Implantate


Implantatplanung – nun noch einfacher

Das neue Planungstool für die kombinierte Auswahl aller Komponenten pro Implantat.
Das neue Planungstool für die kombinierte Auswahl aller Komponenten pro Implantat.

In der Vergangenheit hat Dr. Jan-Friedrich Dehner über die digitale Implantatplanung und die praktische Umsetzung berichtet. Bisher hat er mit exoplan 3.0 Galway aus der exocad-Familie in seiner Praxis die erzeugten Planungsdaten (DICOM aus DVT und STL) aus dem Intraoralscanner genutzt. In diesem Jahr gab es nun eine komplette Neuauflage von exoplan und im Jahr 2022 von DentalCAD mit dem Versionsnamen „3.1 Rijeka“. Über die Innovationen und den neuen Workflow berichtet er nachfolgend.

Exoplan 3.1 Rijeka, exocads aktuellste Softwareversion für Implantatplanung und Bohrschablonendesign, bietet zahlreiche neue Features. Die neuen Features helfen, noch zügiger die Entscheidungen zu treffen, fassen Arbeitsschritte sinnvoll zusammen und bringen damit vor allem eines: Geschwindigkeit. Anhand einiger einfacher Beispiele möchte ich nun beschreiben, welche Innovationen mir aufgefallen sind und warum ich diese besonders nützlich finde.

Arbeitsvorbereitung

  • Abb. 1: Die Schnellplanung bringt schnellen Einblick in die Gesamtsituation.

  • Abb. 1: Die Schnellplanung bringt schnellen Einblick in die Gesamtsituation.
    © Dr. Dehner/Exocad
Anders als in der Vergangenheit ist es nun möglich, OK und UK auf einmal zu planen. Somit finden sich bei einer umfassenden Versorgung alle Implantate in einem Fall – der jeweilige Kiefer wird im Bedarfsfall aktiviert. Auf gleicher Ebene habe ich eine weitere neue Option entdeckt: Die Schnellplanung ermöglicht es, rasch – am besten schon im Patientengespräch – den Fall zu visualisieren (Abb. 1) und gegebenenfalls später in die vollständige Planung zu überführen (Abb. 2).

  • Abb. 2: Die Schnellplanung ermöglicht eine Visualisierung in wenigen Handgriffen.

  • Abb. 2: Die Schnellplanung ermöglicht eine Visualisierung in wenigen Handgriffen.
    © Dr. Dehner/Exocad
Dazu wurde das passgenaue Einfügen der virtuellen Abdrücke und CT-Prothesenscandaten beschleunigt. Auch die Einstellung der Arbeitsoberfläche ist ab sofort individualisierbar. Die präferierte Kombination der Ansichten, Ausschnitte und Fenster kann nun frei gewählt werden.

Die bisher bisweilen mühsame Mandibularkanalmarkierung wurde vereinfacht oder kann ganz übersprungen werden. Genauso wie das bereits bekannte Sinus-Modul, mit dem man den Sinus maxillaris markieren kann, um sich und dem/der Patienten/-in die Perforation des Sinusbodens zu ersparen.

Diese „Kollision“ kann akzeptiert werden, wenn ein Sinuslift geplant ist. Mit einem direkten Button lassen sich fast schon intuitiv zu jedem Zeitpunkt Screenshots machen, welche dann in die entsprechenden Protokolle überführt werden können.

Implantatplanung

  • Abb. 3: Das neue Planungstool für die kombinierte Auswahl aller Komponenten pro Implantat.

  • Abb. 3: Das neue Planungstool für die kombinierte Auswahl aller Komponenten pro Implantat.
    © Dr. Dehner/Exocad
Die für mich wichtigste Erneuerung hat bei der eigentlichen Implantatplanung stattgefunden: In einem Bedienfenster lassen sich zeitgleich Implantate, chirurgische (Bohrhülsen und Fixierpins) und prothetische Komponenten auswählen, die für alle weiteren Implantatpositionen übernommen werden. Das spart Klicks und damit Zeit sowie Nerven (Abb. 3). Schön ist auch, dass im Implantatplanungsreport alle Änderungen eingearbeitet sind und auch die Screenshots darin übernommen werden.

Bohrschablonendesign

Hier könnten weitere Oberflächen eingefügt werden, um die Bohrschablone präziser zu gestalten: Dies ist vor allem im zahnlosen Oberkiefer wichtig, bei dem es um die Anpassung einer gescannten Totalprothese geht. Zu guter Letzt steht das Bohrprotokoll oder Surgical Report: Hier werden nun – und das ist die Neuerung – auch für Straumann BLX Full Guided-Anwender alle Bohrsequenzen und aufwendigen Protokolle im Detail dargestellt. So lassen sich sämtliche Unsicherheiten vermeiden.

Fazit

Eine überraschende Menge an Innovationen und neuen Workflows, die zeigen, dass das Entwicklerteam die Wünsche der Anwender berücksichtig hat. So sind effiziente Werkzeuge und Workflows entstanden, die den Anwender durch den digitalisierten Arbeitsvorgang begleiten. Effizienter, da viele Klicks gespart werden.

Näheres zum Autor des Fachbeitrages: Dr. Jan-Friedrich Dehner