Abrechnung

Abrechnungs-Tipps, Rezessionsdeckung

Wie wird eine Rezessionsdeckung abgerechnet?

Im vorgenannten Beispiel der Rezessionsdeckung mittels Emdogain und einem Bindegewebstransplantat könnte man exemplarisch folgende Abrechnungspositionen zum Ansatz bringen:

Bei der Erstuntersuchung der 22 jährigen Patientin wären folgende Voruntersuchungen denkbar:
Die GOZ Pos. 001 (eingeh. Untersuchung) alternativ hierzu die Position Ä6 (Untersuchung des stomatognathen Systems), die GOZ Position 400 (PAR-Plan), die GOZ Position 007 (Vitalitätsprüfung), GOÄ 5000 (Einzelröntgenaufnahme), sowie die GOÄ Positionen Ä5004 (OPG). Ein Funktionsstatus wäre mit der Position GOZ 800 berechenbar. Im Kassenbereich stehen uns die Positionen 01, 04 Ä1 sowie die anhängigen Röntgenleistungen nach Ä925a- Ä935d zur Verfügung. Für die Planung der Behandlungstherapie wären denkbar die Position GOZ 006 (Situationsmodelle), GOZ 002 für die Erstellung eines Kostenvoranschlages und die Positionen Ä1, Ä3 bzw. 619 für diverse Beratungen. Die durchgeführten Mundhygieneunterweisungen könnten nach den GOZ Positionen 100 (Mundhygieneunterweisung), 101 (Kontrolle Übungserfolg) sowie er Position 619 (Beratung bei Dysfunktionen) berechnet werden. Die regelmäßigen Kontrollen werden nach den Abrechnungsbestimmungen nach 101, max. 3 x jährlich berechnet.
Alternativ steht hier die Position Ä3 (Beratung, das gewöhnliche Maß übersteigend) zur Verfügung. Weiterhin besteht die Möglichkeit die Prophylaxeleistungen analog nach § 6/2 zu berechnen.

Bei der darauf folgenden chirurgischen Behandlung wären die notwendigen Anästhesien nach GOZ 008 (Oberflächenanästhesie), 009 (Infiltrationsanästhesie), sowie 010 (Leitungsanästhesie) ansatzfähig, im Bereich der gesetzlichen Krankenversicherung haben wir die Positionen Bema 40 und 41a. Bitte beachten Sie die Abrechnungsbestimmungen der einzelnen Anästhesieleistungen, um eine adäquate Honorierung Ihrer Leistungen zu gewährleisten. Der in der operativen Sitzung durchgeführte koronale Verschiebelappen wäre mit der GOÄ Position Ä2382 mit anhängigem OP-Zuschlag Ä443 zu berechnen. Dies wäre auch in der Bema mit der Position 59 möglich. Das hierfür entnommene Bindegewebstransplantat des Gaumens wird mit der Position Ä2386 im GOÄ Bereich ebenso wie im BEMA Bereich, als getrennte eigene Leistung berechnet. Das Konditionieren der Wurzeloberfläche wäre mit den Positionen GOZ 405 (Entfernen weicher Beläge) sowie die Position 407 (subg. Konkremententfernung) zu verrechnen. Denkbar wäre auch die Position 409. Die parodontale Regeneration mit Emdogain ist eine Behandlungsmethode, die erst nach Inkrafttreten der GOZ '88 neu entwickelt wurde. Deshalb kann für die Berechnung dieses Verfahrens der § 6 Abs. 2 GOZ herangezogen werden.
Als analoge Gebührenposition kann z. B. die GOZ-Nr. 411 je Parodont herangezogen werden. Die Höhe des Steigerungsfaktors sollte nach § 5 Abs. 2 GOZ angemessen bestimmt werden. Das Material kann laut den GOZ-Bestimmungen zur GOZ-Nr. 411 zusätzlich berechnet werden.
Der anschließende, zusätzliche eigenständige Spaltlappen wird in einem getrennten OP-Gebiet nach der Position Ä2381 berechnet, wobei beachtet werden muss, dass ein Spaltlappen grundsätzlich Leistungsinhalt chirurgischer Eingriffe ist. Die einhergehende Vestibulumplastik wird nach der Position Ä 2675 berechnet. Falls diese Positionen in Kombination herangezogen werden sollte, fällt nach der gültigen GOÄ der höchst bewerte OP-Zuschlag einmalig an. In diesem Falle wäre es die Position Ä 444 aufgrund der berechneten Position Ä2675.
Wichtig wäre in diesem Fall bei der Rechnungsstellung das Hervorheben der einzelnen OP-Gebiete sowie die Selbständigkeit der einzelnen Leistungen im Hinblick auf das Zielleistungsprinzip. Um die Wertschöpfung dieser komplexen Behandlungsvariante zu gewährleisten, sollte die Höhe des Steigerungsfaktors nach § 5 Abs. 2 GOZ angemessen bestimmt werden. Für die Überschreitung des 3,5-fachen Satzes ist nach §2 Abs. 1 und 2 GOZ mit dem Patienten eine vorherige abweichende Vereinbarung über die Höhe der Vergütung zu treffen. Die anfallenden Materialkosten für das verwendete Emdogain werden selbstverständlich nach § 4/ 3 GOZ in Rechnung gestellt.
Wichtig in diesem Zusammenhang wäre auch, dass das verwendete Nahtmaterial (in unserem Falle Prolene 6/0 Ethicon sowie resorba 5-0) nach § 10 GOÄ separat berechenbar ist. Zusätzlich kommt hier ein OP-Set und eventuell die Zuschläge GOÄ440 bei Anwendung eines Operationsmikroskops zum Ansatz. Für die Entnahmestelle am Gaumen wurde eine Verbandsplatte erstellt, welche mit der Position Ä2700 zum Tragen kommt. Die hierbei anfallenden Material- und Laborkosten sind separat zu berechnen. Im Anschluss erbrachte Nachbehandlungen werden nach den Gebührennummern GOZ 329 (Nachkontrolle), 330 (Nachbehandlung), 415 (Kontrolle nach PAR- Behandlung) sowie Ä2007 für die Nahtentfernung je OP-Gebiet berechnet. Denkbar wären beim Abschluss der Behandlung Beratungen nach den Positionen Ä3 sowie GOZ 619. Abschließend sollte erwähnt werden, dass der Steigerungsfaktor individuell von jeder Praxis ermittelt werden sollte.

Näheres zum Autor des Fachbeitrages: Martina Weidinger-Wege

Bilder soweit nicht anders deklariert: Martina Weidinger-Wege



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