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Periimplantitis erstmals klassifiziert

21.09.2018

Logo Deutsche Gesellschaft für Implantologie.
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Anlässlich des europäischen Fachkongresses EuroPerio9 haben die American Academy of Periodontology (AAP) sowie die European Federation of Periodontology (EFP) in ihren Zeitschriften Journal of Periodontology sowie Journal of Clinical Periodontology die offiziellen Ergebnisse des „World Workshop on the Classification of Periodontal and Peri-Implant Diseases and Conditions“ veröffentlicht.

Es handelt sich um eine umfassende Aktualisierung der früheren Klassifikation der Krankheiten aus dem Jahr 1999. Erstmals werden nun auch periimplantäre Erkrankungen berücksichtigt und entsprechend der klinischen Phänotypen periimplantäre Gesundheit, periimplantäre Mukositis und Periimplantitis klassifiziert. Die dieser Klassifikation zugrunde liegende Publikation zur „Periimplantitis“ wurde federführend von DGI-Präsident Prof. Dr. Frank Schwarz (Poliklinik für Zahnärztliche Chirurgie und Implantologie, Carolinum, Goethe Universität Frankfurt) und weiteren internationalen Co-Autoren verfasst.

Auf Basis umfangreicher Literaturrecherchen hat das Autorenteam folgende Schlussfolgerungen zur Periimplantitis gezogen:

1) Periimplantitis ist ein pathologischer Zustand der Gewebe um Implantate herum. Er ist gekennzeichnet durch eine Entzündung des periimplantären Weichgewebes und einen fortschreitenden Knochenabbau.

2) Die histopathologischen und klinischen Faktoren, die für die Progression einer periimplantären Mukositis zur Periimplantitis führen, sind noch nicht vollständig geklärt.

3) Der Beginn der Periimplantitis kann bereits zu einem frühen Zeitpunkt während der Nachsorge auftreten. Die Erkrankung verläuft nach einem nichtlinearen und beschleunigten Muster.

4a) Von Periimplantitis betroffene Gewebebereiche zeigen klinische Anzeichen einer Entzündung und erhöhte Sondierungstiefen im Vergleich zu Basismessungen.

4b) Auf der histologischen Ebene haben die betroffenen Regionen im Vergleich zu Regionen mit Parodontitis oft größere Läsionen.

4c) Der chirurgische Zugang an Periimplantitis-Stellen zeigt oft ein zirkumferenzielles Knochenabbaumuster.

5a) Es gibt starke Hinweise darauf, dass Patienten mit chronischer Parodontitis, schlechter Plaquekontrolle und fehlender regelmäßiger Mundhygiene nach der Implantattherapie ein erhöhtes Risiko für eine Periimplantitis haben. Daten, die „Rauchen“ und „Diabetes“ als potenzielle Risikofaktoren/Indikatoren für eine Periimplantitis untersuchen, sind nicht eindeutig.

5b) Es gibt einige wenige Hinweise, die Periimplantitis mit anderen Faktoren in Verbindung bringen, wie z.B. das postrestaurative Vorhandensein von submukösem Zement, ein Mangel an periimplantärer keratinisierter Schleimhaut und eine Positionierung von Implantaten, die Mundhygiene und Betreuung erschweren.

6) Es gibt Hinweise darauf, dass ein progressiver krestaler Knochenabbau um Implantate herum ohne klinische Anzeichen einer Entzündung der Weichgewebe selten ist.  

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