Finanzen

Praxisführung, Finanzen

Pharmawerte trotzen Finanzkrisen, Konjunktureinbrüchen und hohen Energiepreisen

15.03.2010

Wann immer Unternehmer und Manager in diesen Tagen zusammentreffen: Am Ende gibt es fast immer schlechte Nachrichten für Kapitalanleger und Investoren. Als sich in Berlin die Spitzen der internationalen Pharmabranche zur Verleihung des „Prix Galien“, des so genannten Nobelpreises für innovative Arzneimittel, versammelten, war von schlechter Stimmung allerdings wenig zu spüren. Am Ende des „Katastrophenmonats“ Oktober lagen Pharmaaktien erstmals seit vielen Jahren in ihrer Wertentwicklung wieder deutlich über dem Gesamtmarkt und halten diese Position bis heute. Die Empfehlungen der meisten Analysten lauten „Kaufen!“

In einem schwierigen gesamtwirtschaftlichen Umfeld zeigen die als „konservativ“ geltenden Pharma- und Gesundheitstitel ihre besonderen Stärken. Dazu gehören der hohe Cashflow beziehungsweise die hohen Eigenkapitalausstattung und die gleichzeitig geringe Konjunkturanfälligkeit dieser Branche. „Menschen werden nun mal immer krank, ob die Wirtschaft gut läuft oder nicht“, sagt Holger Geißler, Fondsmanager bei der DWS. Auch gestiegene Energiekosten, die als Renditekiller Nummer Eins gelten, spielen bei der Produktion von Arzneimitteln und Diagnostika kaum eine Rolle.

Langfristig sind es vor allem die positiven Markterwartungen, die Pharmawerte im Ansehen von Analysten steigen lassen. Dazu zählt vor allem die weltweit zunehmende Nachfrage nach Pharmaprodukten und Medizintechnik. Schrittmacher dieser Entwicklung sind vor allem der demographische Wandel und der Wirtschaftsaufschwung in den so genannten E7-Ländern Brasilien, China, Indien, Indonesien, Mexiko Russland und die Türkei.

Aber auch in den entwickelten Industrieländern ist mit Zuwächsen zu rechnen, wobei die Experten des Hamburgischen Welt-Wirtschafts-Instituts neben einer mengenmäßigen von einer starken qualitätsorientierten Nachfrage ausgehen, die neue Verfahren und eine höhere Produktdifferenzierung einschließt. Gesundheit werde, so heißt es in einer Studie, vor allem bei steigenden Einkommen zum „superioren Gut“. Und nicht zuletzt führt auch die Zunahme der Lebenserwartung zu einem weiter steigenden Bedarf an Gesundheitsleistungen.

Der Umsatz der Pharmaindustrie wird sich laut einer Studie der Unternehmensberatungsgesellschaft Pricewaterhouse Coopers bis zum Jahr 2020 auf weltweit rund 1,3 Billionen US-Dollar mehr als verdoppeln. Das HWWI ermittelte sogar ein deutlich höheres Potenzial. Demnach soll der Pharmaumsatz bis 2015 auf rund 1,1 und bis 2020 auf rund 1,7 Billionen US-Dollar steigen. Zudem ist mit einer höheren Wertschöpfung zu rechnen, da die Pharmaindustrie die Forschungs- und Entwicklungsprozesse signifikant zu verkürzen will. Wenn zum Beispiel die Erfolgsraten neuer Medikamente ansteigen, verringert sich die Kostenbelastung durch klinische Studien.

Deutschland gilt als einer der wichtigsten Pharmamärkte. 4,52 Milliarden Euro betragen allein hier zu Lande die Aufwendungen in Forschung und Entwicklung. Das heißt: mehr als zwölf Millionen Euro investieren die forschenden Pharma-Unternehmen jeden Tag in die Entwicklung neuer Medikamente. 31 neue Wirkstoffe wurden letztes Jahr in Deutschland zugelassen. Dabei lag der Schwerpunkt auf schweren und chronischen Krankheiten: Diabetespatienten können ihren Blutzuckerspiegel jetzt sicherer senken, AIDS-Viren können effektiver in Schach gehalten werden und gegen eine Reihe selteneren Krankheiten gibt es das erste Mal medikamentöse Therapien. Auch verschiedene Krebsarten lassen sich wirksamer behandeln. Über 350 Projekte befinden sich zurzeit in den Pipelines, die die Aussicht haben, bis Ende 2011 zur Zulassung zu kommen.

Börsentäglich veröffentlicht der Verband Forschender Arzneimittelhersteller auf seiner Homepage die Performance von Pharmaaktien im Vergleich zum Gesamtmarkt:

ww.vfa.de/wirtschaft/boerse.html

Näheres zum Autor des Fachbeitrages: Manfred Godek


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