Implantologie allgemein

Eine klinische Fallstudie

Sofortimplantation und Rekonstruktion: Ein vollständig digitaler Workflow

Camlog Guide System.
Camlog Guide System.

Diese klinische Fallstudie beschreibt einen vollständig digitalen Workflow – von der Sofortimplantation bis zur finalen Rekonstruktion. Der Patient kam mit einem externen Granulom in der Front in die Praxis. Der Ersatz des Frontzahns erfolgte unter Verwendung des Carestream Dental CS 3600 sowie der smop Planungssoftware und der exocad Software.

Ausgangssituation

Ein 54-jähriger Patient wurde an unsere Praxis überwiesen und stellte sich mit einem externen Granulom an Zahn 21 vor. Die parodontale Situation des Patienten war unauffällig.

Erstuntersuchung

Bei der Erstuntersuchung wurden Fotos der intraoralen und extraoralen Situation sowie ein intraorales Röntgenbild, ein DVT-Scan und ein Scan des Oberkieferund Unterkiefer-Zahnbogens mit dem CS 3600 Intraoralscanner inklusive Bissregistrierung angefertigt (Abb. 1 bis 3).

  • Abb. 1: Klinische Ausgangssituation.
  • Abb. 2: Röntgenbild der Ausgangssituation.
  • Abb. 1: Klinische Ausgangssituation.
  • Abb. 2: Röntgenbild der Ausgangssituation.

  • Abb. 3: Intraoralscan der Ausgangssituation..
  • Abb. 3: Intraoralscan der Ausgangssituation..

Digitale Planung

Die .PLY-Datei des CS-3600-Scans wurde als virtuelles Wax-up in die Meshmixer Software importiert. Für die virtuelle Extraktion von Zahn 21 wurde die Datei modifi ziert und im .STL-Format exportiert. Anschließend wurde die .STL-Datei als fi nales digitales Modell in die smop Software importiert, um die Implantatinsertion zu planen und die Bohrschablone zu konstruieren (Abb. 4 bis 6).

  • Abb. 4: Implantatplanung in smop mit Überlagerung der Daten von DVT- und intraoralem Scan.
  • Abb. 5: Virtuelle Extraktion des Zahns 21 zur Konstruktion und Anfertigung der Bohrschablone.
  • Abb. 4: Implantatplanung in smop mit Überlagerung der Daten von DVT- und intraoralem Scan.
  • Abb. 5: Virtuelle Extraktion des Zahns 21 zur Konstruktion und Anfertigung der Bohrschablone.

  • Abb. 6: Export der .STL-Daten von Scankörper, Modell und Wax-up zur Herstellung der provisorischen Krone.
  • Abb. 6: Export der .STL-Daten von Scankörper, Modell und Wax-up zur Herstellung der provisorischen Krone.

Als Nächstes erfolgte die Planung des Implantats (Camlog) für Zahn 21 in der smop Software, einschließlich Planung der verschraubten Krone und virtuellen Konstruktion der chirurgischen Bohrschablone.

Die Position des Implantates resp. des virtuellen Scankörpers, das Ober- als auch Unterkiefermodell wie auch die virtuell konstruierte Bohrschablone wurden anschließend als .STL Dateien exportiert.

Im nächsten Schritt wurde die Bohrschablone mithilfe eines 3-D-Druckers von Stratasys (Modell Eden 260; Material: MED 610) angefertigt. Die Daten wurden dann in die exocad Software importiert und die PMMA-Krone entworfen. Die gefräste provisorische PMMA-Krone wurde anschließend mit einem Titanabutment verklebt (Camlog, Wimsheim) (Abb. 7 bis 9).

  • Abb. 7: Import der .STL-Daten von Scankörper, Modell und Wax-up in die exocad Software.
  • Abb. 8: Vorgefertigte provisorische Krone.
  • Abb. 7: Import der .STL-Daten von Scankörper, Modell und Wax-up in die exocad Software.
  • Abb. 8: Vorgefertigte provisorische Krone.

  • Abb. 9: Die Bohrschablone wurde im 3-D-Drucker angefertigt.
  • Abb. 9: Die Bohrschablone wurde im 3-D-Drucker angefertigt.

Behandlung

Nach Extraktion des Zahns wurde mithilfe der gedruckten smop Schablone ein 13 mm langes Implantat (Camlog Conelog, Ø 4,3 mm) inseriert. Der bukkale Defekt wurde mit einem bovinen Knochen-Kollagen-Granulat (Bio-Oss® Collagen, Geistlich) aufgefüllt. Der Lappen wurde reponiert und die provisorische Krone aufgeschraubt (Abb. 10 bis 13).

  • Abb. 10: Extraktion des Zahns 21.
  • Abb. 11: Insertion des Implantats (Camlog Conelog) mithilfe des Camlog Guide Systems.
  • Abb. 10: Extraktion des Zahns 21.
  • Abb. 11: Insertion des Implantats (Camlog Conelog) mithilfe des Camlog Guide Systems.

  • Abb. 12: Endgültige Platzierung der provisorischen verschraubten Krone.
  • Abb. 13: Vorher-Nachher-Vergleich der Behandlung.
  • Abb. 12: Endgültige Platzierung der provisorischen verschraubten Krone.
  • Abb. 13: Vorher-Nachher-Vergleich der Behandlung.

Zur perioperativen Versorgung gehörte eine Antibiotikatherapie mit Amoxicillin und Clavulansäure für eine Woche sowie Behandlung mit 0,2 % Chlorhexidin und Mefenamin. Eine Woche nach der Implantatinsertion wurden die Nähte entfernt.

  • Abb. 14: Intraorale Situation und Röntgenbild bei der Nachsorge.
  • Abb. 15: Endgültige Restauration nach 12 Wochen.
  • Abb. 14: Intraorale Situation und Röntgenbild bei der Nachsorge.
  • Abb. 15: Endgültige Restauration nach 12 Wochen.

Nach 12 Wochen schloss der überweisende Zahnarzt die Restauration durch Platzieren der definitiven Krone ab (Abb. 15).

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Näheres zum Autor des Fachbeitrages: Dr. Beat R. Kurt

Bilder soweit nicht anders deklariert: Dr. Beat R. Kurt


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