Finanzen


Aktuelle Empfehlungen zu Baufinanzierungsdarlehen und zur Altersvorsorge

11.05.2014

Quelle: © Thorben Wengert/pixelio.de
Quelle: © Thorben Wengert/pixelio.de

Im Rahmen der Erstellung und Auswertung einer umfangreichen Finanzplanung für meine Mandanten ergeben sich viele Empfehlungen, um im Vergleich zum Status Quo Kosten zu senken oder aber langfristig kalkulierbarer zu machen. Oft fallen diese Dinge nur auf, wenn Sie Ihre Finanzen komplett anhand der Erstellung einer Finanzplanung überprüfen lassen. Heute möchte ich Sie auf zwei Dinge hinweisen, die mir in regelmäßigen Abständen begegnen und zu Einsparungen führen, und zwar aus den Bereichen der Finanzierung und der Altersvorsorge.

  • Abb. 1: Entwicklung der Hypothekenzinsen von 1980 bis heute (Quelle: eigene Auswertung).

  • Abb. 1: Entwicklung der Hypothekenzinsen von 1980 bis heute (Quelle: eigene Auswertung).
Die Zinsen für Immobiliendarlehen sind zurzeit so niedrig wie nie zuvor (Abb. 1). Viele Mandanten wünschen sich, dieses günstige Zinsniveau auch für Anschlussfinanzierungen bestehender Darlehen zu sichern. Das Forward-Darlehen (Vorausdarlehen) ist die Chance, schon heute die Konditionen für Darlehen festzuschreiben, deren Zinsfestschreibung erst innerhalb der nächsten ein bis fünf Jahre endet.

Forward-Darlehen: jetzt gegen steigende Zinsen schützen

Es wird ein Anschluss-Darlehensvertrag geschlossen, durch den das alte Darlehen zum Ende der Zinsfestschreibung abgelöst wird. Dabei gelten die derzeitigen Zinskonditionen, die sich um den sogenannten „Forward-Aufschlag“, aktuell ca. 0,3 bis 0,7 %, erhöhen. Einige Finanzierungsinstitute bieten hier - wie bei sofort beginnenden Darlehen auch - sehr lange Zinsfestschreibungszeiten (teilweise bis zu 30 Jahre) an.

Tipp: Sie können Baufinanzierungs-Darlehen spätestens 10 Jahre nach Auszahlung mit einer Kündigungsfrist von sechs Monaten ohne Vorfälligkeitsentschädigung kündigen! Dies ist auch dann möglich, wenn Sie zum Beispiel eine Zinsbindung von 15 Jahren vereinbart haben.

Ihr Risiko

Das Risiko besteht darin, dass die Zinsen in den nächsten Jahren nicht steigen oder sogar noch weiter fallen. Die neue Zinsvereinbarung, die Sie bereits heute vereinbaren, ist auch dann bindend.

Lassen Sie Ihre Verträge zur Altersvorsorge überprüfen

Die Entscheidung für eine Lebens- oder Rentenversicherung ist eine langfristige Entscheidung. Häufig als Baustein einer privaten Altersversorgung gedacht, sind Laufzeiten von 30 Jahren oder mehr keine Seltenheit. Anleger müssen somit darauf vertrauen, dass das Versicherungsunternehmen über einen sehr langen Zeitraum und auch in einem schwierigen Marktumfeld die ihm anvertrauten Gelder ertragreich anlegt. Schließlich ist die Erwartungshaltung, dass die vereinbarten Garantieleistungen erbracht und die prognostizierten Überschüsse am Ende der Laufzeit auch erreicht werden können. Je später Sie mit dem Aufbau Ihrer privaten Altersvorsorge beginnen, desto wichtiger ist die „richtige“ Auswahl, denn die Zeit, die für den Aufbau eines ordentlichen Kapitals zur Verfügung steht, ist endlich.

Mit einem schwierigen Marktumfeld haben die Versicherer seit Jahren zu kämpfen – hier ist vor allem die langanhaltende Niedrigzinsphase eine Herausforderung. Da nicht alle Versicherer unter diesen Bedingungen gleich gut abschneiden, geht die Schere zwischen „starken und schwachen“ Versicherern immer weiter auseinander.

  • Abb. 2: Berechnungsbeispiel - 100,- Euro Monatsbeitrag und eine Laufzeit von 35 Jahren. Der extreme Unterschied der garantierten Ablaufl eistung wird sichtbar.

  • Abb. 2: Berechnungsbeispiel - 100,- Euro Monatsbeitrag und eine Laufzeit von 35 Jahren. Der extreme Unterschied der garantierten Ablaufl eistung wird sichtbar.
Hier ist es wichtig zu wissen, bei welchem Versicherer Sie auch in Zukunft gut aufgehoben sind. Zusätzlich belasten Kosten, die bei den Gesellschaften durchaus unterschiedlich sind oder auch Zusatzbausteine, die im Zuge einer strategischen Finanzplanung auch separat abgesichert werden können, die Gesamtrendite des Vertrages. Ein nicht unerheblicher Faktor ist ferner die Höhe der Garantie.

Mit unabhängigen Analysetools ist es möglich, die Rendite Ihres Vertrages zu ermitteln, Aussagen über die Bonität des Versicherers zu treffen und das von Ihnen gewählte Produkt einem Marktvergleich zu unterziehen. Das in Abbildung 2 dargestellt Berechnungsbeispiel ist mit nur 100,- Euro Monatsbeitrag und einer Laufzeit von 35 Jahren gerechnet – und verdeutlicht die extremen Unterschiede, die sich bei der garantierten Ablaufl eistung ergeben.

Wichtige Fakten

Im Klartext heißt das, zwischen der besten, garantierten Leistung und der schlechtesten Garantieleistung liegen sage und schreibe 19.187 Euro Unterschied, das sind mehr als 45 %! Anders ausgedrückt: der Unterschied entspricht der Summe, die Sie in 15 Jahren einzahlen.

Also kann die Empfehlung nur sein, bei dem Anbieter mit der höchsten Garantie abzuschließen, oder?

Nein! Denn neben der Garantie, die ausgesprochen wird, sind auch die Finanzstärke und die Bonität des Anbieters sehr wichtig, und diese ist aus einem reinen Zahlenvergleich nicht erkennbar. Und da kommt ein Finanzplaner ins Spiel. Denn was nutzt Ihnen irgendeine Garantie, wenn der Versicherer die Auszahlung des Versicherungsvertrages nicht erlebt? Der Beste in den Garantieleistungen kann durchaus auch über eine ausreichende Finanzstärke verfügen, sofern wir das heute mit unseren Möglichkeiten beurteilen können; das muss aber nicht der Fall sein.

Lassen Sie deshalb Ihre Verträge überprüfen, damit Sie den Vertrag haben, der Ihnen die besten Chancen auf langfristig hohe Renditen bietet.

 

Näheres zum Autor des Fachbeitrages: Frank Hussmann

Bilder soweit nicht anders deklariert: Frank Hussmann


Die 5. Geistlich Konferenz unter dem Leitthema „Reparatur-Chirurgie“ findet am 7. März 2020 in Baden-Baden statt. Im Fokus werden die Prävention und Behandlung von Periimplantitis sowie Regenerationsmaßnahmen für Knochen und Weichgewebe stehen.

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