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Geeignetes Instrumentarium als Basis für den Erfolg

Abb. 1: Ein steriles und effizient gestaltetes Arbeitsumfeld ist Grundlage für erfolgreiche Implantologie.
Abb. 1: Ein steriles und effizient gestaltetes Arbeitsumfeld ist Grundlage für erfolgreiche Implantologie.

Die Implantologie ist als etablierte Therapieform aus der modernen Zahnheilkunde nicht mehr wegzudenken. Von der einfachen Schaltlücke über die strategische Pfeilervermehrung bis hin zur komplexen Restauration deckt die Implantologie alle prothetischen Indikationen ab. In unserer Praxisgemeinschaft versorgen wir als Chirurgen vornehmlich komplexe implantologische Fälle mit zum Teil ausgeprägten Hart- und Weichgewebsdefekten. Für die erfolgreiche operative Therapie ist ein effizientes steriles Arbeitsumfeld (Abb. 1) entscheidend. Dabei soll das operative Setup gleichzeitig kompakt und wirtschaftlich sein.

 

 

 

 

Die Kriterien, die dabei an eine Implantateinheit gestellt werden müssen, sind: flexibles Abdecken verschiedener Anwendungsbereiche, einfache Sterilisierbarkeit, Wirtschaftlichkeit und kompakter Aufbau, um ein professionelles chirurgisches Setup unter den räumlich und logistisch begrenzten Möglichkeiten einer Zahnarztpraxis realisieren zu können. Die Implantologieeinheit INTRAsurg 300 plus (Abb. 2) der Firma KaVo Dental GmbH (Biberach a. d. Riss) erfüllt mehrere Kriterien, die für unsere Behandlungen sinnvoll sind:

  • Abb. 2: Die Implantologieeinheit ist bereit für die nächste OP.ologieeinheit IntraSurg 300.

  • Abb. 2: Die Implantologieeinheit ist bereit für die nächste OP.ologieeinheit IntraSurg 300.
Die Programme sind mit bis zu sechs Speicherplätzen frei programmierbar und belegbar. Als Werkseinstellung sind verschiedene Geschwindigkeits- und Drehmomentkombinationen für die verschiedenen chirurgischen Anwendungen, wie Osteotomie oder Präparation eines Implantatbettes, vorprogrammiert. Die Untersetzung des gewählten Hand- oder Winkelstückes ist von 1:2 bis 36:1 wählbar, die Drehzahl ist in einem Bereich von 15 bis 40.000 rpm und das Drehmoment von 5,5 bis 55 Ncm einstellbar (Tab. 1).
  • Tab. 1: Technische Merkmale der Implant

  • Tab. 1: Technische Merkmale der Implant
Der Fussschalter ermöglicht eine „hands-free“ Steuerung aller relevanten Funktionen wie Programmwahl, Geschwindigkeit innerhalb des im Programm vorgewählten Bereiches, An- und Abschalten der externen Kühlung, Wahl von Links- und Rechtslauf, Zuschalten der Beleuchtung am chirurgischen Winkelstück etc. Eine externe Kühlmittelpumpe ermöglicht die Förderung von steriler Kochsalzlösung zur internen und externen Kühlung, die Fördermenge ist dabei in sechs Stufen einstellbar. Der Schlauch für die Kühlflüssigkeit ist im Motorschlauch integriert und ebenso wie der Motor uneingeschränkt sterilisierbar.

Fallbeispiel 1

Im Folgenden stellen wir exemplarisch verschiedene chirurgischen Anwendungen vor. Der erste Fall zeigt eine Einzelzahnimplantation mit internem Sinuslift nach Summers: Die 39-jährige Patientin wurde uns überwiesen mit der Bitte um Einzelzahnimplantation in regio 25. Die Allgemeinanamnese war unauffällig, die Mundhygiene gut, die intraorale Situation war konservierend und prothetisch suffizient versorgt. Die OPGAuswertung (Abb. 3) zeigte ein reduziertes vertikales Platzangebot durch einen Recessus der Kieferhöhle. Es wurde ein einzeitiges Vorgehen mit internem Sinuslift nach Summers mit autologem Knochenaufbau aus der Region des Tuber maxillae links gewählt. Die Abbildungen 4 und 5 zeigen die klinische Situation der Implantatinsertion, Abbildung 6 die radiologische Situation postoperativ. Die erreichte Primärstabilität war gut, bei einem Sinuslift mit rein autologem Knochen erfolgt die Freilegung nach dreimonatiger Einheilung. Abschließend wird die Patientin zur prothetischen Versorgung zum überweisenden Kollegen zurück überwiesen.

  • Abb. 3: Präoperatives OPG.
  • Abb. 4: Aufbereitung des Implantatbettes.
  • Abb. 3: Präoperatives OPG.
  • Abb. 4: Aufbereitung des Implantatbettes.

  • Abb. 5: Maschinelle Implantatinsertion.
  • Abb. 6: Postoperatives OPG.
  • Abb. 5: Maschinelle Implantatinsertion.
  • Abb. 6: Postoperatives OPG.

Fallbeispiel 2

Der zweite Fall zeigt eine Implantatversorgung mit gleichzeitiger Augmentation mit autologem Knochenblock: Die 52-jährige Patientin wurde überwiesen zur Versorgung der Freiendsituation im linken Unterkiefer sowie der Nichtanlage 12. Die Allgemeinanamnese war unauffällig, die intraorale Situation war parodontologisch, konservierend und prothetisch suffizient versorgt. Die OPG-Auswertung (Abb. 7) zeigt ein ausreichendes vertikales Knochenangebot in regio 36 und 37, während im Bereich der Nichtanlage in regio 12 ein deutlicher transversaler Knochendefekt vorlag, so dass eine Implantation mit gleichzeitigem bukkalen Knochenaufbau gewählt wurde. Der autologe Knochen konnte im Bereich des krestalen Alveolarkammes regio 36, 37 gewonnen werden. Wir setzen dabei in erster Linie die chirurgische Säge von KaVo (KaVo surgical saw 2444 nach Khoury) zur Osteotomie ein (Abb. 8). Im Unterkiefer erfolgte die Implantatinsertion (Abb. 9) ohne weitere augmentative Maßnahmen, so dass bei guter Primärstabilität eine offene Einheilung mit Bottleneck- Gingivaformern gewählt wurde. In regio 12 erfolgte die Implantation in korrekter prothetischer Ausrichtung. Wie erwartet war dabei die resultierende bukkale knöcherne Bedeckung des Implantats insuffizient. Es folgte die Fixation des im Unterkiefer gewonnenen autologen Blocktransplantates mit Micro-Osteosyntheseschrauben (Abb. 10 bis 12).

  • Abb. 7: Präoperatives OPG.
  • Abb. 8: Diamantsäge nach Khoury im Einsatz.
  • Abb. 7: Präoperatives OPG.
  • Abb. 8: Diamantsäge nach Khoury im Einsatz.

  • Abb. 9: Implantatinsertion nach Segment-Osteotomie.
  • Abb. 10: Bohrer für Micro-Osteosynthese im Handstück.
  • Abb. 9: Implantatinsertion nach Segment-Osteotomie.
  • Abb. 10: Bohrer für Micro-Osteosynthese im Handstück.

  • Abb. 11: Vorbohrung für Micro-Osteosynthese-Schraube fixiert und mit partikuliertem Knochen abgedeckt.
  • Abb. 12: Autologer Block mit Micro-Osteosynthese-Schrauben.
  • Abb. 11: Vorbohrung für Micro-Osteosynthese-Schraube fixiert und mit partikuliertem Knochen abgedeckt.
  • Abb. 12: Autologer Block mit Micro-Osteosynthese-Schrauben.

Zusätzlich wurde das Augmentat mit partikuliertem Eigenknochen abgedeckt. Auf den Einsatz alloplastischer Materialien oder einer Membran wurde verzichtet, jedoch wurde zur Verbesserung der Weichgewebssituation ein subepitheliales Bindegewebstransplantat vom Gaumen eingebracht. Aufgrund der augmentativen Maßnahmen war in regio 12 eine geschlossene Heilung indiziert. Unmittelbar postoperativ wurde das Langzeitprovisorium in regio 12-21 wieder eingegliedert. Das postoperative OPG lässt die Osteosyntheseschrauben in regio 12 gut erkennen. (Abb. 13). Nach einer Woche wurden bei der klinischen Nachkontrolle die Fäden entfernt, die Patientin war beschwerdefrei (Abb. 14). Bei jetzt suffizienter Hart- und Weichgewebssituation ist nach einer Heilungszeit von drei Monaten die Freilegung und die endgültige prothetische Versorgung beim zuweisenden Kollegen problemlos möglich.
  • Abb. 13: OPG postoperativ.
  • Abb. 14: Zustand eine Woche post OP.
  • Abb. 13: OPG postoperativ.
  • Abb. 14: Zustand eine Woche post OP.

Fazit

Die dentale Implantologie ist eine anspruchsvolle chirurgische Therapie, die in einem professionellen Umfeld komplexen Anforderungen Rechnung tragen muss. In Zeiten finanzieller wie organisatorischer Restriktionen (Praxishygiene, Qualitätsmanagement) ist eine sinnvolle Operationsvorbereitung und geeignetes Instrumentarium, mit dem das gesamte Spektrum der Implantatchirurgie abgedeckt werden kann, für den chirurgischen wie für den wirtschaftlichen Erfolg gleichermaßen wichtig.

 

Näheres zum Autor des Fachbeitrages: Dr. Jörg-Martin Ruppin

Bilder soweit nicht anders deklariert: Dr. Jörg-Martin Ruppin


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