Interviews

Biofilm-Management für Implantologen auf dem 5. Oral-B Symposium

Prof. Frank Schwarz ist immer gut für Denkund Handlungsweisen gegen den Mainstream

14.03.2014

Effektives Reinigungsinstrument zur Periimplantitisprophylaxe: die oszillierend-rotierende Zahnbürste von Oral-B mit „Tiefenreinigung“-Aufsteckbürste.
Effektives Reinigungsinstrument zur Periimplantitisprophylaxe: die oszillierend-rotierende Zahnbürste von Oral-B mit „Tiefenreinigung“-Aufsteckbürste.

Das 4. Oral-B Symposium im Jahr 2012 in Berlin war unter dem Titel „Change your Mind – Mundhygiene ist Kopfarbeit“ ein Riesenerfolg für die rund 800 Teilnehmer. Nun steht schon das 5. Oral-B Symposium am 21. März 2014 in der Jahrhunderthalle in Frankfurt am Main vor der Tür, mit dem Thema „Biofilm-Management – Schlüssel zur Mundgesundheit“. Dr. Karl-Ludwig Ackermann aus Filderstadt erläutert in unserem Interview, warum diese Veranstaltung gerade in puncto Implantologie so ergiebig sein wird.

DI: Herr Dr. Ackermann, Sie haben dem 4. Oral-B Symposium beigewohnt und werden auch beim 5. dabei sein. Was überzeugt Sie von der Bedeutung genau dieser Veranstaltung?

  • Indikation für eine implantologische Therapie: zahnloser stark atrophierter Unterkiefer, hier in der Orthopantomogramm-Aufnahme ….

  • Indikation für eine implantologische Therapie: zahnloser stark atrophierter Unterkiefer, hier in der Orthopantomogramm-Aufnahme ….
Dr. Karl-Ludwig Ackermann: Die Implantologie betrachten wir hierzulande nach über 40 Jahren mit Fug und Recht als etabliert. Nachholbedarf bleibt aber nach wie vor im Bereich der Prophylaxe. Sicher, auf eine Vielzahl eigener chirurgischer Eingriffe darf jeder stolz sein. Aber es ist doch letztendlich derjenige unter uns implantologisch tätigen Zahnärzten am erfolgreichsten, der die größte Zahl an Implantaten über viele Jahre im Mund des Patienten hält. Darum ist für mich als implantologisch tätiger Zahnarzt Prophylaxe ein Schwerpunkt – und unbedingt Chefsache.

Die Oral-B Symposien bieten nach meiner Erfahrung eine einzigartige Chance, diese Thematik zu vertiefen. Vor zwei Jahren bot sich dem Auditorium ein reichhaltiger Überblick: aktuelle epidemiologische Daten, neue klinische Studien, professionelle und häusliche Prophylaxe gemäß dem Stand der Technik. Mich persönlich hat damals besonders das „Motivational Interviewing“ interessiert, die motivierende Gesprächsführung mit dem Patienten. Denn suboptimale Pflege stellt häufig die Ursache von multiplem Zahnverlust dar, der dann eine Implantation nach sich zieht. Für die betroffenen Patienten ist der Weg zu einer effizienten häuslichen Mundhygiene in der Regel länger als für Patienten mit weitgehend naturgesundem Gebiss.

DI: „Motivational Interviewing“ klingt nach einem weichen Thema. Geht es beim 5. Oral-B Symposium härter zur Sache?

  • … und in der Fernröntgenseitenansicht.

  • … und in der Fernröntgenseitenansicht.
Dr. Karl-Ludwig Ackermann: Das lässt sich kaum klinisch voneinander trennen. Wenn ein Vortrag auf der psychologischen Ebene ansetzt, mag das mancher als „weich“ empfinden. Doch bei einem zur häuslichen Prophylaxe motivierten Patienten hat es ganz konkrete Auswirkungen auf den Erfolg der Therapie. Implantaterhalt oder -verlust – ein härteres Kriterium gibt es nicht. Viel interessanter scheint mir: Das 5. Oral-B Symposium hält speziell für den implantologisch tätigen Zahnarzt einen extra Beitrag mit dem Titel „Biofilm-Management für Implantologen“ bereit.

DI: Nun weiß man zum dentalen Biofilm-Management schon eine ganze Menge – was erwarten Sie sich von einem implantologischen Vortrag speziell zu diesem Thema?

Dr. Karl-Ludwig Ackermann: Diese Fachdisziplin entwickelt sich sicher nicht sprunghaft. Ausgesprochen sensationelle Neuigkeiten erwarte ich daher nicht, aber Biofilm-Management stellt eine vielschichtige Herausforderung dar. Ich kenne den diesjährigen Referenten, Herrn Prof. Frank Schwarz von der Universität Düsseldorf, aus dem Vorstand der DGI. Er versteht es, Grundlagenforschung und Klinik zu verbinden. Zu seinen wissenschaftlichen Spezialgebieten zählen sowohl die periimplantäre Knochenstruktur als auch die Genese und Behandlung von Periimplantitis. Daraus ergeben sich für das Biofilm-Management in der Praxis regelmäßig Aspekte, die zur Steigerung der Erfolgsrate führen können.

  • Die Therapie unter Verwendung von enossalen Implantaten (Camlog, Wimsheim), die mit Teleskopen versehen sind.
  • Die vier inserierten Implantate in der Orthopantomogramm-Aufnahme.
  • Die Therapie unter Verwendung von enossalen Implantaten (Camlog, Wimsheim), die mit Teleskopen versehen sind.
  • Die vier inserierten Implantate in der Orthopantomogramm-Aufnahme.

  • Die prothetische Versorgung auf vier Implantaten.
  • Die prothetische Versorgung auf vier Implantaten.

DI: Ganz hart gefragt: Werden diese Ausführungen über das hinausgehen, was Sie in den einschlägigen nationalen und internationalen Journals lesen können?

  • Dr. Karl-Ludwig Ackermann (Filderstadt), Mitglied in den Vorständen der DGI und der DGZMK.

  • Dr. Karl-Ludwig Ackermann (Filderstadt), Mitglied in den Vorständen der DGI und der DGZMK.
Dr. Karl-Ludwig Ackermann: Wenn ich die durchsehe, erfahre ich meist etwas über Sinuslift und flapless surgery oder allgemein über komplexe chirurgische Eingriffe. Eine Fotodokumentation mit der Situation präoperativ, postoperativ und nach Behandlungsabschluss weist den unmittelbaren Erfolg nach. Die weitergehende Herausforderung besteht aber - wie gesagt - in einer Stabilisierung dieses klinischen Resultats über zehn, zwanzig, dreißig Jahre. Dazu brauche ich ein umfassendes Biofilm-Management. Es ist der Schlüssel zur Mundgesundheit und damit auch der Schlüssel zum Langzeiterfolg einer jeden implantologischen Behandlung.

Dazu dürfen wir bei Prof. Schwarz mit überraschenden Antworten rechnen. Denn er vertritt häufig in der einen oder anderen Detailfrage eine wissenschaftliche Position, die etablierten Denkmustern konträr gegenübersteht. Allein deswegen ist ein Vortrag von ihm immer ein Highlight – selbst für jemanden, der ihn persönlich sehr gut kennt.


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