Version der Plattform, die sich inzwischen über mehr als 10.000 User freut. Die Teilnehmer hatten während des Kongresses die Möglichkeit via App direkt Fragen an die Referenten zu richten. In der App sind zudem alle Abstracts der Referate, die eingereichten Poster sowie das Kongressprogramm zu finden. Als neues Feature ist auch eine Augmented Reality-Oberfläche integriert. Überall im Kongresszentrum waren Bilder zum Scannen versteckt. Als Mehrwert wurden auf dem Smartphone zusätzliche Informationen angezeigt.

DGI-Session

  • Prof. Dr. Ronald Jung sprach über den Kammerhalt in anterioren Bereichen.

  • Prof. Dr. Ronald Jung sprach über den Kammerhalt in anterioren Bereichen.
    © Carmen Bornfleth
Zum Auftakt des Kongresses gab es gleich am Donnerstagmorgen eine Session der DGI. Unter dem Motto „DGI-Update zur oralen Implantologie“ sprachen vor einem voll besetzten Plenum Prof. Ronald Jung (Zürich), Prof. Henning Schliephake (Göttingen) und Prof. Katja Nelson (Freiburg) über Abmessungen von Implantaten, Risikofaktoren und die Hartgewebeaugmentation. Auch der zweite Teil zur Weichgewebeaugmentation (Prof. Stefan Fickl, Würzburg), Restaurationen für zahnlose Kiefer (Prof. Michael Payer, Graz) und CAD/CAM-Arbeitsablauf (Prof. Florian Beuer, Berlin) traf auf sehr viel positive Resonanz, so dass man davon ausgehen darf, dass das nicht die letzte DGI-Session im Rahmen eines Osteology Symposiums war.

Ausverkaufte Workshops

Ansonsten war der Donnerstag für Osteology-Workshops, Partner-Workshops und das Industrie-Forum reserviert. Aus insgesamt 12 spannenden Workshop-Angeboten konnten die Teilnehmer auswählen. Die fünf praktischen Osteology-Workshops wurden von erstklassigen Spezialisten geleitet und waren sehr schnell ausverkauft. Die Teilnehmer waren offenkundig hochmotiviert, ihre praktischen Fähigkeiten zu verbessern und von den renommierten Kursleitern Tipps zu bekommen. Die Nachfrage nach dem Workshop mit Prof. Istvan Urban aus Budapest war sogar so groß, dass er am Nachmittag ein zweites Mal abgehalten wurde. Die Teilnehmer lernten im Kurs mehr über das von ihm angewandte Behandlungskonzept – die „sausage technique”. Aber auch aus den Workshops mit Prof. Ronald Jung, Dr. Isabella Rocchietta, Dr. Mario Roccuzzo und Prof. Dr. Anton Sculean nahmen die Teilnehmer sehr viele umsetzbare Tricks für die eigene Praxis mit.

  • Prof. Dr. Bilal Al-Nawas referierte über den 3D-Druck für Verfahren zur Knochenaugmentation.
  • Prof. Dr. William Giannobile heißt der nächste Präsident der Osteology Foundation.
  • Prof. Dr. Bilal Al-Nawas referierte über den 3D-Druck für Verfahren zur Knochenaugmentation.
  • Prof. Dr. William Giannobile heißt der nächste Präsident der Osteology Foundation.

Beeindruckende Posterausstellung

Die Diskussion über die nächste Generation von Technologien, Entwicklungen und Techniken zog sich durch das komplette wissenschaftliche Programm am Freitag und Samstag. Da kam auch die Berichterstattung über die neuesten Forschungsergebnisse nicht zu kurz. Einen wichtigen Anteil daran hatten auch die fast 300 Poster in der Posterausstellung. Der besondere Ansporn dazu: Die Autoren der sechs besten Abstracts aus der klinischen Forschung und der Grundlagenforschung durften die Inhalte ihres Posters am Freitag im Rahmen des Forschungsforums präsentieren.

Case Session und Wettbewerb

Als weiteres Novum gab es in Barcelona erstmals einen interaktiven Fallwettbewerb. „Jeder Kliniker hat die Möglichkeit, seine Fälle mit einem bestimmten Publikum zu teilen und sich mit Kollegen auszutauschen“, so Dr. Maurício Araújo. Im Vorfeld des Kongresses hatte die Osteology dazu aufgerufen, einen klinischen Fall bei THE BOX einzureichen und an der ersten „Case Competition“ teilzunehmen. Beachtliche 178 Fälle wurden für die sechs vorgegebenen Wettbewerbskategorien eingereicht. Die Jury bewertete die Fälle anhand des Ergebnisses, der Kreativität und Originalität der Behandlung sowie der biologischen Grundlagen der Technik. Die Gewinner jeder Wettbewerbskategorie wurden kostenlos für den Kongress registriert und durften ihren Fall in der Case Session am Freitagnachmittag einem Zielpublikum präsentieren. Auf die Frage nach der Fallsitzung sagte Araújo: „Mit diesem interaktiven Format hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, das Beste aus ihren Fällen herauszuholen. Sie teilten ihr Wissen und ihre Fachkenntnisse, diskutierten die Fälle mit Kollegen aus der ganzen Welt und ernteten Anerkennung für ihre hervorragende Arbeit. “

Blick nach vorne

  • Standen der Presse Rede und Antwort (von links): Prof. Dr. Christoph Hämmerle, Dr. Christian Schmitt, Pamela McClain, Dr. Mariano Sanz, Dr. Maurício Araújo und Prof. Dr. William Giannobile.

  • Standen der Presse Rede und Antwort (von links): Prof. Dr. Christoph Hämmerle, Dr. Christian Schmitt, Pamela McClain, Dr. Mariano Sanz, Dr. Maurício Araújo und Prof. Dr. William Giannobile.
    © Carmen Bornfleth
Vor 16 Jahren – im August 2003 – wurde die Osteology Foundation gegründet. Der seit 2009 amtierende Präsident der Stiftung, Dr. Mariano Sanz, ist stolz darauf, dass die zu Beginn formulierte Hauptaufgabe der Osteology Foundation, nämlich die Wissenschaft mit der Praxis auf dem Gebiet der oralen Regeneration zu verbinden, bis heute so gut funktioniere. Glücklich ist er vor allem darüber, dass die Stiftung unabhängig agieren kann. Seit dem letzten Symposium vor drei Jahren in Monaco haben sich relevante wissenschaftliche Fortschritte und Technologien ergeben. Deshalb hat die Osteology Foundation ihren Aktionsradius erheblich erweitert. So werden die Osteology Research Academy-Kurse inzwischen auch in Südamerika und Asien angeboten. Globale Kooperationen mit nationalen Verbänden oder wissenschaftlichen Vereinigungen machen es einfacher, die Aus- und Weiterbildungsprogramme der Stiftung weiterzuentwickeln und weltweit anzubieten Denn das internationale Interesse ist riesengroß, wie auch der große Teilnehmerkreis aus allen Kontinenten der Welt deutlich machte.

Einen Blick in die Zukunft wagte Prof. Dr. William V. Giannobile, der ab Juni 2019 der neue Präsident der Osteology ist: „Die Osteology ist die einzige Stiftung weltweit, die sich ausschließlich mit der Regeneration befasst. Unser großes Ziel ist es, jeden Zahnarzt zu erreichen. Für 2020 haben wir sechs nationale Symposien geplant. Da wir jedoch Jeden erreichen wollen und nicht Jeder die Möglichkeit hat zum Symposium zu kommen, müssen wir noch stärker an interaktiven Online-Angeboten und in Netzwerken arbeiten.

Fazit

Von Anfang bis Ende ein beeindruckender Kongress in der Hauptstadt Kataloniens. Der Wechsel des Veranstaltungsortes hat dem Format auf keinen Fall geschadet – und das Motto war nicht nur zeitgemäß formuliert, sondern auch umgesetzt! Wo und wann genau das nächste Internationale Osteology Symposium stattfinden wird, steht noch nicht fest. Sicher ist jedoch, dass der Dreijahres- Rhythmus eingehalten werden soll – d.h. Sie können sich heute schon auf 2022 freuen. Wir halten Sie auf dem Laufenden!  


Weitere Informationen:

Osteology Stiftung
Landenbergstr. 35
CH-6002 Luzern
www.osteology.org

Näheres zum Autor des Fachbeitrages: Carmen Bornfleth


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