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Große Akzeptanz für „kleine“ Implantate

Lange wurde in der dentalen Implantologie an dem Grundsatz festgehalten, dass längere und breitere Implantate automatisch mit einer höheren Erfolgsrate einhergehen. Heute wissen wir, dass die Verwendung von durchmesserreduzierten bzw. Mini-Implantaten (z. B. Trias® Miniball/-post, m&k gmbh) eine Option für minimalinvasive Implantatbehandlungen sein kann.

2016 hat die 11. Europäische Konsensuskonferenz (EuCC) unter Federführung des BDIZ EDI in ihrem Praxisleitfaden festgelegt: Implantate mit einem intraossären Durchmesser von < 3,5 mm sind durchmesserreduzierte Implantate (DRI), von < 2,7 mm Mini-Implantate. In der Kommunikation mit Patienten wird i.d.R. nicht so fein unterteilt, hier hat sich als verallgemeinernde Bezeichnung „Mini-Implantat“ bewährt. Auch die Produktnamen der Implantathersteller spiegeln dies wider, beispielsweise die Semados Mini-Implantate 2,7-3,1 von BEGO. Das thüringische Unternehmen m&k mit Sitz in Kahla, nahe Jena, geht – Anwenderwünschen folgend – sogar noch weiter: Nach der Einführung von Trias® Mini-ball 2,0 mm und 2,5 mm im Jahr 2012 folgte 2013 das Trias® Mini 3,3 und zur IDS 2015 schließlich das ebenfalls einteilige Trias® Mini 3,8.

Geht das wirklich?

Einteilige Implantatsysteme mit einem reduzierten Durchmesser von etwa 1,8 bis 2,4, höchstens jedoch 3,0 mm wurden in den USA schon in den 1970ern eingeführt. Noch bis vor einigen Jahren wurden sie vornehmlich zusammen mit konventionellen Implantaten inseriert und dienten während der Einheilphase als provisorische Lösung für die Stabilisierung von Zahnersatz [1]. Dabei konnte nie wissenschaftlich belegt werden, dass ein linearer Zusammenhang zwischen Implantatdimension und -überlebensrate besteht [2]. Die US-amerikanische Zulassungsbehörde FDA hat schließlich 1997 das erste Mini-Implantat (MDI, Imtec) für den langfristigen Einsatz freigegeben. Die Literaturübersicht von Sohrabi et al. zeigt, dass die Überlebensraten durchmesserreduzierter Implantate durchaus mit den Zahlen konventioneller Implantate vergleichbar sind [3]. Die „Kleinen“ können eingesetzt werden, um Teil- und Vollprothesen zu fixieren. Des Weiteren eignen sie sich in einigen Situationen – beispielsweise bei schmalen Zahnlücken – auch als Pfeiler für festsitzende Brücken [4].

Was ist wichtig?

Wie bei allen anderen Implantaten gilt auch bei Minis, dass das erforderliche Knochenvolumen adäquat ausgenutzt und das interimplantäre bzw. bukkolinguale Knochenvolumen nicht zu stark geschwächt wird. Wichtig für den langfristigen Erfolg ist zudem, die Implantate mit einer prothetisch möglichst stabil versorgbaren Angulation einzubringen. Bei den Trias® Mini-Implantaten ist es so, dass das Modell post vorzugsweise für festsitzenden, das Modell ball für herausnehmbaren Zahnersatz vorgesehen ist. Trias® Mini 3,3 und Trias® Mini 3,8 eignen sich gleichermaßen für abnehmbare und festsitzende Prothetik. Sie weisen einen kugelförmigen Implantatkopf mit einem Durchmesser von 1,8 mm auf, d. h. der Aufbau ist schon mit dem Implantat verbunden. Bei Bedarf können die zugehörigen Abutments auf dem Implantat mit jedem herkömmlichen Befestigungsmaterial verklebt werden. Alle Trias® Minis stehen in verschiedenen Längen und mit unterschiedlichen Gingivahöhen zur Verfügung. Die Abutments sind mit einer Abwinkelung von 0°, 15° und 25° erhältlich. Bei genauer Indikationsstellung und Beachtung der chirurgischen und prothetischen Behandlungsparameter ermöglichen Mini-Implantate eine hohe Therapiesicherheit und Patientenzufriedenheit.

  • Abb. 1: Trias® Mini-post mit Konus und Trias® Mini-ball mit Kugelkopf von m&k.
  • Abb. 2: Trias® Mini 3,3 mit 0,5 mm und 2 mm Gingivahöhe.
  • Abb. 1: Trias® Mini-post mit Konus und Trias® Mini-ball mit Kugelkopf von m&k.
  • Abb. 2: Trias® Mini 3,3 mit 0,5 mm und 2 mm Gingivahöhe.

  • Abb. 3: Das Abutment mit 0°, 15° und 25° Abwinkelung…
  • Abb. 4: …wird für festsitzenden Zahnersatz mit dem kugelförmigen Implantatkopf verklebt. Bildquelle: m&k gmbh
  • Abb. 3: Das Abutment mit 0°, 15° und 25° Abwinkelung…
  • Abb. 4: …wird für festsitzenden Zahnersatz mit dem kugelförmigen Implantatkopf verklebt. Bildquelle: m&k gmbh

Was bringt’s den Patienten?

Minis ermöglichen eine Erweiterung des Behandlungsspektrums, da Knochenaugmentationen und die damit verbundene Patientenmorbidität verringert oder sogar vermieden werden können. Von einem weniger invasiven Vorgehen profitieren insbesondere ältere Patienten mit allgemeinmedizinischen Risikofaktoren und auch ängstliche Patienten. Die reduzierte Anzahl zweizeitiger Eingriffe und die damit kürzere Behandlungsdauer führen zu verringerten Kosten. Des Weiteren sind Implantationen auch bei engen Interdentalräumen von < 6 mm möglich. Der schmalere Implantatdurchmesser sorgt für einen entsprechend breiteren interimplantären Abstand und kann so den periimplantären Strukturerhalt fördern. Maßgeblich für die hohe Patientenakzeptanz gegenüber Mini-Implantaten sind erfahrungsgemäß aber eindeutig die Faktoren Minimalinvasivität und Kosten.

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Näheres zum Autor des Fachbeitrages: Dr. Hans-Joachim Schulz



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