Gesellschaften/Verbände

14. Jahreskongress der DGOI in Kooperation mit der DGÄZ, DGCZ und AG Keramik

Erfolgreiche Implantologie ist eine interdisziplinäre Herausforderung

13.11.2017

Logo Deutsche Gesellschaft für Orale Implantologie e.V. (DGOI)
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Die moderne Implantologie ist weder eine ausschließlich chirurgische noch prothetische Therapie. Auch parodontale und funktionell-ästhetische Aspekte sind zu berücksichtigen. Deshalb veranstaltete die Deutsche Gesellschaft für Orale Implantologie (DGOI) den 14. Jahreskongress gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Ästhetische Zahnheilkunde (DGÄZ), Deutschen Gesellschaft für computergestützte Zahnheilkunde (DGCZ) und AG Keramik am 15. und 16. September 2017 in Hamburg. Im Fokus stand der interdisziplinäre Diskurs.

Mehr als 300 Zahnmediziner und Zahntechniker verfolgten die exzellenten Vorträge der 50 namhaften Referenten in den Bereichen Implantologie, Parodontologie, Ästhetik, Prothetik und Gnathologie und erlebten damit einen hochkarätigen Wissenstransfer. Mit der Idee diese Teilaspekte zusammenzuführen ist Dr. Fred Bergmann, Präsident der DGOI, Prof. Dr. Dr. Robert Sader, Präsident der DGÄZ, und Dr. Bernd Reiss, Präsident der DGCZ und AG Keramik, ein abwechslungsreiches Programm mit unterschiedlichen Podien und Workshops gelungen. Das Leitthema lautete „Der Natur auf der Spur“.

  • Expertendiskussion mit Prof. Dr. Fouad Khoury, Priv.-Doz. Dr. Dr. Markus Schlee, Priv.-Doz. Dr. Michael Stimmelmayer, Uli Hauschild und Prof. Dr. Dr. Robert Sader (v.l.).

  • Expertendiskussion mit Prof. Dr. Fouad Khoury, Priv.-Doz. Dr. Dr. Markus Schlee, Priv.-Doz. Dr. Michael Stimmelmayer, Uli Hauschild und Prof. Dr. Dr. Robert Sader (v.l.).
Wie spannend die interdisziplinäre Diskussion ist, zeigte gleich die Eröffnungssession mit Dr. Henriette Lerner, Baden-Baden, Dr. Paul Weigl, Frankfurt a.M., Uli Hauschild, Sanremo, Prof. Dr. Sven Reich, Aachen, und Priv-Doz. Dr. M. Oliver Ahlers, Hamburg. Unter der Leitung von Dr. Reiss diskutierten sie einen Fall – Rehabilitation der Frontzahnregion nach Zahnverlust – aus verschiedenen Perspektiven. Bei der Wahl der Therapie wurde auch die Klebebrücke als Alternative zur implantologischen Versorgung in Betracht gezogen. Die weitere Diskussion bezog sich auf den implantologischen Weg. Hier erläuterten die Experten Aspekte wie die eingehende Untersuchung zur Funktion, zahntechnische Optionen, chirurgische Schritte bei einer implantologischen Versorgung, die Wahl von schmalen Implantaten im Frontzahnbereich und den digitalen Workflow von der Planung bis zur Prothetik. Deutlich wurde: Bei der implantologischen Therapieplanung ist die Definition des prothetischen Ziels wichtig im Hinblick auf die chirurgischen Schritte. Der digitale Workflow gibt sowohl in der Planungsphase wie auch in der zahntechnischen Umsetzung mehr Kontrollmöglichkeit und vereinfacht Vieles, zum Beispiel das Platzieren der Schraubenkanäle bei verschraubter Prothetik.

Biologische Aspekte und digitaler Workflow

Unter dem Vorsitz von Dr. Georg Bayer, Landsberg a. L., und Dr. Henriette Lerner fanden die beiden Implantologie-Sessions statt: Prof. Dr. Katja Nelson, Freiburg, stellte die Grundsätze für die erfolgreiche Implantologie dar, die sich an den Erfolgsparametern Chirurgie, Prothetik und Langzeitstabilität messen lassen. Elementar ist die Berücksichtigung der biologischen und statischen Parameter. Dr. Paul Weigl nutzt mit dem Socket Chamber Concept die biologischen Prozesse für den Erhalt der Rot-Weiß-Ästhetik. Prof. Dr. Dr. Ralf Smeets, Hamburg, erläuterte die Erfolgsfaktoren für die Versorgung in der ästhetischen Zone. Mit dem Einsatz kurzer Implantate als Alternative zu augmentativen Maßnahmen im atrophierten Kieferknochen sieht Dr. Friedemann Petschelt, Lauf a.d.Pegnitz, eine Möglichkeit, der Natur auf die Spur zu kommen. Voraussetzung seien die präzise 3D-Analyse und -Planung sowie das Inserieren mit OP-Schablone.

  • Von links: Dr. Fred Bergmann, Dr. Bernd Reiss und Prof. Dr. Dr. Robert Sader – die Präsidenten der teilnehmenden Verbände.
  • In der Implantatsession unter Leitung von Dr. Georg Bayer diskutierten Prof. Dr. Katja Nelson und Dr. Paul Weigl die Parameter für die erfolgreiche Implantologie.
  • Von links: Dr. Fred Bergmann, Dr. Bernd Reiss und Prof. Dr. Dr. Robert Sader – die Präsidenten der teilnehmenden Verbände.
  • In der Implantatsession unter Leitung von Dr. Georg Bayer diskutierten Prof. Dr. Katja Nelson und Dr. Paul Weigl die Parameter für die erfolgreiche Implantologie.

In der Session CAD/CAM und Keramik fragten PD Dr. Jan-Frederik Güth, München, und ZTM Hans-Jürgen Stecher, Wiedergeltingen: Wann macht digital wirklich Sinn? Intraorale Abformungen zeigen bei Einzelkronen die geforderte Präzision, jedoch ist bei Gesamtkieferaufnahmen nach wie vor die Gipsabformung genauer. ZTM Vincent Fehmer, Genf/Schweiz und Dr. Anja Zembic Zürich/Schweiz, thematisierten monolithische Restaurationen, mit denen Fehmer aufgrund des geringen Frakturrisikos im Seitenzahnbereich arbeitet.

Unter dem Thema „Ästhetik bei komplexen Fällen“ rückten Dr. Fred Bergmann und Uli Hauschild die Zusammenarbeit von Behandler und Zahntechniker für die erfolgreiche Implantologie in den Fokus. Deutlich wurde: Der Schlüssel zur digitalen Welt liegt in der analogen Vorarbeit. Priv.-Doz. Dr. Michael Stimmelmayer, Cham, Prof. Dr. Fouad Khoury, Olsberg, und Priv.-Doz. Dr. Dr. Markus Schlee, Forchheim, diskutierten die Augmentation von Hart- und Weichgewebe. Autologes Knochenmaterial ist für Stimmelmayer und Khoury nach wie vor der Goldstandard, mit dem man der Natur auf der Spur ist. Schlee erläuterte die Umbrellatechnik als einfachere Alternative zur Schalentechnik, um immobilen Raum für ein Augmentat zu schaffen.

Podium „Junge Implantologen“

Am Samstagmorgen initiierte die DGOI unter der Leitung von Prof. Dr. Daniel Grubeanu, Trier, das Podium „Junge Implantologen“, um den jüngeren Kollegen eine Plattform zur Präsentation ihrer Arbeiten vor einem größeren Publikum zu geben. Die jungen Implantologen überzeugten mit ihren durchweg exzellenten Vorträgen zu Themen wie Weichgewebemanagement, autologe Kieferkammrekonstruktion, Digitale Kommunikation 2.0, Periimplantitis und metallfreie Rekonstruktion. Die beiden besten Referenten wurden ausgezeichnet und können kostenfrei am 14. Wintersymposium der DGOI vom 18. bis 22. März 2018 in Zürs teilnehmen.

Fazit

Die Zusammenarbeit von Behandlern aus den verschiedenen Bereichen wird zukünftig noch wichtiger, um komplexe implantologische Fälle zum Wohle der Patienten vorhersagbar und mit Langzeiterfolg zu behandeln. „Das Zusammenführen von Implantologen, Prothetikern, Keramikern, Technikern und Funktionsdiagnostikern im Sinne einer „Teamplantologie“ war spannend mit vielen Impulsen für die Praxis – und hat sehr viel Spaß gemacht“, so das Fazit von Dr. Fred Bergmann. 


Save the date

Der 15. Internationale Jahreskongress der DGOI findet vom 19. bis 22. September 2018 in München mit international renommierten Referenten statt. Das Leitthema lautet: “Das Einzelzahnimplantat – The Implant born single Crown – The state of the art.“ 

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WEITERE INFORMATIONEN:

Deutsche Gesellschaft für Orale Implantologie e.V. (DGOI)
Wilderichstr. 9
76646 Bruchsal
www.dgoi.info