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Der Schlüssel zum schonenderen Heilungsprozess

Der Oberkiefer des Patienten acht Wochen nach der Behandlung: Komplikationslos verheilt, gesundes autologes Gewebe ist neugebildet, reduzierte Taschentiefe, verbesserter Attachement-Level (CAL).
Der Oberkiefer des Patienten acht Wochen nach der Behandlung: Komplikationslos verheilt, gesundes autologes Gewebe ist neugebildet, reduzierte Taschentiefe, verbesserter Attachement-Level (CAL).

Die Bundeszahnärztekammer berichtete im April 2011, dass knapp die Hälfte aller Bundesbürger im Alter von 35 bis 44 Jahren an Parodontitis leidet. Knapp 30 % aller Zahnextraktionen sind in der Praxis auf diese entzündliche Zahnbetterkrankung zurückzuführen. Obwohl viele Möglichkeiten der Prophylaxe und Aufklärung bestehen, ist im Behandlungsalltag nach wie vor zu beobachten, dass sich Patienten häufig erst mit akuten parodontalen Beschwerden zahnärztliche Hilfe suchen.

 

 

 

 

Die progressiv und schubweise verlaufende Erkrankung ist für den Patienten im frühen Stadium nicht leicht zu identifizieren. Entzündliche Zustände der Gingiva, Zahnfleischbluten und -rezession werden oft nicht ernst genug genommen. In späteren Stadien äußert sich die Parodontitis durch eitrige subgingival bis apikal gelagerte Entzündungsherde, tiefe Zahnfleischtaschen, atrophierenden Kieferknochen und gelockerte Zähne. Ziel einer Parodontalbehandlung ist es – in jedem Stadium der Parodontitis – den entzündlichen Verlauf der Erkrankung aufzuhalten und regenerative Heilungsprozesse der Gingiva und des knöchernen Zahnhalteapparates anzuregen. Um Letztgenanntes zu erreichen, beweist sich in der Parodontaltherapie OSTEORA® (DFS-Diamon, Riedenburg) als Basis für schonende Heilungsprozesse.

Lindert den Schmerz, fördert die Heilung

OSTEORA® (Abb. 1) ist eine ölige Calciumhydroxid- Suspension von cremiger Konsistenz, die nach der Parodontalbehandlung subgingival appliziert wird.

  • Abb. 1: OSTEORA® wird in einer gebrauchsfertigen Druckspritze mit biegsamer Applikationskanüle angeboten.

  • Abb. 1: OSTEORA® wird in einer gebrauchsfertigen Druckspritze mit biegsamer Applikationskanüle angeboten.
Das Präparat verbleibt im Defekt und wird über die Dauer von 6 bis 8 Wochen resorbiert, während es gleichzeitig die Regeneration von autologem Gewebe anregt. Während der Resorptionszeit gibt es seinen Wirkstoff gleichmäßig im Sinne eines Depoteffekts frei. So wird zum einen durch die direkte Applikation der Suspension in den Defekt der dort vorherrschende pH-Wert auf konstante 8 bis 9 verschoben, was die bakteriostatische und antiinflammatorische Wirkung des Präparates erklärt. Zum anderen fördert dieses leicht basische Milieu die Bildung von regenerativen, desmodontalen Zellen und Osteoblasten sowie die heilungsbeschleunigende Kollagen-Synthese. Die biokompatible Calciumhydroxid-Suspension lindert darüber hinaus Schmerzen und hemmt die Entstehung postinvasiver Schwellungen.

Am konkreten Beispiel

  • Abb. 2: Das OPG des Patienten zeigt horizontalen Knochenschwund ausgelöst durch Parodontitis. Nebenbefund: Sekundärkaries an 26.

  • Abb. 2: Das OPG des Patienten zeigt horizontalen Knochenschwund ausgelöst durch Parodontitis. Nebenbefund: Sekundärkaries an 26.
Der Patient, männlich, Jahrgang 1963, hatte die Möglichkeit prophylaktischer Zahnarztbesuche länger ignoriert und suchte die Praxis erst mit akuten Beschwerden auf. Die intraorale sowie röntgenologische Befunderhebung (Abb. 2) des Oberkiefers offenbarten einen parodontal bedingten, horizontalen Knochenabbau sowie eine Sekundärkaries in regio 26.

Die Parodontalbehandlung

Die entzündlichen Veränderungen des Zahnbettes wurden mittels minimal-invasiver, geschlossener Kürettage unter lokaler Anästhesie behandelt. Die Parodontalbehandlung begann mit dem Scaling supragingivaler Beläge (Abb. 3). Anschließend wurden subgingival Konkrement, Biofilm und abgestorbenes Zahnzement entfernt, wodurch gleichzeitig eine Glättung der Zahnwurzeln stattfand (Abb.4). Abschließend erfolgte die Kürettage des entzündeten Gewebes im Taschenepithel (Abb. 5). Nach der medizinischen Spülung (Abb. 6) der behandelten Bereiche im Oberkiefer wurden die Defektwände subgingival mit OSTEORA® versorgt (Abb. 7 und 8).

  • Abb. 3: Die geschlossene Kürettage beginnt mit der Entfernung der supragingivalen Beläge.
  • Abb. 4: Die Oberfläche der Zahnwurzel wird ebenfalls von Konkrementen, Plaque und abgestorbenen Zementschichten gereinigt und so gleichzeitig geglättet.
  • Abb. 3: Die geschlossene Kürettage beginnt mit der Entfernung der supragingivalen Beläge.
  • Abb. 4: Die Oberfläche der Zahnwurzel wird ebenfalls von Konkrementen, Plaque und abgestorbenen Zementschichten gereinigt und so gleichzeitig geglättet.

  • Abb. 5: Subgingivale Kürettage des infizierten Taschenepithels.
  • Abb. 6: Nach Abschluss der geschlossenen Kürettage werden die behandelten Zahnfleischtaschen medizinisch gespült.
  • Abb. 5: Subgingivale Kürettage des infizierten Taschenepithels.
  • Abb. 6: Nach Abschluss der geschlossenen Kürettage werden die behandelten Zahnfleischtaschen medizinisch gespült.

  • Abb. 7: Die Calciumhydroxid-Suspension wird labial subgingival appliziert.
  • Abb. 8: OSTEORA® verfügt über eine optimale Standfestigkeit, dadurch haftet es für lange Zeit am Defekt an.
  • Abb. 7: Die Calciumhydroxid-Suspension wird labial subgingival appliziert.
  • Abb. 8: OSTEORA® verfügt über eine optimale Standfestigkeit, dadurch haftet es für lange Zeit am Defekt an.

Post-invasive Auswertung

Die therapierten Bereiche im Oberkiefer des Patienten zeigten einen komplikationslosen und entzündungsfreien Heilungsverlauf (siehe Abbildung auf Seite 341). Der Patient berichtete nach der Behandlung weder über Schmerzen noch Schwellungen. Auf die Gabe prophylaktischer Antibiotika konnte aufgrund der bakteriostatischen und entzündungshemmenden Wirkung des Präparates verzichtet werden.

Fazit

In der post-invasiven Versorgung parodontaler Defekte mit OSTEORA® kann im Vergleich zu konventioneller Therapie festgestellt werden, dass die Wundheilung insgesamt schonender und beschleunigter verläuft. Das Präparat wirkt im Defekt antiseptisch, eine Reizung benachbarter Gebiete ist nicht feststellbar. In den meisten Fällen ist bereits einen Tag nach der Applikation des Präparates ein deutlicher Heilungsprozess zu verzeichnen. Weiterhin klagen die Patienten in der Regel nicht über post-invasive Beschwerden, da sie von der schmerzlindernden und schwellungsreduzierenden Wirkung der Suspension profitieren. Ein großer Vorteil des Präparates ist zudem seine bakteriostatische, antiinflammatorische Wirkung, durch die meistens auf die prophylaktische Gabe antibiotisch wirkender Medikamente verzichtet werden kann. Die hohe Biokompatibilität und das breite Wirkungsspektrum der öligen Calciumhydroxid-Suspension eröffnen ein großes Indikationsgebiet, da das Präparat beispielsweise auch für die post-operative Versorgung von Extraktionswunden in der Oralchirurgie oder für Anwendungen in der Implantologie qualifiziert ist.

 

 

Näheres zum Autor des Fachbeitrages: Dr. Carsten Thuma

Bilder soweit nicht anders deklariert: Dr. Carsten Thuma


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