Interviews


Metallfreie Versorgung für Chirurgie und Prothetik aus einer Hand

09.06.2015

Das ceramic.implant ist in den Durchmessern 4,0 / 4,5 / 5,0 mm und den Längen 8 / 10 / 12 und 14 mm erhältlich.
Das ceramic.implant ist in den Durchmessern 4,0 / 4,5 / 5,0 mm und den Längen 8 / 10 / 12 und 14 mm erhältlich.

Die VITA Zahnfabrik hat ihre langjährige Erfahrung im Bereich der metallfreien Prothetik als Ausgangspunkt für die Entwicklung eines Keramikimplantates genutzt. Das ceramic.implant vereint aktuelle Erkenntnisse aus Wissenschaft und Praxis. Der neue Geschäftsbereich vitaclinical hat intensiv mit führenden Universitäten sowie mit einem klinischen Netzwerk niedergelassener Implantologen zusammengearbeitet. Wir sprachen mit Projektleiter André Schöne über das einteilige, zylindrokonische Keramikimplantat.

DI: Was hat VITA dazu veranlasst, ein Keramikimplantat zu entwickeln?

André Schöne: Schon seit der Gründung der VITA Zahnfabrik vor über 90 Jahren steht bei uns die Entwicklung zuverlässiger ästhetischer und biologischer Materialien für Patienten im Fokus. Diesen hohen Anspruch haben wir in verschiedenen Materialgruppen umgesetzt, ganz gleich ob es sich um Keramiken, Kunststoffe oder die heute modernen Hybridmaterialien handelt. Wir sind und waren uns immer bewusst, dass wir hohe Verantwortung gegenüber dem Patienten übernehmen und dies war und ist gleichzeitig unsere Motivation, diese Entwicklungen weiter voranzutreiben. Wir sind überzeugt, dass Keramiken bessere biologische Eigenschaften haben, als Metalle. Dadurch entwickelten wir immer ? mit den neuesten technologischen Möglichkeiten ? Keramiken, die erweiterte Indikationsmöglichkeiten boten. Der Weg von den Jacketkronen über Kernmassen, VITA Hi-Ceram und VITA In- Ceram macht diese Absicht sichtbar. Mit der Verfügbarkeit von Hochleistungskeramiken war somit der Schritt, Zahnersatz auch auf eigenen keramischen Implantaten zu befestigen, eine logische Folge. So entstand ceramic.implant.

DI: Was ist das Besondere an ceramic.implant?

André Schöne: Wie bei allen VITA-Produkten steht auch hier die Patientenorientierung im Mittelpunkt unserer Bemühungen. Ästhetik, Biologie und Funktion müssen dem Patienten auch mit einem keramischen Implantat sicher zur Verfügung gestellt werden. Damit war eine klinische Multicenterstudie zur Prüfung der klinischen Eigenschaften unverzichtbar. Es ist uns gelungen, Werkstoff, Design und Oberfläche keramikgerecht zu gestalten, um damit die Voraussetzungen zu schaffen, den hohen Ansprüchen an ein solches Produkt gerecht werden zu können. Kürzere Einheilzeiten ohne Schutzschiene, ein hoher Knochen-Implantat-Kontakt, Knochenerhalt und natürliche Weichgewebsanlagerung kommen den Patienten zugute.

DI: Prothetik und Chirurgie von einem Hersteller bzw. aus einer Hand: Welche Vorteile bieten sich dadurch noch für die Patienten?

André Schöne: Als Prothetikspezialist geht unsere Aufgabe viel weiter. Denn ein Patient möchte nicht nur ein schönes Implantat, er möchte die Lösung seines Problems mit einer Gesamtversorgung, möglichst ohne Komplikationen und mit vertretbarem Aufwand. Geeignete Materialien für die prothetische Versorgung sind damit ebenso wichtig, wie das Implantat selbst. Mit ceramic.implant und der neuen Hybridkeramik VITA ENAMIC entsteht eine einzigartige implantatprothetische Kombination. Speziell im Seitenzahngebiet und im Frontzahngebiet bietet VITA SUPRINITY neue materialtechnische Vorteile. VITA SUPRINITY ist eine zirkondioxidverstärkte Lithiumsilikat-Glaskeramik und bietet höchste Sicherheit. Durch effiziente CAD/CAM-Herstellung und der Individualisierungsmöglichkeit mit VITA VM 11, können höchste ästhetische Ansprüche effizient realisiert werden.

  • Situation vor der Implantation… (Bildquelle Prof. Dr. Ronald Jung)
  • … und derselbe Patient zwei Jahre später. (Bildquelle Prof. Dr. Ronald Jung)
  • Situation vor der Implantation… (Bildquelle Prof. Dr. Ronald Jung)
  • … und derselbe Patient zwei Jahre später. (Bildquelle Prof. Dr. Ronald Jung)

DI: Worin besteht der Unterschied bei der Versorgung mit VITA ENAMIC bzw. mit VITA SUPRINITY bei der Suprakonstruktion?

André Schöne: Die fehlende Resilienz von Implantaten im Vergleich zu natürlichen Zähnen bewirkt eine deutlich höhere Belastung von implantatgetragenem Zahnersatz. Dies führte oft zum Versagen keramischer Versorgungen auf Implantaten, was für den Patienten mit unnötigem zusätzlichen Korrekturaufwand verbunden war. VITA ENAMIC zeigt bei funktioneller Belastung ein wesentlich besseres Verhalten. Das Elastizitätsmodul dieses vernetzten Hybridmaterials konnte so eingestellt werden, dass es im Bereich des natürlichen Dentins liegt. Somit kann die fehlende Resilienz des Implantates in die Krone verschoben werden. So entsteht eine neue Qualität der Gesamtversorgung für den Patienten. Die zirkondioxidverstärkte Lithiumsilikat-Glaskeramik VITA SUPRINITY hingegen bietet hohe Ästhetik durch natürliche Farb- und Lichtwirkung und ist dadurch für Versorgungen im Frontzahngebiet auf ceramic.implant sehr gut geeignet. Durch die mögliche Individualisierung mit VITA VM 11 entsteht eine patientengerechte Versorgung auf hohem Niveau. Denn im Vergleich zu „normalen“ Glaskeramiken besteht durch das zirkonoxidverstärkte Gefüge höhere Sicherheit.

DI: Welche wissenschaftlichen Erkenntnisse möchten Sie unseren Lesern nicht vorenthalten?

André Schöne: Auf inzwischen zahlreichen wissenschaftlichen Veranstaltungen wurden Ergebnisse der Entwicklung von ceramic.implant vorgestellt. So konnte gezeigt werden, dass ceramic.implant nicht nur ein optimiertes Kopfdesign hat, sondern auch schnell und sicher ohne Schutzschiene einheilt, einen hohen Bone Implant Contact aufweist und eine natürliche Weichgewebsanlagerung stattfindet.

DI: Wie wollen Sie es schaffen, auch für Ihre neue Zielgruppe der Zahnärzte ein kompetenter Ansprechpartner zu sein?

  • Projektleiter André Schöne.

  • Projektleiter André Schöne.
André Schöne: Bereits 2009 haben wir vitaclinical zu einem zahnmedizinischen Kompetenzzentrum entwickelt, um genau dieser Aufgabe gerecht zu werden. Durch die enge Vernetzung mit führenden Universitäten und Praxisanwendern weltweit ist es möglich, unseren Anwendern stets aktuelles Wissen und neueste wissenschaftliche Erkenntnisse zukommen zu lassen. Dabei setzen wir auch verstärkt auf digitale Kommunikation. Mit unserem praxis.assistent (www.vita-clinical.com) ist es jederzeit möglich, dieses Wissen abzurufen. Durch die enge Synergie zu VITA stehen so dem Anwender alle Voraussetzungen für eine implantologische Gesamtversorgung auf höchstem Niveau zur Verfügung.

DI: Vielen Dank, Herr Schöne, für die Erläuterung dieser Zusammenhänge.