Abrechnung


Wie wird abgerechnet?

Welche Positionen kommen, bei der im Fachartikel "Zielsicheres Therapieren als Basis für kosmetisch anspruchsvolle Ziele" von Dr. Lara Müller aus Landsberg am Lech beschriebenen Behandlung zum Ansatz?

In der Therapiephase, bei der Ermittlung der Anzahl der zu inserierenden Implantate wären folgende Positionen denkbar:


Beginnend mit einer vollständigen körperlichen Untersuchung des stomathognaten Systems nach der Gebührennummer Ä6. Denkbar wäre auch die Position der GOZ 001 in Verbindung mit der Position Ä3 (Beratung mind. 10 Minuten Dauer). Begleitend wäre die Position GOZ 400 (PAR-Status) sowie die Position GOZ 007 (Vitalitätsprüfung) empfehlenswert.  


Bei der 3-D-Diagnostik stehen hier die Positionen Ä 5370 mit dem Zuschlag Ä 5377 zur Verfügung. Modelle nach GOZ 006 sind bei diesem Umfang notwendig, hierzu denkbar im Vorfeld funktionstherapeutisch die Position GOZ 808 oder alternativ die Position GOZ 601.

Die Gesamtplanung erfolgt unter der Berechnung der Position GOZ 900.


Die Herstellung der chirurgischen Schablone ist nach §6 Abs. 2 der GOZ analog zu berechnen. Hier empfiehlt sich die GOZ Position 700 heranzuziehen, wobei Leistungen nach § 6 Abs.2 praxisindividuell ermittelt werden sollte. Die Vorbereitungen für das Sofortprovisorium wären unter Umständen nochmals die Position Z 006 (Situationsmodell beider Kiefer obligatorisch denkbar zur Planung sowie zur Definition des Provisoriums).

Möglicherweise kommt ein sogenanntes „Wax-up“ zum Ansatz, welches dann mit der Gebührennummer GOZ 808 erneut berechnungsfähig ist, zuzüglich der anfallenden Laborkosten nach BEB.

Zu beachten ist, dass die Materialkosten für die Abformung nach § 4 Abs. 3 sowie die Abformung mit individualisierten konfektionierten Löffeln die Position 517 mit anhängiger BEB Position auslösen.

Die chirurgische Phase

Zur Extraktion kommen die begleitenden Anästhesieleistungen nach der Gebührenordnung für Zahnärzte, die Gebührennummern 008 (Oberflächenanästhesie), 009 (Infiltrationsanästhesie) und unter Umständen die Position GOZ 010 (Leitungsanästhesie) zum Ansatz. Hier sind nach der Gebührenordnung für Zahnärzte keine Materialkosten berechenbar (siehe GOZ §4 Abs. 3).

Die Extraktion erfolgt abhängig von Art und Aufwand nach den GOZ-Positionen 300 bis 303. Um der sogenannten „Socket-Prevention“ Rechnung zu tragen, sollte hier der Faktor nach betriebswirtschaftlichen Grundlagen exakt ermittelt werden. Eine Vereinbarung nach § 2 Abs. 1/ 2 GOZ über die Gebührenhöhe sollte gegebenenfalls für diesen Therapieabschnitt in Erwägung gezogen werden.

Die Insertion der acht XIVE-Implantate erfolgt nach den Position GOZ 901 (Präparieren einer Knochenkavität), GOZ 902 (Einsetzen einer Implantatschablone) sowie Position GOZ 903 (Einbringen eines enossalen Implantats). Für das Einsetzen der OP-Schablone kann die Pos. Ä2700 (Stütz-, Halte-, Hilfsvorrichtung) berechnet werden.

Zu beachten ist, dass die Parallelisierungspins in der operativen Phase die Position GOZ 902 (Einsetzen einer Implantatschablone) unter Umständen auch mehrfach auslösen. Dies sollte bei der Rechnungsstellung begründet werden.
Die Positionen GOZ 901 und 903 sind pro Implantatpfeiler für die Insertion der Implantate ansatzfähig. Für die sogenannte “Ausformung des Weichgewebes“ kämen die Positionen Ä 2442 (Implantation alloplastischen Materials) sowie ggf. die Position Ä 2730/Ä2732 (Aufbaumaßnahmen des Alveolarfortsatzes) sowie die Position Ä2382 (schwierige Hautlappenplastik) mit dem anhängigen Zuschlag Ä444 zum Tragen.

Hierbei bitte nicht vergessen nach § 10 GOÄ das verwendete Nahtmaterial, das OP-Set sowie die Implantate und das xenogene Material zu berechnen.
Empfehlenswert ist, unmittelbar unter der Position, die nach der Gebührenordnung für Ärzte zum Ansatz gebracht wird, das berechenbare Material auszuweisen.

Die rekonstruktive Phase

In der anschließenden rekonstruktiven Phase wären folgende Positionen denkbar:

Für die Abformung die Position 517 (Abformung mittels individuellem Löffel) pro Abdruck und die Position GOZ 905 (Auswechseln eines Sekundärteils) für das Wechseln der Aufbauten pro Implantat. Die angefertigte provisorische Brücke ist als GOZ Position 708 (Langzeitprovisorium je Pfeiler) und die Position GOZ 709 (Langzeitprovisorium je Spanne) zu berechnen. Hinzu kommen die anfallenden Laborkosten nach § 9 der GOZ. Bitte die Wundkontrolle, die in diesem Zusammenhang durchgeführt wird, nach GOZ 329 (Kontrolle nach chirurgischem Eingriff) pro OP-Gebiet in Ansatz bringen. Anfallende Einschleifmaßnahmen werden nach GOZ Position 404 (Beseitigung grober Vorkontakte) abgerechnet.

Die notwendigen Kontrolluntersuchungen werden wiederum nach der GOZ-Position 329 (Wundkontrolle), sowie 330 (Nachbehandlung nach chirurgischem Eingriff) je nach Art angesetzt. Für das Entfernen der Nähte steht die Position Ä2007 (Entfernen von Fäden) pro OP-Gebiet zur Verfügung.


Unter Umständen wäre eine Oberflächenanästhesie nach der GOZ Position 008 zusätzlich möglich.

Die prothetische Versorgung

Nach einer Einheilzeit von fünf Monaten könnten folgende Positionen in Ansatz gebracht werden:

Die Pos. GOZ 001 (eingehende Untersuchung) - alternativ die Position GOÄ6 (vollständige Untersuchung des stomathognaten Systems). Die Beratung nach der Gebührenordnung Ä1/ Ä3.

Nach dem Entfernen des Provisoriums kommt die Position GOZ 405 (Entfernen harter und weicher Beläge) für das Reinigen der Implantatstümpfe zum Ansatz. Das Auswechseln der TempBase-Aufbauten löst die Berechnung der Position GOZ 905 (Auswechseln Sekundärteile) pro Implantatpfeiler aus. Die Kontrolle mittels Periotest wird mit der Position GOZ 401 (Anwendung elektromechanischer Verfahren) je Kieferhälfte/Frontzahngebiet berechnet.

Für die primäre Abformung wäre die Positionen GOZ 517 (anatomische Abformung mittels individuellem Löffel) je Abformung denkbar. Bitte auch hier an die anhängige BEB-Position denken! Dies gilt auch bei der Abformung mit den Transfer Caps. Die Herstellung des danach eingesetzten individuellen Löffels erfolgt gleichsam unter Beachtung der Position GOZ 517.

Bitte beim Faktor-Handling auf Art und Aufwand der Leistung achten! Erwähnenswert ist hierbei, dass die Materialkosten nach §4 Abs. 3 zu berechen sind. Diese haben einen bedeutsamen Wert im Hinblick auf die Rechnungsstellung.

Die im Verlauf der Behandlung durchgeführten Situationsabformungen sind nach den Gebührennummern GOZ 006 (Situationsmodell beider Kiefer) sowie 005 (Situationsmodell eines Kiefers) zum Ansatz zu bringen. Bei der Komplexität der Behandlung bitte immer den Faktor individuell berechnen. Hier empfiehlt sich unter Umständen eine abweichende Vereinbarung nach § 2/1 bzw. Abs. 2 der Gebührenordnung für Zahnärzte.
Diese ist im Vorfeld der Behandlung zu treffen und muss dem Patienten ausgehändigt werden.

Bei den folgenden Einproben wäre wieder die Pos. GOZ 405 (Entfernen harter und weicher Beläge) pro Implantat berechenbar. Für das erneute Wechseln der Sekundärteile pro Pfeiler die Position 905 (Auswechseln eines Sekundärteiles) der Gebührenordnung für Zahnärzte. Der Einsatz des Einsetzschlüssels sollte in die Faktorberechnung mit einfließen.

Für die durchgeführten gnathologischen Leistungen stehen uns die Positionen 800 bis 810 je nach Art und Aufwand zur Verfügung. Diese stellen bei der Berechnung einen erheblichen Teil der betriebswirtschaftlichen Kostenstunde der durchgeführten Behandlung dar und sollten individuell ermittelt werden.

Für den definitiven Zahnersatz haben wir die Positionen GOZ 501 (Brückenanker) bzw. die GOZ-Position 221(Kronenanker) sowie die Position GOZ 507 (Brückenspanne) zur Verfügung. Die abschließende Röntgenaufnahme wäre unter der Position Ä 5000 (pro Einzelaufnahme) bzw. Ä5004 (bei OPG) abzurechnen.

In einer Folgesitzung wäre die Position GOZ 619 (Beratung zur Beseitigung schädlicher Gewohnheiten und Dysfunktionen) denkbar, um den Patienten ausführlich über Pflege und Anwendung seiner Arbeit aufzuklären.

Um die Wertschöpfung dieser hochwertigen Arbeit betriebswirtschaftlich sicherzustellen sollten alle Positionen individuell auf die Faktorberechnung geprüft werden. Dies sollte sich im BEB Preisniveau widerspiegeln.

Näheres zum Autor des Fachbeitrages: Martina Weidinger-Wege



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