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DZOI veranstaltet seit zehn Jahren „Curriculum Implantologie“

13.11.2014


Mit dem Ziel, den Tätigkeitsschwerpunkt in diesem Fachgebiet zu erreichen, kommen seit nunmehr zehn Jahren Zahnmediziner aus ganz Deutschland an das Zentrum ZMK der Universitätsmedizin Göttingen, um hier im Rahmen eines kompakten Blockunterrichts Theorie und Praxis der Zahn-Implantologie zu lernen. Geleitet wir das Curriculum von Prof. Dr. Dr. Wilfried Engelke, apl. Professor und Oberarzt am Zentrum ZMK der Universitätsmedizin Göttingen. Er hat die Entwicklung der Fortbildung in den letzten zehn Jahren mitgestaltet.

Wie hat sich der Weg zur Spezialisierung zum Implantologen in den letzten zehn Jahren geändert?

Prof. Engelke: Die Grundlagen zur Spezialisierung in der Implantologie wurden bereits vor mehr als einem Jahrzehnt gelegt, als curriculäre Weiterbildungen von verschiedenen Fachgesellschaften entworfen wurden, die in ihren Grundzügen auch heute noch Bestand haben. Der Schwerpunkt unseres DZOI-Curriculums lag immer in der praktischen Ausbildung an Phantomen, im Rahmen der Humanpräparate-Arbeit als Vorbedingung für eine hochprofessionelle Praxistätigkeit. Auch die digitale Implantationsplanung wurde frühzeitig eingesetzt, ohne die Konzentration auf das Wesentliche zu verlassen. Heute haben sich zunehmend Konzepte etabliert, die eine curriculäre Weiterbildung mit einem wissenschaftlichen Anspruch verbinden und einen akademischen Abschluss im Sinne eines Mastergrades umfassen. Dennoch ist die Grundlage jeder curriculären Weiterbildung die umfassend dokumentierte Erfahrung von gesetzten Implantaten mit dokumentierten Resultaten. Dies wird in Zusammenarbeit mit den Referenzpraxen gewährleistet. Der Einfluss des Internets und ELearning haben viele Präsenzveranstaltungen abgelöst und erlauben eine häusliche Erarbeitung von Curriculums-Inhalten. Diese bedürfen allerdings der Vertiefung in den Seminaren des Curriculums vor Ort mit erfahrenen Dozenten.

Welche Zahnärzte kamen damals mit welchem Ziel? Wie ist das heute?

Prof. Engelke: Die damaligen Kursteilnehmer waren zumeist Kollegen mit langjähriger Erfahrung in eigener Praxis, die den Bereich der Implantologie in eine laufende Struktur einbeziehen wollten. Heute kommen vor allem junge Kollegen, Berufsanfänger und Assistenten, die zu Beginn ihrer beruflichen Laufbahn einen berufspraktischen Einstieg in die Implantologie suchen und von vornherein eine zertifizierte Tätigkeit anstreben.

Welche Inhalte waren früher wichtig, was steht heute im Vordergrund?

  • Die zumeist jungen Kollegen schätzen neben der wissenschaftlichen Qualität und dem hohen praktischen Anteil der Fortbildung besonders den knapp einwöchigen Blockunterricht.

  • Die zumeist jungen Kollegen schätzen neben der wissenschaftlichen Qualität und dem hohen praktischen Anteil der Fortbildung besonders den knapp einwöchigen Blockunterricht.
Prof. Engelke: Die Inhalte haben früher wie heute theoretisch die Grundlagen zu legen zum Verständnis der Osseointegration und der funktionellen Integration von Implantaten in die alveolären Gewebestrukturen. Dazu gehören Grundlagen der Anatomie, der Physiologie der Kieferstrukturen einschließlich Geweberegeneration. Weitere Schwerpunkte sind eine Übersicht über chirurgische Behandlungsverfahren in der Implantologie und über aktuelle Implantatsysteme mit Bewertung der Systemkomponenten im Hinblick auf den Langzeiterfolg sowie das Thema prothetische Versorgung auf Implantaten in Abhängigkeit von den Indikationsgruppen inklusive einer Übersicht über die in der Praxis verwendeten Biomaterialien und deren Anwendung. Die Zusammenarbeit mit dem zahntechnischen Laboratorium und Optionen für die Versorgung auf Implantaten werden ausführlich erörtert. Einen weiteren Abschnitt bilden Hygienemaßnahmen und Implantatbehandlung vor dem Hintergrund von Parodontalerkrankungen und Allgemeinerkrankungen mit Bewertung des Behandlungsrisikos. Den Teilnehmern wird ein Programm zur Behandlungsplanung und Patienteninformation vorgestellt, das auf die Bedürfnisse der Praxis zugeschnitten ist. Die wirtschaftlichen Bedingungen zur Integration der Implantologie in die Praxis kommen ebenfalls zur Sprache. Vermehrt im Vordergrund stehen die digitale Bildgebung mit ihren Möglichkeiten zur Optimierung der Implantatplanung, Fragen der Weichgewebsästhetik, moderne Technologien (Laserbehandlung) und nicht zuletzt die Behandlung von Periimplantitis.

Was ist die wichtigste Veränderung?

Prof. Engelke: Die Implantologie hat die zahnärztliche Chirurgie nachhaltig beeinflusst. Die Socket Preservation ist eine Entwicklung aus der Implantologie heraus, die einen großen Einfluss auf die zahnärztliche Chirurgie genommen hat. Der Erhalt von Kieferkammstrukturen ist heute unumstritten wichtigstes Behandlungsziel. Wo vor einem Jahrzehnt noch großzügig osteotomiert und anschließend mit aufwendigen Transplantaten rekonstruiert wurde, wird heute bereits bei der Zahnentfernung in der Praxis durch moderne mikrochirurgische Verfahren Gewebe erhalten. Weniger Invasivität ist in Zukunft mehr Behandlungsqualität.

Wie haben sich die Standards verändert beispielsweise in der Augmentation oder in der Weichgewebeästhetik?

Prof. Engelke: Zunehmend werden Behandlungsfälle im ästhetisch relevanten OK-Bereich behandelt, bei denen eine perfekte Rekonstruktion der gingivalen Situation mit natürlicher Ästhetik erforderlich ist. Daran orientiert ist eine perfekte Rot-Weiß-Ästhetik des implantatgetragenen Zahnersatzes. Die Ausrichtung auf die ausschließliche Osseointegration als primärem Behandlungsziel, wie vor einem Jahrzehnt noch akzeptiert, ist nicht mehr aktuell. Heute assistieren Planungsprogramme bei einer perfekten Implantatposition und die Verwendung von zahnfarbenen Implantaten auf Zirkonbasis hat einen größeren Stellenwert erhalten. Wir geben der Gestaltung der Weichgewebsästhetik durch aufbauende Maßnahmen minimalinvasiven Charakters mit der Verwendung von Bindegewebstransplantaten und lasergestützten Verfahren einen wesentlich größeren Stellenwert als noch vor Jahren.

Wie sieht ein Curriculum Implantologie in 10 Jahren aus? Wohin sollte die Ausbildung sich entwickeln?

Prof. Engelke: Der Trend zu weiterer Digitalisierung bei der Planung, individualisierte Behandlungs- und Implantationsverfahren ist unverkennbar. Die Kursdauer wird möglicherweise noch kürzer sein und die Kommunikation über das Internet Frontalunterricht und Prüfungen teilweise ablösen. Praktische Kurskomponenten werden vermutlich noch größeres Gewicht erhalten.

Warum sollte ein Zahnmediziner sich für das Curriculum Implantologie des DZOI entscheiden? Was ist aus Ihrer Erfahrung der entscheidende Vorteil?

Prof. Engelke: Das DZOI bietet eine kompakte theoretische Ausbildung mit praxisbezogenem Akzent, individuelle Weiterbildung durch erfahrene Referenzpraxen, Kollegialität und Internationalität. Das gemeinsame Lernen mit hohem Anspruch ohne Stress in kollegialer Atmosphäre einer traditionsreichen Universität ist ebenfalls ein entscheidender Punkt.

Vielen Dank für das Gespräch, Prof. Dr. Engelke.


Weitere Informationen:

Das nächste Curriculum Implantologie des DZOI findet von Montag, den 5. bis Samstag, den 10. Oktober 2015 statt. Anmeldungen können bereits jetzt über die DZOI-Geschäftsstelle getätigt werden. Der Frühbucherrabatt von 10 Prozent wird sofort bei Anmeldung abgezogen. Die Kursgebühr wird erst im September 2015 fällig. 


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