Interviews

Prof. Dr. Thomas Hoffmann

Acht Fragen an

12.12.2013

Prof. Dr. Thomas Hoffmann
Prof. Dr. Thomas Hoffmann

Wer kennt ihn nicht? Prof. Dr. Thomas Hoffmann war von 2004 bis 2007 Präsident der Deutschen Gesellschaft für Parodontologie und übernahm gleich im Anschluss die Präsidentschaft der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde. Heute ist er Direktor der Poliklinik für Parodontologie des Universitätsklinikums Dresden sowie Studiendekan Zahnmedizin und vermittelt sein parodontologisches Wissen gerne in Publikationen und Fortbildungen.

Was macht eigentlich Herr Prof. Dr. Thomas Hoffmann?

Warum haben Sie den Beruf des Zahnarztes ergriffen?

Nach vielen Gesprächen mit meinem damaligen Zahnarzt auf dem Lande, einem Blick hinter die Kulissen ins Praxislabor und einer Diskussion in der Pennälerrunde meinte ich, mit diesem Beruf eine gute Kombination aus Biologie, Technik und handwerklichem Geschick finden zu können.

Darüber hinaus interessierte mich der Umgang mit Menschen schon immer und – dies war ebenfalls wichtig für meine Entscheidung – handelte es sich damals in der zahnärztlichen Praxis um primär gesunde Menschen.

Würde Ihre Berufswahl heute wieder gleich aussehen?

Dies kann ich mit einem klaren „JA“ beantworten.

Wo sehen Sie in der zahnärztlichen Ausbildung die wesentlichen Herausforderungen?

Die deutsche Zahnheilkunde hat sich im zurückliegenden Jahrzehnt durchaus voran bewegt. Trotzdem dominieren noch traditionelle, vorwiegend technologische Konzepte, fehlt die Fokussierung auf die Erkrankungsprävalenzen und eine mehr biologische Ausrichtung. Es bedarf einer neuen Gewichtung der Lehrinhalte, alte Zöpfe restaurativer bzw. reparativer Zahnmedizin sollten abgeschnitten werden, wie dies übrigens der Wissenschaftsrat bereits 2005 forderte. Die Zahnmedizin rückt – hierfür zählt die Parodontologie als Paradedisziplin – näher an die Medizin und individualisierte Präventionskonzepte sind zu entwickeln.

Die Behandlungskonzepte müssen zurückhaltender, weniger invasiv und mehr auf Strukturerhalt fokussiert werden und die Lehrkonzepte einfache Lösungen anbieten. Dies sowohl vor dem demografischen als auch vor dem ökonomischen Hintergrund.

Von größter Bedeutung finde ich es, dass sich die Politik endlich zu einer vernünftigen Finanzierung ihrer Hochschuleinrichtungen durchringt. Wenn es denn deren zu viele gibt, bleibt nur eine Reduzierung (auch das hat übrigens der Wissenschaftsrat 2005 in die Diskussion gebracht), damit die verbleibende Anzahl die Qualitätsstandards durch ausreichende Finanzierung halten kann.

Welches sind die herausragenden Problemfelder bei der Behandlung Ihrer Patienten?

Auf Populationsebene bezogen die hohe Parodontitisprävalenz, wie dies die Deutsche Mundgesundheitsstudie IV, an der ich die Ehre hatte mitzuarbeiten, deutlich aufweist. Auf individueller Ebene die aggressiven Verlaufsformen der Parodontitis. Die Patienten werden leider auch heute noch zu spät diagnostiziert, was dann in der Therapie weitaus mehr Probleme nach sich zieht als bei Früherkennung.

Auf der anderen Seite freut es mich zu sehen – wie ich dies als Referent in vielen Kursen und Curricula erfahre –, dass die junge Zahnärztegeneration mit den Konzepten des Zahnerhalts, dem Belassen der Einzelzahnlücke und verkürzten Zahnreihe und der Implantattherapie als sinnvolle Ergänzung auf diesem Wege wohl schon einen gewissen Paradigmenwechsel einleitet.


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