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Ausformung des Weichgewebes mit einer provisorischen Krone

Abb. 1: Sofortimplantation eines XiVE® S 3,8 Implantats nach der Extraktion des ersten Prämolaren.
Abb. 1: Sofortimplantation eines XiVE® S 3,8 Implantats nach der Extraktion des ersten Prämolaren.

Der Ersatz einzelner Zähne durch eine implantatgetragene Krone hat sich als Alternative zu einer zahngetragenen Brücke etabliert. Beiden Arten von Zahnersatz ist die Notwendigkeit einer provisorischen Versorgung gemeinsam. Für den Patienten ergibt sich diese in erster Linie aus kosmetischen Gründen. Aus ärztlicher Sicht gibt es natürlich noch weitere Aufgaben für das Provisorium.

Sowohl bei der Sofort- als auch bei der Spätversorgung von Implantaten spielt neben dem Knochen auch das Weichgewebe für die funktionelle und kosmetische Regeneration eine wichtige Rolle. Der Übergang zwischen der natürlichen Zahnkrone und dem Zahnhals ist oval, triangulär aber niemals rotationssymmetrisch (rund) wie bei den Implantaten. Um für den implantatgetragenen Ersatz eines einzelnen Zahnes ein kosmetisches Optimum zu erreichen, ist es erforderlich, das natürliche Durchtrittsprofil (Emergenzprofil) zu imitieren. Während der Einheilphase regeneriert sich nicht nur der Knochen, sondern bekanntermaßen auch das periimplantäre Weichgewebe. Es passt sich an die Form der entsprechenden Grenzstrukturen (Implantathals, Einheilkappe oder Provisorium) an. Anders gesagt, das Emergenzprofil beeinflusst das Ausformen des Weichgewebes. Dies ist ein wichtiger Baustein für den ästhetischen Erfolg. Insofern kommt dem zervikalen Bereich des Provisoriums eine hohe Bedeutung zu. Im Interesse eines gewebeschonenden Vorgehens ist es ratsam, die Gingiva schon während der Einheilphase in das später gewünschte Profil auszuformen. Unmittelbar nach der Sofortinsertion (Abb. 1), aber auch nach dem Freilegen von gedeckt eingeheilten Implantaten (Abb. 2), sollte man so wenig wie möglich am Implantat manipulieren. Das Eindringen von Fremdkörpern in die Wunde ist zu verhindern. Im Hinblick auf die Herstellung eines Provisoriums bedeutet dies: · kein Wechsel des Abutments (bei der Sofortimplantation) · sofort eine gute Passung des Provisoriums erreichen · die Befestigung mit Zement vermeiden. Bei Einsatz von XiVE® Implantaten (DENTSPLY Friadent, Mannheim) lassen sich diese Anforderungen leicht erfüllen.

Das Provisorium

Die XiVE® S Implantate werden mit der vormontierten FRIADENT® TempBase ausgeliefert. Dieses temporäre Abutment dient nicht nur als Einbringpfosten, sondern kann gleichzeitig auch als provisorischer Aufbau für die temporäre Versorgung und als Pfosten für die Indexregistrierung dienen. Die letzten beiden Funktionen sind möglich ohne den Wechsel von Bauteilen ­ also ohne zusätzliches Risiko ­ bei Sofortversorgung und nicht funktioneller Sofortbelastung.

Für die Herstellung des Provisoriums stehen die TempBase Caps zur Verfügung (Abb. 3). Diese Kunststoffteile sind auf die jeweilige TempBase abgestimmt und passen dadurch exakt. Eine Befestigung mit Zement ist nicht erforderlich, da die TempBase Caps Verankerung in der Retentionsrille der TempBase (Abb. 3 und 4) finden und ausreichend fest sitzen. Durch einfaches "Aufklippen" hat man die Basis für ein hochwertiges implantatgetragenes Provisorium, das direkt am Stuhl angefertigt werden kann. Nachfolgend soll das Vorgehen zum Herstellen von direkten Provisorien gezeigt werden. Das TempBase Cap wird zur Probe auf die TempBase gesetzt (Abb. 4). Bei eingeschränktem Platz kann man die diamantförmige koronale und/oder die lateralen Retentionen der TempBase Cap mit einem Skalpell abschneiden (Abb. 5). Steht hingegen viel Platz zur Verfügung dienen diese "Ärmchen" noch als zusätzliche Verankerung zwischen der TempBase Cap und dem Provisorium. Für die Herstellung des Provisoriums gibt es durch die TempBase Caps keine Einschränkungen hinsichtlich bestimmter Verfahren. Somit stehen alle Wege offen. Egal ob man die provisorische Krone mithilfe einer vorgefertigten Formhilfe (z. B. Frasaco-Krone), einer Tiefziehschablone oder einer Vorabformung herstellt. Entscheidet man sich für eines der beiden letztgenannten Verfahren, ist es ratsam, vor der Applikation des Kunststoffes Unterschnittgebiete, zum Beispiel im Bereich der Interdentalräume auszublocken. Die TempBaseCap sichert ein leichtes Entfernen des Rohlings vom Abutment (Abb. 6 und 7). Bei der Ausarbeitung ist viel Wert auf die Gestaltung der zervikalen Anteile zu legen. Durch das Antragen von lichthärtenden Kunststoffen kann das Emergenzprofil in die gewünschte Form gebracht werden (Abb. 8 und 9). Keinesfalls darf die Papille oder der marginale Saum gequetscht werden. Das Provisorium für die Sofortversorgung sollte nicht durch dynamische Okklusionskontakte belastet werden. Insbesondere beim Ersatz von oberen Eckzähnen und ersten Prämolaren kann dies Kompromisse bei der Kronenform bedeuten (Abb. 10). Über diese Notwendigkeit ist der Patient aufzuklären. Derartige Einschränkungen gibt es bei Provisorien nach gedeckter Einheilung nicht. Das fertig ausgearbeitete Provisorium (Abb. 11) ist zu polieren. Für die Befestigung und den sicheren Halt des Provisoriums in der Funktionsperiode benötigt man in der Regel keinen Zement (Abb. 12). Der Aufwand für ein exakt ausgearbeitetes Provisorium lohnt sich, wie die Abbildung 13 zeigt. Für die definitive Versorgung steht ein perfekt ausgeformtes Weichgewebe zur Verfügung. Man beachte den Erhalt des Marginalsaums und der Papillen. Dies sind beste Voraussetzungen, um eine hohe ästhetische Wirkung der definitiven Versorgung zu erreichen. Dem Provisorium kommt somit eine große Bedeutung zu bei der sehr anspruchsvollen Versorgung mit implantatgetragenen Einzelkronen.

Fazit

Das Provisorium muss funktionellen, kosmetischen und phonetischen Ansprüchen genügen. Im Zusammenhang mit der Sofortversorgung nach Sofortimplantation ist noch ein weiteres Kriterium zu erfüllen, das Ausformen des Weichgewebes durch eine entsprechende Gestaltung des Provisoriums im zervikalen Bereich. Das Herstellen des Provisoriums soll aber anderseits auch effizient sein. Hierfür bietet XiVE® mit dem TempBase Konzept die Möglichkeit, schnell ein festsitzendes, ästhetisch anspruchsvolles Provisorium herzustellen. Die TempBase Caps sind nicht nur hilfreich für den Ersatz einzelner Zähne. Sie haben sich auch bei komplexen Versorgungen (wie z. B. Verblockungen) bewährt.

Näheres zum Autor des Fachbeitrages: Dr. Orcan Yüksel - Chris Chmielewski

Bilder soweit nicht anders deklariert: Dr. Orcan Yüksel , Chris Chmielewski


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