Abformung

Digitale Abformung, digitaler Workflow, Implantat, monolithisches Zirkoniumdioxid

Digitaler Workflow: Herstellung einer 10-gliedrigen, rein Implantat getragenen, verschraubten monolithischen Zirkoniumdioxid-Brücke

Abb. 1. Die 10-gliedrige monolithische Zirkoniumdioxid-Brücke nach dem Schleifen im CAD/CAM-System. Grünzustand vor Farbmodifikation durch Infiltration.
Abb. 1. Die 10-gliedrige monolithische Zirkoniumdioxid-Brücke nach dem Schleifen im CAD/CAM-System. Grünzustand vor Farbmodifikation durch Infiltration.

Heute ist es möglich, eine totale Oberkiefer-Brücke auf Implantaten ohne analoge Abformung zu fertigen. Auch eine Bissnahme ohne physische Modelle ist möglich. Nach der Einheilung der Implantate wird zunächst ein CAD/CAM gefertigtes Provisorium aus Kunststoff eingegliedert. Zur Fertigung der definitiven Arbeit wird mit einem Intraoralscanner ein neuer digitaler Datensatz erstellt.

In dem hier vorgestellten Patientenfall wurden zuerst Scanbodies (Biodenta, CH-Berneck) auf die fünf Implantate geschraubt. Anschliessend wurde der Ober- und Unterkiefer digital abgeformt bzw. gescannt. Der Zeitaufwand hierfür beträgt heute etwa 30 Sekunden pro Kiefer. Zum Schluss wird die eine Hälfte des Provisoriums auf der einen Seite eingesetzt und der Biss so digital auf der zahnfreien Seite registriert (Dauer hierfür 10 Sekunden). Die Software setzt dann Ober- und Unterkiefer in der richtigen Relation zusammen. Am Bildschirm wird die 10-gliedrige Brücke vom Zahntechnischen Labor designed (www.dentaldigital.ch).

  • Abb. 2: Auf die fünf Implantate werden digitale Abformpfosten/Scanbodies (Biodenta®, CH-Berneck) aufgeschraubt. Nach der digitalen Abformung (Trios®, 3Shape, DK-Kopenhagen) ist die exakte Implantatposition im digitalen Datensatz bestimmt.
  • Abb. 3: Das Kunstoffprovisorium ist mehrere Male gebrochen und musste repariert werden. Eine monolithische Zirkoniumdioxidbrücke ist das Mittel der Wahl bei hohen Kaukräften. Zur Bissnahme wurde das Provisorium in der Mitte bei 1+1 getrennt und nur die eine Hälfte eingesetzt. Auf der anderen Seite konnte dann der digitale Biss genommen werden.
  • Abb. 2: Auf die fünf Implantate werden digitale Abformpfosten/Scanbodies (Biodenta®, CH-Berneck) aufgeschraubt. Nach der digitalen Abformung (Trios®, 3Shape, DK-Kopenhagen) ist die exakte Implantatposition im digitalen Datensatz bestimmt.
  • Abb. 3: Das Kunstoffprovisorium ist mehrere Male gebrochen und musste repariert werden. Eine monolithische Zirkoniumdioxidbrücke ist das Mittel der Wahl bei hohen Kaukräften. Zur Bissnahme wurde das Provisorium in der Mitte bei 1+1 getrennt und nur die eine Hälfte eingesetzt. Auf der anderen Seite konnte dann der digitale Biss genommen werden.

  • Abb. 4: Am Bildschirm wird die Brücke auf die vorgegebene Implantatposition – mit der idealen Kontur, Okklusion und Artikulation – aufgestellt. Ein Datensatz des Provisoriums kann übernommen werden, was die Aufstellung erleichtert.
  • Abb. 5: Eine erste Farbmodifikation des Zirkoniumdioxids wird durch Pigmentinfiltration im Grünzustand erzielt. Das Bild zeigt die Situation nach dem Dichtsintern. Als nächster Schritt der Farbgebung bzw. Individualisierung werden Farbpigmente aufgebrannt. Zum Schluss wird glasiert.
  • Abb. 4: Am Bildschirm wird die Brücke auf die vorgegebene Implantatposition – mit der idealen Kontur, Okklusion und Artikulation – aufgestellt. Ein Datensatz des Provisoriums kann übernommen werden, was die Aufstellung erleichtert.
  • Abb. 5: Eine erste Farbmodifikation des Zirkoniumdioxids wird durch Pigmentinfiltration im Grünzustand erzielt. Das Bild zeigt die Situation nach dem Dichtsintern. Als nächster Schritt der Farbgebung bzw. Individualisierung werden Farbpigmente aufgebrannt. Zum Schluss wird glasiert.

  • Abb. 6: Im Labor sollten immer nur drei Abutments in die Brücke eingeklebt werden. Zur Erlangung einer möglichst spannungsfreien Brücke werden die restlichen zwei Abutments intraoral verklebt.
  • Abb. 7: Damit kein Kompositzement (Multilink Implant®, Ivoclar Vivadent, Ellwangen) in die Schraubenöffnungen fliesst, werden diese kurzzeitig mit Teflon verschlossen. Die Abutments sind sandgestrahlt und wurden mit einem Phosphatmonomer (Monobond plus®, Ivoclar Vivadent) behandelt.
  • Abb. 6: Im Labor sollten immer nur drei Abutments in die Brücke eingeklebt werden. Zur Erlangung einer möglichst spannungsfreien Brücke werden die restlichen zwei Abutments intraoral verklebt.
  • Abb. 7: Damit kein Kompositzement (Multilink Implant®, Ivoclar Vivadent, Ellwangen) in die Schraubenöffnungen fliesst, werden diese kurzzeitig mit Teflon verschlossen. Die Abutments sind sandgestrahlt und wurden mit einem Phosphatmonomer (Monobond plus®, Ivoclar Vivadent) behandelt.

Als Mittel der Wahl hat sich bei uns in diesen Fällen monolithisches Zirkonumdioxid bewährt. Durch das partielle intraorale Zementieren einzelner Abutments wird die Brücke weitestgehend spannungsfrei eingesetzt. Bei diesem Vorgehen können idealerweise mögliche Zementreste extraoral entfernt werden. Die einzelnen Schritten sind in den Abbildungen 1 bis 14 dargestellt.

  • Abb. 8: Sollten während der Einprobe die sandgestrahlten Abutments und Innenflächen der Zirkoniumdioxid-Brücke verunreinigt worden sein, können mit der Reinigungsflüssigkeit Ivoclean® (Ivoclar Vivadent) sämtliche Oberflächen optimal für den Phosphatmonomer-Haftvermittler vorbereitet werden.
  • Abb. 9: Auch die Zirkoniumdioxidbrücke wurde sandgestrahlt und mit Phosphatmonomer (Monobond Plus) behandelt. Nachdem die Schrauben bei den bereits verklebten Implantaten angezogen wurden, werden Zementüberschüsse aus den Schraubenöffnungen entfernt.
  • Abb. 8: Sollten während der Einprobe die sandgestrahlten Abutments und Innenflächen der Zirkoniumdioxid-Brücke verunreinigt worden sein, können mit der Reinigungsflüssigkeit Ivoclean® (Ivoclar Vivadent) sämtliche Oberflächen optimal für den Phosphatmonomer-Haftvermittler vorbereitet werden.
  • Abb. 9: Auch die Zirkoniumdioxidbrücke wurde sandgestrahlt und mit Phosphatmonomer (Monobond Plus) behandelt. Nachdem die Schrauben bei den bereits verklebten Implantaten angezogen wurden, werden Zementüberschüsse aus den Schraubenöffnungen entfernt.

  • Abb. 10: Nach dem Entfernen der Brücke können Zementüberschüsse einfach extraoral entfernt werden. Zudem besteht die Möglichkeit, sämtliche Zementfugen optimal zu ergänzen und zu polieren.
  • Abb. 11: Bei der digitalen Bissnahme wurden Ober - und Unterkiefer zusammen erfasst, wobei im Oberkiefer das Provisorium nur auf der Gegenseite eingesetzt wurde. Dass auch digitale Schleimhautabformungen im Alltag bereits äußerst präzise funktionieren, zeigt die Okklusionskontrolle. Hier sind die Markierungen auf dem Unterkiefer vor dem Einschleifen abgebildet.
  • Abb. 10: Nach dem Entfernen der Brücke können Zementüberschüsse einfach extraoral entfernt werden. Zudem besteht die Möglichkeit, sämtliche Zementfugen optimal zu ergänzen und zu polieren.
  • Abb. 11: Bei der digitalen Bissnahme wurden Ober - und Unterkiefer zusammen erfasst, wobei im Oberkiefer das Provisorium nur auf der Gegenseite eingesetzt wurde. Dass auch digitale Schleimhautabformungen im Alltag bereits äußerst präzise funktionieren, zeigt die Okklusionskontrolle. Hier sind die Markierungen auf dem Unterkiefer vor dem Einschleifen abgebildet.

  • Abb. 12: Die Schrauben werden nach kontrollierter Spannung zuerst mit Teflon bedeckt. Der Verschluss erfolgt mit einer lichthärtenden Kunststofffüllung.
  • Abb. 13: Die fertige Arbeit auf fünf Implantaten (Biodenta® Bone Level Tapered, CH-Berneck) im Übersichtsröntgenbild.
  • Abb. 12: Die Schrauben werden nach kontrollierter Spannung zuerst mit Teflon bedeckt. Der Verschluss erfolgt mit einer lichthärtenden Kunststofffüllung.
  • Abb. 13: Die fertige Arbeit auf fünf Implantaten (Biodenta® Bone Level Tapered, CH-Berneck) im Übersichtsröntgenbild.

  • Abb. 14 : Die fertige Arbeit im Lippenbild des zufriedenen Patienten. Auch ohne Sinterkeramik kann mit hochstabilem monolithischem Zirkoniumdioxid ein ansprechendes Erscheinungsbild erzielt werden.
  • Abb. 14 : Die fertige Arbeit im Lippenbild des zufriedenen Patienten. Auch ohne Sinterkeramik kann mit hochstabilem monolithischem Zirkoniumdioxid ein ansprechendes Erscheinungsbild erzielt werden.

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Näheres zum Autor des Fachbeitrages: Dr. Urs Brodbeck - Mark Kabashi

Bilder soweit nicht anders deklariert: Dr. Urs Brodbeck , Mark Kabashi


Nach drei gelungenen Events mit über 350 Teilnehmer findet die nächste Tagung am Institut für Anatomie der Universität Jena statt. Die Teilnehmer erwarten Aktuelles aus der Implantologie im zahnmedizinischen Zusammenhang.

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