Interviews

Prof. Dr. Peter Eickholz

Acht Fragen an

12.06.2013

Prof. Dr. Peter Eickholz
Prof. Dr. Peter Eickholz

Seit 2004 ist Prof. Eickholz Direktor der Poliklinik für Parodontologie des Zentrums der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (Carolinum) der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt. Seine Hauptarbeitsgebiete sind die Diagnostik und Therapie der Furkationsbeteiligung, computerunterstützte Röntgendiagnostik, regenerative Parodontitistherapie, lokale Antibiotikatherapie sowie Langzeitergebnisse nach Parodontitistherapie und der Einfluss von Risikofaktoren. Zudem ist er Präsident der Deutschen Gesellschaft für Parodontologie.

Vier Fragen an Prof. Dr. Peter Eickholz

Warum haben Sie den Beruf des Zahnarztes ergriffen?

Was hätte ich vor gut 30 Jahren am liebsten studiert? Geschichte, Kunst oder Archäologie. Was hat das mit Zahnmedizin zu tun? Manchmal erinnert mich meine Arbeit schon an eine archäologische Ausgrabung. Zahnmedizin erschien mir damals als ausgewogene Mischung von feinmotorischer Herausforderung und realistischer Berufsperspektive. Meine Entscheidung wurde im ersten Semester in Köln auf eine harte Probe gestellt, aber jetzt bin ich selbst für die Ausbildung von Zahnmedizin-Studierenden verantwortlich und muss sehen, deren Interesse an einem Studienabschluss mit dem Interesse unserer Gesellschaft an qualifizierten Zahnärzten in Einklang zu bringen. Das ist nicht immer ganz einfach.

Würde Ihre Berufswahl heute wieder gleich aussehen?

Unter gleichen Voraussetzungen ja. Das, was ich mache, macht mir meistens Spaß und ist sehr abwechslungsreich. Die Wahl war also nicht so schlecht. Aber der Weg zu meiner aktuellen Tätigkeit war nicht nur von autonomen Entscheidungen und eigener Initiative bestimmt. Manchmal muss man zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Wenn die Rahmenbedingungen ungünstig sind, nützt alles Wissen und Können wenig. Vielleicht wäre ich ja heute auch ein glücklicher Archäologe, wenn ich mich anders entschieden hätte.

Wo sehen Sie in der zahnärztlichen Ausbildung die wesentlichen Herausforderungen?

Zum einen müssen die Ausbildungsinhalte der aktuellen Erkrankungsprävalenz angepasst werden. D. h. weniger mechanistisch-restaurative Zahnheilkunde, sondern mehr präventiv-medizinische Inhalte. Weniger Zahntechnik, mehr Zahnmedizin. Mit dem Entwurf der neuen Approbationsordnung für Zahnmedizin sind wichtige Weichen dafür gestellt, aber leider ist die noch nicht verabschiedet und das liegt natürlich am lieben Geld. Und da bin ich schon bei der anderen Herausforderung: Die Qualitätsstandards der Ausbildung aufrecht zu halten bei chronischer Unterfinanzierung der Universitäten durch die Bundesländer und dabei noch „Spitzenforschung“ zu leisten. Alles soll exzellent sein, aber kosten darf es natürlich nichts.

Welches sind die herausragenden Problemfelder bei der Behandlung Ihrer Patienten?

Der 4. Deutschen Mundgesundheitsstudie (DMS IV) zufolge gibt es in Deutschland etwa 10 Millionen behandlungsbedürftige Fälle schwerer Parodontalerkrankungen. Noch Fragen?

 

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