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13. Internationales Wintersymposium begeisterte mehr als 100 Teilnehmer

Herausforderung Weichgewebsmanagement

05.06.2018

Logo DGOI
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Das 13. Internationale Wintersymposium der DGOI vom 18. bis 22. März 2018 begeisterte die mehr als 100 Teilnehmer in Zürs am Arlberg: Kompakt, spannend, abwechslungsreich und nah an der Praxis war das Programm mit führenden Experten rund um das Gipfelthema Weichgewebsmanagement.

„Für uns ist „Fortbildung auf höchstem Niveau“ keine Marketingfloskel, sondern gelebte Praxis“, so Dr. Fred Bergmann, Präsident der DGOI, und weiter: „Das haben wir mit dem Wintersymposium transportieren können und deshalb freuen wir uns über das überaus positive Feedback der Teilnehmer.“

Deutlich wurde: Das Weichgewebe bleibt nur dann langzeitstabil, wenn die prothetischen und biologischen Parameter berücksichtigt werden. Einflussfaktoren auf das Weichgewebsmanagement am Implantat sind beispielsweise Lappendesign, Nahttechnik und -material, Emergenzdesign, systemische Erkrankungen, Hartgewebsmanagement und Biotyp.

Weichgewebsmanagement: biologische Parameter

Die Experten sensibilisierten für die biologischen Prozesse im Hart- und Weichgewebe. Dass sich die biologischen Parameter des Weichgewebes am natürlichen Zahn und Implantat deutlich unterscheiden, veranschaulichte Prof. Dr. Dr. Ralf Smeets aus Hamburg. Er stellte aktuelle Studienergebnisse zum periimplantären Weichgewebe dar. Zu seinen konkreten Tipps gehörte zum Beispiel: Beim Lappendesign sind Entlastungsschnitte und transkrestale Schnittführungen zu vermeiden. Und: Feine Nähte erhöhen die Erfolgswahrscheinlichkeit. Ebenso die Verwendung von mikrochirurgischen Instrumenten für minimalinvasive Techniken. So auch Dr. Dr. Markus Tröltzsch (Ansbach), der den Blick auf die großen und kleinen Gefäße im Hart- und Weichgewebe während und nach der Zahnextraktion richtete. Wichtig ist hier vor allem die Aufrechterhaltung der Blutversorgung. Das gelingt deutlich besser, wenn Mikroinstrumente verwendet werden. Um den Zusammenhang von Weich- und Hartgewebe ging es mit Prof. Dr. Daniel Grubeanu (Trier). Werden die Grundsätze zur biologischen Breite nicht beachtet, wird das Parodontium zerstört und die Wundheilung gestört. Wichtig ist eine korrekte dreidimensionale Implantatplanung, bei der die Nachbarzahnanatomie – vor allem im Frontzahnbereich – berücksichtigt werden sollte. Was bei der Planung der Implantatachse berücksichtigt werden muss, stellte Dr. Henriette Lerner (Baden-Baden) prägnant dar. Das Implantat benötigt mehr als drei Millimeter Schleimhautstärke und eine -höhe von 3,5 bis 4 mm. Im Vergleich dazu sind es nur zwei Millimeter am natürlichen Zahn. Welchen Einfluss hat die Implantatoberfläche auf das periimplantäre Weichgewebe? Hydrophilisierte Implantatoberflächen sorgen für eine verbesserte Weichgewebsanhaftung, so Dr. Paul Weigl (Frankfurt am Main).

Weichgewebsmanagement: Prothetische Parameter

  • Kollegialer Austausch in freundschaftlicher Atmosphäre und auf Augenhöhe prägte auch in diesem Jahr wieder das Internationale Wintersymposium der DGOI (von links): Prof. Dr. Georg-H. Nentwig, Uli Hauschild, Dr. Fred Bergmann und Referent Dr. Jochen Mellinghof, MSc.

  • Kollegialer Austausch in freundschaftlicher Atmosphäre und auf Augenhöhe prägte auch in diesem Jahr wieder das Internationale Wintersymposium der DGOI (von links): Prof. Dr. Georg-H. Nentwig, Uli Hauschild, Dr. Fred Bergmann und Referent Dr. Jochen Mellinghof, MSc.
    © DGOI
Dass die Planung unter dem Motto „Prothetik first“ stehen sollte, machten Dr. Fred Bergmann, Präsident der DGOI, und Zahntechniker Uli Hauschild (Sanremo) in ihrem Teamvortrag deutlich. Schon zu Behandlungsbeginn sollte der Zahntechniker in die Planung involviert sein. Dann kann er frühzeitig das Weichgewebsmanagement mit steuern, zum Beispiel mit patientenindividuell gefertigten Abutments. Erfolgversprechend scheint das One-Abutment-one-Time-Konzept zu sein. Prof. Dr. Georg-H. Nentwig, Vizepräsident und Fortbildungsreferent der DGOI, beleuchtete den Weg zur optimalen Gestaltung des Emergenzprofils. Weitere Themen waren Keramikimplantate, das freie Schleimhaut- und Bindegewebstransplantat, Nahttechniken für den spannungsfreien Wundverschluss nach Augmentation und Sofortversorgung.

Special Lectures und Workshops

Interessant waren die sogenannten „Out-of-the-Box“-Themen, die das „Umfeld“ des zahnmedizinischen Berufes beleuchteten, zum Beispiel Praxispositionierung und Technologie-Trends mit künstlicher Intelligenz. Zudem boten die zahlreichen Workshops (in Kooperation mit Industriepartnern) die Gelegenheit, die vorgestellten Techniken in kleinen Gruppen an der Seite der Referenten zu vertiefen.

  • Rote Ästhetik rund um weiße Implantate war das Thema von Dr. Frederic Herrmann, MSc.
  • Prof. Dr. Dr. Ralf Smeets stellte aktuelle Erkenntnisse rund um das periimplantäre Weichgewebe dar.
  • Rote Ästhetik rund um weiße Implantate war das Thema von Dr. Frederic Herrmann, MSc.
  • Prof. Dr. Dr. Ralf Smeets stellte aktuelle Erkenntnisse rund um das periimplantäre Weichgewebe dar.

Begeisterte Teilnehmer

Das hohe fachliche Niveau der Vorträge begeisterte die Teilnehmer. Ebenso die praxisorientierte Aufbereitung der Studienergebnisse. Das freundschaftliche Get-together mit Kollegen und Referenten fernab des Praxisalltags wurde mehrheitlich gelobt. Überall spürbar: Die Begeisterung und Leidenschaft der Kollegen für die Implantologie. Das spiegelte sich im inspirierenden kollegialen Austausch wider. Nicht zuletzt trug erneut die sportlich, legere Atmosphäre des Robinson Clubs Alpenrose zum typischen DGOI-Spirit bei.

Eva-Maria Hübner

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14. Internationales Wintersymposium vom 27. - 31. März 2019
Thema: Komplikationen meiden, Komplikationen meistern.


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