Interviews


Rasante Entwicklungen bei BEGO

07.02.2024

Thomas Stahl, Director Global Marketing Bego.
Thomas Stahl, Director Global Marketing Bego.

Thomas Stahl, Director Global Marketing BEGO, spricht über die Erfahrungen, die das Unternehmen in den vergangenen 30 Jahren in der dentalen Implantologie gemacht hat, und wagt einen Ausblick auf künftige Entwicklungen.

Vor 30 Jahren wurden die BEGO Semados® S-Implantate in den Markt eingeführt. Wie hat dieser Schritt das Denken und die Entwicklung im Unternehmen bis heute beeinflusst?

Er hat uns gezeigt, wie wichtig Innovation in der Dentalimplantologie ist. Diese Implantate waren für uns Anstoß, den Fokus stärker auf Forschung und Entwicklung zu legen.

Sie haben uns auch dazu gebracht, uns intensiver mit den Bedürfnissen von Zahnärzten/-innen, Implantologen/-innen und Patienten/-innen auseinanderzusetzen und uns außerdem dabei geholfen, unsere Produktpalette zu diversifizieren und unseren Ruf als Pioniere zu festigen. Zudem haben sie auch den Weg für weitere Entwicklungen geebnet, z.B. individuelle CAD/CAM-gefertigte Prothetikkomponenten und das BEGO MultiPlus-Konzept.

Insgesamt hat die Einführung dieser Implantate unsere Herangehensweise an Produktentwicklung und Kundenbedürfnisse beeinflusst und uns dazu motiviert, kontinuierlich nach Verbesserungen und neuen Lösungen zu suchen sowie den Status quo zu hinterfragen.

Welche Rolle spielt dabei die Verknüpfung der Geschäftsbereiche „Medical“, „Dental“ und „Implantologie“?

Diese Verknüpfung ist für uns von zentraler Bedeutung, da sie es uns ermöglicht, ein umfassendes Verständnis für die gesamte Bandbreite der Patientenversorgung zu entwickeln. Die integrierte Herangehensweise fördert die Synergien zwischen den verschiedenen Bereichen und ermöglicht es uns, innovative Lösungen zu entwickeln, die weltweit geschätzt werden. Die enge Zusammenarbeit zwischen den Geschäftsbereichen erleichtert den Wissensaustausch und die gemeinsame Forschung, was wiederum die Entwicklung von Produkten und Dienstleistungen beschleunigt.

In einem Markt, der sich ständig weiterentwickelt und in dem die Grenzen zwischen den verschiedenen medizinischen Disziplinen immer mehr verschwimmen, ist diese interdisziplinäre Zusammenarbeit unerlässlich. Sie ermöglicht es uns, flexibel auf neue Herausforderungen zu reagieren sowie unsere Produkte und Dienstleistungen ständig an die sich ändernden Bedürfnisse von Fachkräften und Patienten anzupassen.

Wie haben sich aus Ihrer Sicht die Ansprüche an Implantate in den vergangenen 30 Jahren verändert?

Früher lag der Fokus hauptsächlich auf der Funktionalität: Es ging darum, verloren gegangene Zähne zu ersetzen. Heute ist das Spektrum der Anforderungen viel breiter: zusätzlich sind Aspekte wie Ästhetik, Komfort und Langzeitstabilität von Bedeutung. Die Patienten/-innen sind heute besser informiert und erwarten individuell angepasste Lösungen, die ihren Lebensstil und ihre Bedürfnisse berücksichtigen.

Dies hat auch die Art und Weise verändert, wie Zahnärzte/-innen und Implantologen/-innen ihre Arbeit sehen. Sie suchen nach Implantatlösungen, die sicher sowie zuverlässig sind und gleichzeitig ästhetisch ansprechende Ergebnisse liefern.

Das hat uns dazu bewegt, unsere Produkte ständig weiterzuentwickeln, um den vielfältigen und sich ändernden Bedürfnissen gerecht zu werden. Dabei spielen auch digitale Technologien eine immer größere Rolle, wie z.B. schablonengeführte Implantationssysteme.

Insgesamt kann man sagen, dass die Ansprüche an Implantate heute komplexer sind als je zuvor. Es ist eine spannende Zeit in der Dentalimplantologie, und wir sind stolz darauf, Teil dieser Dynamik zu sein.

Welches waren in dieser Zeit die bahnbrechenden Entwicklungen auf dem Markt und in Ihrem Unternehmen?

In den vergangenen 30 Jahren hat die rasante Entwicklung die Behandlungsprozesse in der dentalen Implantologie revolutioniert. Bahnbrechende Fortschritte waren beispielsweise die Einführung von Titan als Standardmaterial für Implantate, die Verbesserung der Osseointegration durch fortschrittliche Oberflächenbehand lungen und die Revolution von Diagnostik und Planung durch 3D-Bildgebung.

Ein gutes Beispiel dafür ist unser BEGO Guide System, das eine präzise, schablonengeführte Implantation ermöglicht und damit Behandlungszeit und Aufwand für den/die Zahnarzt/-ärztin bzw. den/die Implantologen/-in reduziert. Ebenso unsere Semados® RSXPro Implantate: Diese heben sich durch ihre konische Form mit abgerundetem Apex und ihr selbstschneidendes Gewindedesign hervor. Die hochreine TiPurePlus-Oberfläche und der integrierte Platform Switch tragen zur Förderung der Osseointegration und zum Erhalt des krestalen Knochens bei.

Bei Kongressen und Tagungen werden derzeit Themen wie Sofortimplantation, minimalinvasive Verfahren etc. diskutiert. Was davon wird sich im dentalen Alltag durchsetzen und was wird vermutlich eher bei Spezialisten angesiedelt bleiben?

Ich sehe die Sofortimplantation als eine Technik, die sich zunehmend im Alltag des/der implantierenden Zahnarztes/-ärztin etablieren wird. Sie bietet erhebliche Vorteile in Bezug auf Zeitersparnis und Patientenkomfort und ist mittlerweile so ausgereift, dass sie breit angewendet werden kann. Was minimalinvasive Verfahren betrifft, so erfordern diese oft eine spezielle Weiterbildung.

Es ist nicht so, dass diese Verfahren grundsätzlich komplexer sind, aber sie erfordern einfach eine andere Art von Schulung und Erfahrung. Diese Entwicklungen haben auch Einfluss auf die Art und Weise, wie wir unsere Produkte und Schulungsangebote gestalten; immer mit dem Ziel vor Augen, die Patientenversorgung zu optimieren und vielfältige Lösungen für unterschiedliche klinische Herausforderungen zu bieten.

Welche Entwicklungen in Sachen Implantatdesign gab es in den vergangenen 30 Jahren? Und in welche Richtung bewegt es sich aktuell?

Vor allem Formen und Oberflächenstrukturen der Implantate haben sich erheblich weiterentwickelt. Frühe Implantatdesigns waren oft zylindrisch, während moderne Designs konische Formen mit abgerundetem Apex aufweisen. Diese Formen bieten eine verbesserte Primärstabilität und erleichtern die Implantatplatzierung.

Die Oberflächen haben sich ebenfalls von glatt zu mikrostrukturiert weiterentwickelt, welche die Osseointegration fördern. Aktuell bewegt sich der Trend in Richtung digitaler und personalisierter Lösungen. CAD/CAM-Technologien ermöglichen es, individuelle Prothetikkomponenten zu entwerfen.

Digitale Planungstools wie unser BEGO Guide System werden immer häufiger eingesetzt, um die Präzision der Implantatplatzierung zu erhöhen. Insgesamt kann man sagen, dass der Trend klar in Richtung einer immer individuelleren, präziseren und patientenorientierten Versorgung geht.

Neben der Qualität der Produkte spielt auch der Kundenservice eine große Rolle. Wie sollte ein guter Kundenservice für die implantologisch tätigen Zahnärzte/-innen aussehen?

Ein guter Kundenservice geht weit über die reine Produktqualität hinaus. Er beginnt bereits bei der Beratung und Auswahl der passenden Implantatsysteme und -komponenten. Hier ist eine individuelle, fachkundige Beratung durch geschulte Mitarbeiter/-innen entscheidend, die den Zahnärzten/-innen die für ihre speziellen Bedürfnisse und Anforderungen optimalen Lösungen aufzeigen können.

Darüber hinaus ist eine schnelle und zuverlässige Lieferung der Produkte ein Muss. Zeit ist in der Zahnmedizin oft ein kritischer Faktor, und Verzögerungen können den Behandlungsprozess erheblich stören. Ein guter Kundenservice stellt sicher, dass die benötigten Materialien und Instrumente pünktlich und in einwandfreiem Zustand in der Zahnarztpraxis ankommen.

Technischer Support ist ebenfalls ein wichtiger Aspekt. Ob es um die Handhabung der Produkte, die Interpretation von Daten oder die Lösung von Problemen geht – ein kompetenter und erreichbarer Kundenservice kann hier entscheidend sein. Schulungen und Fortbildungen runden ein umfassendes Serviceangebot ab.

Implantologisch tätige Zahnärzte/-innen müssen stets auf dem neuesten Stand von Technik und Forschung sein. Ein guter Kundenservice bietet daher regelmäßige Schulungen, Webinare und Workshops an, um die Anwender in der optimalen Nutzung der Produkte zu schulen und über Neuerungen zu informieren.

Welche Visionen hat BEGO für die kommenden Jahre in Bezug auf Implantologie?

Unsere Vision für die kommenden Jahre ist es, weiterhin an der Spitze der Innovation in der Implantologie zu stehen. Wir planen, unsere Produktpalette zu erweitern, neue Technologien zu erforschen und unsere globale Präsenz zu stärken. Wir möchten die Lebensqualität der Patienten/-innen durch qualitativ hochwertige und zuverlässige Implantatlösungen kontinuierlich verbessern.

Dies erfordert eine ständige Investition in Forschung und Entwicklung, eine enge Zusammenarbeit mit Kunden und Partnern und eine unerschütterliche Verpflichtung zu Exzellenz in allem, was wir tun. Es bedeutet auch, dass wir unsere Werte und unser Handeln ständig überdenken und neu definieren müssen, um sicherzustellen, dass wir relevant bleiben in einer sich ständig verändernden Welt.