Abrechnung

Abrechnungstipp

3D-Planung in der täglichen Implantologie – Wie wird abgerechnet?

In den beiden geschilderten, exemplarischen Patientenfällen (zahnloser Oberkiefer

sowie Unterkieferfreiendsituation) wären zu Beginn der Behandlung folgende

Leistungen als Vorbehandlung möglich:

Begonnen wird mit einer Untersuchung nach GOZ Position 001 (eingeh. Untersuchung). Alternativ hierzu sind die Position GOÄ 6 (Untersuchung des stomat. Organsystems) oder die Position 800 (funktionsanalytischer Befund) möglich. Die Positionen GOZ 007 (Vitalitätsprüfung), GOZ Position 400 (PA-Status) sowie diverse Röntgenaufnahmen nach den GOÄ-Positionen 5000 (Einzelaufnahme) bzw. Ä5004 (OPG) werden zur Befundaufnahme und Planung benötigt. Die 3D-Scans werden mit der Gebührenposition GOÄ 5370 mit anhängigem Zuschlag Ä5377 berechnet. Für die Beratungen, welche sicherlich im Laufe der Behandlung mehrfach anfallen, stehen die Positionen GOÄ 1 oder die Position GOÄ 3, sowie die Position GOZ 619 (Beratung/Anweisung bei Dysfunktion) zur Verfügung. Denkbar wäre bei diesem Behandlungsumfang und der sich daraus ergebenden nachhaltig lebensverändernden Situation, eine Beratung nach GOÄ 34 (Beratung, lebensbed. Krankheiten, mind. 20 Min.).

lone wird wiederum nach § 9 GOZ berechnet. Eine Honorarleistung für das Anlegen der Schiene zum Röntgen könnte nach § 6 Abs.2 analog berechnet werden. Hier ist denkbar, die GOZ Position 700 heranzuziehen, wobei Leistungen nach § 6 Abs.2 praxisindividuell ermittelt werden müssen. Sollten Alternativplanungen erstellt werden, sind die GOZPositionen 002/ 003 auch mehrfach berechenbar. Zu Beginn der Behandlung wurden die Zähne extrahiert. Diese Leistung finden wir in den Positionen GOZ 300 bis GOZ 302, je nach Art und Aufwand. Die notwendigen begleitenden Anästhesien werden nach den Positionen 008 (Oberflächenanästhesie), 009 (Infiltrationsanästhesie) sowie GOZ 010 (Leitungsanästhesie) berechnet. Bereits für diesen Behandlungsabschnitt sollte der Faktor angemessen kalkuliert werden. Für das folgende Einsetzen einer Interimsprothese im Oberkiefer steht uns in der GOZ die Position 522 zur Verfügung. Hierbei wäre zu erwähnen, dass die vorangegangenen Abformungen mittels individuellem Abformlöffel oder auch individualisiertem konfektionierten Abformlöffel nach der Position GOZ 517 (ind. Löffel), bei funktioneller Abformung nach GOZ 518, berechnet werden. Die extrahierten Zähne wurden zur Herstellung der Prothesen im Labor radiert, somit zzgl. der anfallenden Material- und Laborkosten. Für den nun folgenden Aufbau der Sinus Maxillaris haben wir verschiedene Berechnungsmöglichkeiten zur Verfügung. Der Sinuslift kann analog gemäß § 6 Absatz 2 GOZ berechnet werden. Hierzu ist eine nach Art, Kosten und Zeitaufwand entsprechende Leistung heranzuziehen. Folgende Verrichtungen sind zu bestimmen: Präparation des Knochendeckels der fazialen Kieferhöhlenwand zur Eröffnung der Kieferhöhle, Präparation der Schneider'schen Membran und Verschluss der Kieferhöhle. Diese können ebenso auch in selbständigen Einzelleistungen in Ansatz gebracht werden. Hier bieten sich folgende Positionen an:

In der planerischen Phase wären folgende Gebührenkomplexe möglich:
Modelle nach GOZ 006 (Modelle OK, UK) zzgl. der anfallenden Material- und Laborkosten sind in diesem Behandlungsfall sicherlich Grundlage. Werden diese im Vorfeld einartikuliert und diagnostisch ausgewertet, sind funktionstherapeutisch die Positionen GOZ 808 (Modelldiagnose) oder bei dreidimensionaler Auswertung die Pos. GOZ 601 (Methoden zur Analyse) abrechenbar. Des weiteren sind für das Erstellen der diversen Behandlungspläne die Positionen GOZ 002 bzw. GOZ 003 möglich. Die Gesamtplanung der Implantate, Anzahl und Lage pro Kiefer mittels Schablone und Röntgenaufnahmen erfolgt unter der Berechnung der Position GOZ 900, jeweils für den Ober- und Unterkiefer. Die hierfür benötigte chirurgische Schab-

GOÄ Position Ä2386 (Schleimhauttransplantat) für die Schneider`sche Membran, sowie Ä1467 (OP. Eröffnung der Kieferhöhle) in Verbindung eventuell mit der Gebührennummer GOÄ 1479 (Ausspülen der Kieferhöhle). Die Lagerbildung mit der Position Ä 2730 sowie das Verpflanzen von Knochen wird mit der Position Ä2255 berechnet. Die partielle Vestibulumplastik Gebührenposition Ä2675 (Vest. Plastik) kommt je Kieferhälfte/Frontzahngebiet zum Ansatz. Für das Einbringen einer Membran empfiehlt sich die Position GOZ 413 (chir. Verbreit. der Gingiva) analog zu liquidieren. Im Hinblick auf das Zielleistungsprinzip empfiehlt sich bei der Rechnungsstellung der Hinweis auf die verschiedenen selbständigen Behandlungsschritte. In der zweiten chirurgischen Phase folgt die Insertion der Implantate mit der GOZ Gebührennummern 901 (präp. Knochenkavität), 902 (Überprüfung Implantatkavität) sowie die Position 903 (Einbringen des Implantates) je Pfeiler. Wobei die Position 902 durchaus mehrfach pro Implantatkavität anfallen kann. Denkbar wäre, zusätzlich die Gebührennummer GOÄ 2675 für die Vestibulumsplastik, je OP-Gebiet, zu berechnen. Materialkosten zu den Leistungen nach GOÄ sind zusätzlich nach § 10 GOÄ in Rechnung zu stellen. Hierbei wäre auch zu erwähnen, dass in der GOÄ das OP-Set sowie das Nahtmaterial nach § 10 GOÄ zusätzlich berechnet werden kann.

Suprakonstruktion

Bei der anschließend durchzuführenden Suprakonstruktion fallen neben den BEB-Leistungen für die Abformungen die Position GOZ 517/518 an. Die Abformmaterialien nach § 4 Abs. 3 GOZ bitte zuzüglich berechnen. Funktionsanalytische/funktionstherapeutische Maßnahmen werden nach GOZ 800 - 810 berechnet. Diese Leistungen kommen im Laufe des Behandlungsfalls voraussichtlich mehrfach zum Ansatz. Für das Auswechseln der Sekundärteile ist die Position 905 pro Implantatpfeiler, je Sitzung, in Ansatz zu bringen. Für die teleskopierenden Abutmentaufsätze kommen die Positionen GOZ 504 zzgl. GOZ 508 zur Rechnungsstellung. Die zu überbrückende Spanne mit der Position 507. Im dargestellten Beispiel des Unterkiefers können die eingesetzten Kronenabutments nach GOZ 500, ggf. 501, berechnet werden. Die ersetzenden Zähne werden nach GOZ 507, wiederum je Spanne, berechnet. Erwähnenswert ist noch, dass für die Einproben des Zahnersatzes die Pos. 405 je Implantat berechenbar ist, für das Reinigen der Implantatstümpfe. Für das abschließende OPG kommt die GOÄ 5004 zum Ansatz. Auch die möglichen OP-Zuschläge in der GOÄ, wie z. B. das OP-Mikroskop mit der Berechnung Ä440 sowie der Zuschlag Ä 441 für die Anwendung eines Lasers müssen individuell berücksichtigt werden. Bitte beachten Sie, dass die genannten Analogpositionen nur eine Empfehlung sind. Jede Analogposition sollte praxisindividuell kalkuliert werden. Zur Ermittlung eines angemessenen Honorars empfiehlt sich als Grundlage den HOZ-Basiswert zu berücksichtigen. Bei derart hochwertigen Implantatarbeiten wäre um die Wertschöpfung Ihrer Leistung zu gewähren, eine exakte Ermittlung der Faktoren im Hinblick auf die Wirtschaftlichkeit durchzuführen.

Anwendungsbeispiel Unterkiefer

Für die Planung des Behandlungsfalles stehen uns die gleichen Möglichkeiten wie beim bereits beschriebenen Anwendungsfall im Oberkiefer zur Verfügung. Für die im Unterkiefer eingebrachten Implantate stehen auch die Positionen GOZ 901, GOZ 902 und GOZ 903 zur Verfügung. Für das zusätzliche Verwenden einer Hilfsschablone im Unterkiefer wird i. d. R. die vorhandene Röntgenschablone verwendet. Hier kann die Position GOÄ 2700 (Anlegen von Hilfsteilen) berechnet werden. Wichtig ist hier, den Steigerungssatz individuell zu kalkulieren. Im Verlauf der Nachsorge bitte die begleitenden GOZLeistungen wie GOZ 329 (Wundkontrolle) sowie GOZ 330 (Nachbehandlung) und GOÄ 2007 (Entfernen von Fäden) mit liquidieren.

Freilegen der Implantate

Nach erfolgter Osseointegration können für das Freilegen der Implantate die Pos. 904, je Pfeiler, berechnet werden. Zusätzlich könnte hierbei die Position Ä 2381 zzgl. anhängigem Zuschlag Ä442 zum Ansatz kommen. Für die post operativ erbrachte Übersichtsaufnahme kann die Position Ä5004 berechnet werden.

Näheres zum Autor des Fachbeitrages: Martina Weidinger-Wege

Bilder soweit nicht anders deklariert: Martina Weidinger-Wege


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