Interviews

Jörn Thurow über das Keramikimplantat aus der FairImplant-Familie

FairWhite – die keramische Alternative zum FairOne

13.04.2021

Implantation eines FairWhite Parallel 35-10 – und Zustand 8 Tage später nach Nahtentfernung.
Implantation eines FairWhite Parallel 35-10 – und Zustand 8 Tage später nach Nahtentfernung.

Die FairImplantat-Familie besteht inzwischen aus 3 Implantatsystemen: Begonnen hat alles mit der jahrelangen Entwicklung des einteiligen Implantats FairOne. Erweiterte Anwenderwünsche führten 2009 zur Entstehung des zweiteiligen Implantates FairTwo. Seit 2015 gehört zum etablierten Implantatsortiment das keramische Implantat FairWhite. Mehr über dieses jüngste Familienmitglied hat uns Geschäftsführer Jörn Thurow verraten.

DI: Seit 2015 gehört zu Ihrem etablierten Implantatsortiment FairOne und FairTwo auch ein keramisches Implantat. Was hat Sie zur Entwicklung von FairWhite™ und damit zum Einstieg in den Markt der Keramikimplantate veranlasst?

  • Geschäftsführer Jörn Thurow

  • Geschäftsführer Jörn Thurow
    © Dr. Frédéric Maccario
Jörn Thurow: Tatsächlich haben wir das Keramikimplantat nicht selbst entwickelt. Im Jahr 2011 habe ich auf der IDS das Ziraldent®-System entdeckt, das unserem FairOne-System ziemlich genau entsprach, abgesehen vom Werkstoff und der keramikgerechten Konstruktion.

Um unseren Anwendern hinsichtlich des Werkstoffes zukünftige Optionen bieten zu können, haben wir das System übernommen und zunächst in Zubehör und Gebrauchstauglichkeit weiterentwickelt. Unseren Anwendern fiel es daher auch ganz leicht, ein solches Keramikimplantat zu setzen. Neueinsteiger in das seither verfügbare FairWhite-System profitierten von der langjährigen Erfahrung mit einteiligen Implantaten.

DI: Was ist das Besondere an FairWhite?

Jörn Thurow: Erstens wird durch die formkongruente Implantatbett-Aufbereitung ein sehr guter IBIC (intial bone to implant contact) für eine hohe Primärstabilität und kürzere Einheilungszeiten sichergestellt. Zweitens wird eine exzellente Dauerfestigkeit durch den Werkstoff, die aufwendige Herstellung inklusive Oberfläche und Konstruktion sichergestellt.

Und Drittens ist das Zubehör wie Formbohrer, Insertionsinstrumente, Stanzen usw. im Fairimplant-System weitgehend kompatibel. Mit einem Set lassen sich drei Implantattypen setzen, was dem Behandler viele Möglichkeiten gibt und Aufwand für Organisation und Teamschulung reduziert.

DI: Durch welche konstruktiven Highlights besticht Fair-White?

Jörn Thurow: Die neue Form „Parallel“ hat insbesondere Vorteile bei Achsdifferenzen, Unterschieden in Knochenhöhen und engen Situationen im Vergleich zu den sonst am Markt erhältlichen auftulpenden Formen. Trotzdem gibt es auch weiterhin diese Form mit unserer Variante „Schulter“.

DI: Aus welchen Werkstoffen besteht Fair-White?

Jörn Thurow: Es handelt sich um die Biokeramik Ziraldent®- ein ATZ (Aluminiumoxid verstärktes Zirkon). Dieser Werkstoff weist höchste Biokompatibilität, Festigkeit und Alterungsbeständigkeit auf. Die raue Oberfläche besteht aus demselben Werkstoff und wird durch ein spezielles Dünnschichtsinterverfahren ohne Senkung der Festigkeit durch mechanische Bearbeitung hergestellt.

DI: Welche prothetischen Optionen bietet FairWhite?

Jörn Thurow: Vereinfacht wird FairWhite wie ein Zahnstumpf versorgt. Der prothetische Kopf kann einfach präpariert werden. Ohne Präparation können Laboranaloge genutzt werden. Solche gibt es auch schon für gedruckte Modelle.

DI: Für welche klinischen Indikationen empfehlen Sie Fair-White?

Jörn Thurow: Die Indikationen für einteilige Implantate sind heranzuziehen. Gerade Sofortimplantationen sind durch die hervorragende Primärstabilität möglich. Hinsichtlich der Vermeidung von Zugspannungen sollten möglichst keine Anhänger darauf konstruiert werden, sondern lieber Einzelkronen, kleine Brücken oder ausreichend gestützte Teleskope.

DI: Warum bieten Sie eigentlich keine zweiteiligen Keramikimplantate an?

  • Die zwei Varianten des FairWhite – Parallel und mit Schulter.

  • Die zwei Varianten des FairWhite – Parallel und mit Schulter.
    © Dr. Frédéric Maccario
Jörn Thurow: Mit FairTwo können wir auf langjährige Erfahrung mit modernen zweiteiligen Implantaten zurückblicken. Solche Systeme sind dominant und bieten viele Vorteile bei der prothetischen Gestaltung.

Zirkon ist für diese Technologie hinsichtlich der Zugspannungsempfindlichkeit und der quasi nicht vorhandenen Bruchzähigkeit in hohem Maße herausfordernd. Derzeit sehe ich zwar den Bedarf, aber noch keine sicheren und machbaren Lösungsansätze.

DI: Seit kurzem findet man auf Ihrer Homepage auch die Fair-White 2.0 Bioline. Was hat es damit auf sich?

Jörn Thurow: Zirkonwerkstoffe werden nicht wegen der mechanischen Eigenschaften, sondern aufgrund der sehr günstigen Fremdkörperreaktionen von den Implantologen eingesetzt. Um diese Vorteile hervorzuheben, haben wir den Zusatz „Bioline“ ergänzt.

DI: Was raten Sie einem noch unentschlossenen Behandler – wann ist FairWhite genau das passende System?

Jörn Thurow: FairWhite bietet sich für den Patienten an, der auf zellulärer Ebene erhöhte Fremdkörperreaktionen mit Reintitan aufweist oder der durchgängig eine metallfreie weiße Ästhetik wünscht. Die Schleimhautsituation um das Implantat ist bemerkenswert gut. Durch das einphasige Protokoll ist die Chirurgie zwar leicht eingeschränkter durch den fehlenden Angulationsausgleich, dafür aber für den Patienten hinsichtlich des zeitlichen Behandlungsaufwandes und somit den Kosten günstiger.

DI: Vielen Dank Herr Thurow für diesen Einblick.


Quelle:
FairImplant GmbH


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