Abrechnung


Gebührenrecht aktuell: Implantologische Leistungen - Teil 1 -


Sie fragen sich ob die erste Verordnung zur Änderung der Gebührenordnung für Zahnärzte, mehr oder weniger für Ihre Praxis „bringen“ wird. Wird Ihr Ziel einer freiberuflichen Berufsausübung mit unbürokratischen Rahmenbedingungen und einem leistungsgerechten Honorar auf Grundlage der GOZ 2012 nun endlich erreichbar sein? Was ergibt die Analyse der Gebührenordnung?

Wesentliches Ziel der Novellierung ist es, die in der Vergangenheit häufig aufgetretenen gebührenrechtlichen Streitfälle durch eine Überarbeitung des Gebührenverzeichnisses zu klären. Darüber hinaus wurden in einigen Leistungsbereichen neue Gebührenpositionen aufgenommen (z. B. bei den implantologischen Leistungen), um eine indikationsgerechte zahnärztliche Versorgung abzubilden [1].

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Die Anzahl der Leistungen wurde von 10 auf 21 Gebührennummern mehr als verdoppelt. Die Gebührennummern 900 bis 909 werden wie folgt verändert. Folgende sechs der zehn bisherigen Leistungen werden aus dem Gebührenverzeichnis entfernt: Die Gebührennummern 902 (Implantatschablone), 903 (Einbringung Implantat), 906 (Präp. Gerüstimplantat), 907 (Einsetzen Gerüstimplantat), 908 (Entfernen Gerüstimplantat) und 909 (Eins. Nadelimplantat) werden aus dem Gebührenverzeichnis gestrichen.

Die vier verbleibenden Leistungen werden inhaltlich präzisiert: 9000 (Implantatbezogene Analyse), 9010 (Implantatinsertion), 9040 (Implantat Freilegung) und 9050 (Auswechseln Aufbauelement).

Die Gebührennummern 9020 (KFO Implantat), 9060 (Reparatur Sekundärteil) und 9090 (Knochengewinnung) werden mit neuem Inhalt in das Gebührenverzeichnis aufgenommen.

Die Gebührennummern 9030, 9070 und 9080 bleiben im neuen Abschnitt K unbesetzt.

Die Gebührennummern 9003 (Orientierungsschablone) und 9005 (Navigationsschablone) werden neu in das Gebührenverzeichnis aufgenommen.

Zwölf neue Gebührennummern 9100, 9110, 9120, 9130, 9140, 9150, 9160 und 9170 sowie für OP-Zuschläge die Gebührennummern 0500, 0510, 0520 und 0530 werden in Abschnitt K und L des Gebührenverzeichnisses aufgenommen [2]. Die Bewertung von sieben, mit bisherigen Leistungen des Abschnittes K vergleichbaren Gebührennummern, wurde um 18,52 bis zu 209,52 % erhöht.

Die Gebührennummer 9050 „Entfernen und Wiedereinsetzen sowie Auswechseln eines oder mehrerer Aufbauelemente bei einem zweiphasigen lmplantatsystem während der rekonstruktiven Phase“ wird um 2,19 % gesenkt. 14 neue Leistungen sind mit bisherigen Leistungen des Abschnittes K nicht vergleichbar. Die Bewertung dieser Gebührennummern ist bisher im Rahmen der Analogberechnung erfolgt. Die Bewertung der neuen Leitungstexte und Bestimmungen in Abschnitt K und L werden im Folgenden dargestellt.

Allgemeinen Bestimmungen - Abschnitt K

Die Allgemeinen Bestimmungen vor Abschnitt K werden neu gefasst, um einige in der Anwendung der GOZ bisher strittige Anwendungsfragen zu klären und die gesondert berechnungsfähigen Materialien von den mit den Honoraren abgegoltenen Materialien abzugrenzen. Zu den gesondert berechnungsfähigen Materialien gehören auch die im Rahmen einer Geweberegeneration verwendeten Membranen.

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Im Jahr 2009 wurde ein durchschnittlicher Steigerungsfaktor von 2,28 und 2,38 des Gebührensatzes bei den Leistungen nach den Gebührennummern 700 und Ä2700 bemessen. Die Leistung nach der Gebühren- nummer 9005 bildet die Nutzung einer speziellen Schablone für die Einbringung des Implantats in den Kieferknochen ab. In Erweiterung zur Leistung nach der Gebührennummer 9003 bildet die Leistung nach Gebührennummer 9005 die Anwendung einer auf dreidimensionale Daten gestützten Schablone (Navigations- oder chirurgische Führungsschablone) ab. Hierbei wird zusätzlich zu der o. a. prothetischen Positionierung des Implantates das individuelle Knochenangebot exakt berücksichtigt, sodass diese Art der Schablone z. B. die Tiefenpositionierung und Winkelstellung des Implantates im Knochenlager vorgibt [1].

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Wegfallende Leistungen schaffen Volumen für neue Leistungen

Um das vorgegebene Volumen nicht zu übersteigen, musste sich das Ministerium damit beschäftigen, welche Leistungen nicht oder nicht mehr gebraucht werden. Dazu hat man sich der Statistik bedient. Nicht medizinische Notwendigkeiten bedingen Leistungen in einem Gebührenverzeichnis, das der Verordnungsgeber erlässt, sondern die Statistik und die Kassenlage. Die ist aber chronisch schlecht, wie auch das Ergebnis der Bemühungen. Dem Streichdiktat zum Opfer gefallen sind 25 Leistungen der GOZ alt [3].

Teil 2 lesen Sie in der März-Ausgabe.

 


Weitere Informationen:

Die Abrechnungshinweise sind vom Autor nach ausführlicher Recherche im Januar 2012 erstellt worden. Eine Haftung und Gewähr wird ausgeschlossen. Letztendlich kann nur der Behandler die erbrachten Maßnahmen entsprechend bewerten.

Näheres zum Autor des Fachbeitrages: Dr. Eckhard Meiser

Bilder soweit nicht anders deklariert: Dr. Eckhard Meiser



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