Praxisführung


So sichern Sie Ihre Weiterbildungsqualität

10.02.2016

Den Horizont erweitern…
Den Horizont erweitern…

In Zahnarztpraxen gehört ständige Weiterbildung zu den wichtigsten Säulen des praxiseigenen Qualitätsmanagements. Lebenslanges Lernen ist keine leere Worthülse, sondern unumgänglich in allen Berufen. Die Berufsbilder werden immer komplexer, das einmal erlernte Wissen reicht nicht mehr für ein ganzes Berufsleben. So ist die Weiterbildungsbranche eine Wachstumsbranche, die vielfältige Angebote zur Weiterentwicklung von Fach- und Managementwissen bereit hält, damit aber auch unübersichtlich wird.

Welches Thema ist das Richtige, welcher Anbieter bietet optimale Wissensvermittlung und für welche MitarbeiterIn ist welches Angebot geeignet? Diese Fragen stellen sich viele zu Recht. Doch das ist noch nicht alles. Welchen Nutzen hat die Praxis nach der Weiterbildung, wie kann das erlernte Wissen in den Praxisalltag einfließen und welche Auswirkungen hat die Weiterqualifikation von Mitarbeitern auf das gesamte Team? Weiterbildung stellt auch einen nicht unerheblichen Kostenfaktor dar, insbesondere in großen Praxen mit vielen MitarbeiterInnen. Wie kann diese Investition mit hohem Nutzen für die Praxis klug eingesetzt werden?

Online oder Präsenzseminare?

Fast alle Seminaranbieter bieten auch eine große Palette an Online-Seminaren. Der Vorteil liegt darin, dass man sich ein Thema ohne Fahrtzeiten, Staus und Fahrtkosten zugänglich machen kann. Und wenn sogar das gesamte Team an der Online-Schulung teilnimmt, können die gemeinsam erfahrenen Inhalte bereits am nächsten Tag umgesetzt werden.

Weiterbildungsbedarf ermitteln

Um Weiterbildung nicht im Gießkannenprinzip zu verschwenden, macht es Sinn, jährlich oder halbjährlich den Schulungsbedarf für die gesamte Praxis zu ermitteln.

Absolviert beispielsweise der Praxisinhaber/die Praxisinhaberin gerade eine Weiterbildung im Bereich Parodontologie, ist es wahrscheinlich, dass auch das Team diesbezügliche Weiterbildung benötigt. Legen Sie gemeinsam mit Ihrem Team fest, welche Seminare besucht werden sollen, z. B. Assistenz in der Parodontologie, ein Kurs für die Prophylaxemitarbeiterinnen zum Thema PA, Kommunikation und Patientenberatung, sowie Abrechnung etc.

Angebote vergleichen

Nächster Schritt ist die Recherche geeigneter Kurse, man vergleicht Anbieter und Kosten, holt Referenzen ein, z. B. von befreundeten Praxen oder in einschlägigen Internetforen, und checkt schlussendlich die Termine. In einer Teamsitzung werden die Ergebnisse präsentiert. Danach steht der Anmeldung zum Kurs nichts mehr im Weg.

Neues Wissen in den Praxisalltag integrieren

Wenn alle Seminare erfolgreich absolviert wurden, wird ein Team-Workshop vereinbart, in dem die Teilnehmer die Essenz ihres neu erworbenen Wissens auch den Kollegen und dem Chef präsentieren. Gemeinsam wird nun ein Projektplan erstellt, ab wann die neuen Inhalte an welcher Stelle der Praxisprozesse einfließen sollen.

Nach etwa drei Monaten bewerten alle die erfolgten Veränderungen, es werden ggf. Korrekturen vorgenommen oder weitere Inhalte neu aufgenommen.

Mit dieser Vorgehensweise wird Fortbildung zum vollen Erfolg für Praxis und Patienten.

Praxisinterne Weiterbildungsmaßnahmen

Individuelle Praxisseminare, so genannte „Inhouse-Schulungen“ erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Sie sind dann angezeigt, wenn Schulungsinhalte dem gesamten Praxisteam zugänglich gemacht werden sollen, z. B. Themen zur Patientenbetreuung, Kommunikation, Umgangsformen, Marketing, Praxisknigge etc. Auch Prozessworkshops, wie z. B. Patientenempfang, Patientenbetreuung vom Empfang bis zum Verlassen der Praxis, Beschwerdemanagement und Patientenberatung sind klassische Themen für praxisindividuelle Schulungsmaßnahmen unter Beteiligung des gesamten Teams.

Schulungsplan für die Praxis erstellen

Um Zeit, Geld und Nutzen für Weiterbildungsmaßnahmen effektiv einzusetzen, macht es Sinn, einen jährlichen Schulungsplan für die gesamte Praxis aufzustellen. Dabei werden sowohl die Erfordernisse der Praxis, als auch die Wünsche der Mitarbeiter berücksichtigt. Vorsicht ist lediglich geboten, wenn sich ein Mitarbeiter ein Fortbildungsthema aussucht, für das es für sie/ihn in der Praxis keinen Bedarf und somit auch keine Möglichkeit der Umsetzung gibt. Hier sollte mit viel Fingerspitzengefühl das grundsätzliche Interesse an Weiterbildung auf ein passenderes Thema für Praxis und Mitarbeiter gelenkt werden.

Feedback und Umsetzung

Auch wenn nur einzelne Mitarbeiter eine Fortbildung besuchen sollen oder wollen, macht es Sinn, den Fortbildungsinhalt der gesamten Praxis zugänglich zu machen. Planen Sie nach jeder Fortbildung 15 bis 30 Minuten Zeit, z. B. in Ihrer nächsten Terminsitzung ein, in der die jeweilige Mitarbeiterin über die neu gewonnenen Erkenntnisse informiert und drei konkrete Umsetzungsvorschläge macht, wie das neue Wissen in den Praxisalltag integriert werden kann. Diese Vorschläge werden diskutiert und ggf. aufgenommen.

Eine derartige Vorgehensweise signalisiert den Mitarbeitern Interesse und Wertschätzung der Praxisleitung und sorgt gleichzeitig dafür, den Wissensstand aller permanent auf das gleiche Level zu setzen. Zudem gibt es der Praxisleitung den nötigen Überblick über den Lerntransfer und auch darüber, ob die Weiterbildung eine gute Investition war. 

Näheres zum Autor des Fachbeitrages: Sybille David


Kostenloses Live-Webinar

In diesem kostenlosen Webinar von Permadental wird am 26.05.2021 von 14:00–15:00 Uhr „EVO+: 100 % digital full arch – Die Versorgung ganzer Kiefer mit hochpräzisen Implantatprothesen“ vorgestellt.

Nobel Biocare N1™ System – das interaktive Webinar am 21.04.2021 ab 18 Uhr

Nobel Biocare N1 ist mehr als nur ein Implantat - es ist ein System, das Ihnen erstmals vorgestellt wird.