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Prof. Bettina Dannewitz ist neue DG PARO-Präsidentin

Professorin an der Spitze der DG PARO

23.12.2019

Neue DG PARO-Präsidentin Prof. Dr. Bettina Dannewitz und Tagungspräsident Prof. Dr. Moritz Kebschull.
Neue DG PARO-Präsidentin Prof. Dr. Bettina Dannewitz und Tagungspräsident Prof. Dr. Moritz Kebschull.

Vom 19. bis 21. September fand in Darmstadt die diesjährige Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Parodontologie e. V. (DG PARO) statt. Tagungspräsident Prof. Dr. Kebschull durfte einen beeindruckenden Kongress unter dem Motto „Ästhetik in der Parodontologie“ ankündigen. Gespickt mit innovativen Behandlungskonzepten, evidenzbasierten Therapieverfahren und wissenschaftlichen Updates verbrachten insgesamt knapp 900 Besucher zwei Tage im Darmstadtium.

  • Neue Zusammensetzung des DG PARO-Vorstands.

  • Neue Zusammensetzung des DG PARO-Vorstands.
    © DG PARO
Im Vorfeld der Jahrestagung haben die Mitglieder der DG PARO ihren Vorstand neu gewählt. Prof. Dr. Bettina Dannewitz übernahm das Amt der Präsidentin turnusgemäß für die kommenden drei Jahre. Prof. Dr. Henrik Dommisch wurde als Präsident elect gewählt. Der Generalsekretär Prof. Dr. Dr. h.c. Holger Jentsch sowie die Beisitzerin Dr. Lisa Hezel wurden in ihren Ämtern bestätigt. Als neues Mitglied wurde Prof. Dr. Dr. Thomas Beikler in den Vorstand gewählt.

Ästhetik in der Parodontologie

Das Hauptprogramm der Jahrestagung begann am Freitag mit dem Themenkomplex „Der Frontzahn mit tiefer Tasche“. Prof. Dr. Teughels brach eine Lanze für die Vermeidung chirurgischer Eingriffe und verwies auf das unglaubliche Potential der körpereigenen Heilung und Regeneration. Prof. Dr. Wachtel und Prof. Dr. Stefanini standen gemeinsam auf der Bühne, um Einblicke in ihre minimal-invasiven Therapiekonzepte zu geben.

„Rezessionen und schwarze Dreiecke in der Front – restaurativ“ war die darauffolgende Vortragsreihe überschrieben, welche keramische und kunststofftechnische Optionen zur Verbesserung der Ästhetik vorstellte. Prof. Dr. Krastl aus Würzburg präsentierte Kompositlösungen, die langzeitstabil seien und auch den ästhetischen Ansprüchen der Behandler und Patienten standhalten könnten. Dr. Boldt führte durch das Düsseldorfer prothetische Behandlungskonzept bei parodontal kompromittierten Frontzähnen. Die folgende Session: „Rezessionen und schwarze Dreiecke in der Front – chirurgisch“ griff operative Lösungsvorschläge für dieses parodontale Problem auf. Unterminierende Operationstechniken waren das Themengebiet von Prof. Dr. mult. Sculean (Bern), und Dr. Cairo ergänzte diese Ausführungen durch die Vorstellung verschiedener Lappentechniken.

Der Freitag fand den Abschluss in der Präsentation scheinbar untherapierbarer Fälle in der Front unter der Überschrift: „Der stark parodontal geschädigte Zahn“. Hier beeindruckte bereits der erste Redner dieses Themenkomplexes – Prof. Dr. Cortellini – durch den Erhalt von Zähnen, die nahezu 100 %- igen Knochenverlust vorwiesen. Auch Prof. Dr. Fickl stellte Fälle aus seiner talentierten Hand vor, war jedoch etwas zurückhaltender mit dem Ausmaß, welche Destruktionen noch kontrolliert und therapiert werden könnten. Für den Fall des Zahnverlustes schilderte Prof. Dr. Dr. Schliephake Möglichkeiten, Knochen und Weichgewebe zu managen, um erfolgreich implantieren zu können.

Ästhetik um Implantate

Am Samstagmorgen kümmerte man sich um die Frage, was zu tun sei bei ästhetischen Problemen um Implantate. Dabei besprach PD Dr. Happe die Problematik von fehlpositionierten Implantaten. Dr. Burkhardt konzentrierte sich auf Rezessionen bei dentalen Implantaten und verwies auf die unabdingbare Notwendigkeit der genauen und detaillierten Aufklärung des Patienten, um deren Erwartung zu steuern. Prof. Dr. Schwarz erläuterte das Frankfurter Therapiekonzept bei periimplantären Infektionen.

Der Schwierigkeitsgrad wurde in der zweiten Samstagssession hoch angesiedelt: Hier stand die Versorgung von Patienten mit mehreren fehlenden Frontzähnen im Mittelpunkt.

PD Dr. Dr. Schlee beschäftigte sich mit dem umfassenden Aufbau von Gewebe anhand von Ersatzmaterialien. Ergänzend dazu stellte Dr. Tunkel Konzepte zum Gewebsaufbau mit Eigenknochen vor. Einen genaueren Einblick mit wichtigen Hinweisen zur prothetischen Implantatversorgung in diesen Situationen gab Prof. Dr. Wolfart.

Den Abschluss machte das neue Format „DG PARO/EAO – Battle of Concepts“. Prof. Dr. Fickl leitete gekonnt den fachlichen Schlagabtausch zwischen Dr. Adriaens, Dr. Mühlemann und Dr. Navarro, welche ihre Konzepte bei schweren parodontalen Erkrankungen in der Front vorstellten – von Zahnerhalt, über klassische prothetische Versorgung bis hin zu Implantatrestaurationen. Im Mittelpunkt stand zum Ende der Vorträge immer wieder ein zu diskutierender und hoffnungslos erscheinender Patientenfall von Prof. Dr. Fickl.

Neben fundierten Vorträgen überzeugte der Kongress auch durch zahlreiche Hands-on-Kurse: neben dem praktischen Handaufschärfkurs für das ganze Praxisteam wurden verschiedene Kurse angeboten mit Prof. Dr. Dr. Jepsen und PD Dr. Jepsen; Prof. Dr. Krast, Prof. Dr. mult. Sculean, Prof. Dr. Schmidlin und Dr. Tunkel.

Insgesamt beeindruckte der Kongress durch seine Vielfalt und Bandbreite. Das familiäre Konzept und die Nähe der Referenten, die jederzeit den Besuchern für Diskussionen zur Verfügung standen, überzeugten auf ganzer Linie. Das Kongressgewinnspiel „CONFGAMES“ sorgte für Abwechslung und war ein neues interaktives Konzept für die Einbindung der Sponsoren. Die DG PARO-Lounge war immer ein gern besuchter Rückzugsort für angeregte Fachgespräche.

Die nächste DG PARO-Jahrestagung findet vom 17.-19. September 2020 in Stuttgart unter dem Motto: „Parodontale Therapie im Wandel“ statt. 


Weitere Informationen:

Deutsche Gesellschaft für Parodontologie e.V.
Neufferstr. 1 · 93055 Regensburg
www.dgparo.de


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