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Laser trifft auf Hochfrequenz

Frenektomie bei Diathema mediale mit LaserHF.
Frenektomie bei Diathema mediale mit LaserHF.

Auf der IDS in Köln präsentierte Hager & Werken das Kombinationsgerät LaserHF, welches erstmals die beiden Technologien Laser und Hochfrequenz in einem Gerät vereint. Dr. Frank Liebaug aus Steinbach-Hallenberg im Thüringer Wald war einer der ersten Anwender und setzt es nun seit geraumer Zeit erfolgreich in seiner Praxis ein. Wir sprachen mit dem erfahrenen Implantologen über Indikationen, Kontraindikationen, Vor- und Nachteile sowie seine Praxiserfahrungen.

 

 

 

 

Der LaserHF vereint gleich mehrere Geräte in einem, genauer gesagt einen Diodenlaser mit 975 nm Wellenlänge und 6 Watt, einen Therapie-Laser mit 660 nm Wellenlänge und 100 mWatt, sowie eine Hochfrequenz-Chirurgieeinheit, welche eine Arbeitselektrode für Weichgewebeschnitte, eine Arbeitselektrode für die Gewebekoagulation und nicht zuletzt den Anschluss einer Bipolarpinzette beinhaltet. Daraus ergibt sich für den praktisch tätigen Zahnarzt eine sehr große Anwendungspalette: Der Laser kommt zur Anwendung in der Parodontologie, Endodontie, Implantologie und Suprakonstruktionen, Periimplantitistherapie, hochwertige Prothetik, laserunterstützte Kinderzahnheilkunde, Prophylaxe, Bleaching, ästhetische Zahnheilkunde sowie bei Mundschleimhauterkrankungen (Aphthen, Herpes labialis , Druckstellen). Die im Gerät integrierte HF-Einheit hingegen ist in der Oralchirurgie und Parodontologie insbesondere indiziert zur Weisheitszahnfreilegung, Frenulotomie, Frenektomie, Fibromentfernung, externer Gingivektomie und zur Abtragung hyperplastischer Gingivaanteile. In der Prothetik kommt es zur Stufenfreilegung an Pfeilerzähnen und zur Sulcuserweiterung vor Präzisionsabformungen zum Einsatz.

Jeder erfahrene Laseranwender weiß, dass es „nicht einen Laser für alle Anwendungen in der Zahnheilkunde gibt“, sondern die Wellenlänge die Indikation bestimmt. Gerade in der Kombination von Laser plus HF liegt deshalb für den Generalisten der Vorteil. Es können schließlich mit einem Gerät möglichst viele Indikationen abgedeckt werden, so Dr. Liebaug, der seit mehr als 10 Jahren Laser der verschiedenen Wellenlängen zur Optimierung seiner Behandlungsergebnisse nutzt. Der erfahrene Praktiker hebt die optimale, d. h. schnelle und saubere Schnittführung und Koagulation mit dem HFTeil besonders hervor. Man erreiche skalpellähnliche Schnitte ohne Druckanwendung und die Gefahr von Nekrosen. Die Wundränder können daher als atraumatisch und steril angesehen werden, was wiederum eine fast schmerzfreie, rasche und reizlose Wundheilung begünstigt. Nicht zuletzt liegt dies auch daran, dass die Hochfrequenztechnologie seit den 1970er Jahren konsequent weiterentwickelt wurde. Auch die Bipolarpinzette sei keineswegs nutzlos, sondern eher als Bereicherung für die manchmal notwendige Stillung größerer Blutungen zu sehen. Selbst der kaum chirurgisch tätige Zahnarzt sollte aus forensischen Gründen dieses „Notfallinstrument“ zur Verfügung haben.

Eine gute Benutzerführung und voreingestellte Programme erleichtern die Arbeit von Zahnarzt und Oralchirurg. Und mit Hilfe des farbigen Touchscreen-Displays könne man schnell und übersichtlich auf 15 voreingestellte Programme in den genannten Indikationsgebieten zurückgreifen, d. h. 10 für den Diodenund 5 für den Therapie-Laser. Eigene Modifikationen – je nach Erfahrung und individueller Vorliebe des Behandlers – sind möglich. Die HF-Einheit des Gerätes weist 5 voreingestellte Programme auf. Das Preis-Leistungs- Verhältnis bei Anschaffung und Nutzung des Gerätes ist gut und damit laut Dr. Liebaug für jede Zahnarztpraxis wirtschaftlich.

  • Fibromentfernung mit LaserHF.
  • Stufenfreilegung vor Abformung.
  • Fibromentfernung mit LaserHF.
  • Stufenfreilegung vor Abformung.

  • Das Kombinationsgerät LaserHF von Hager & Werken.
  • Das Kombinationsgerät LaserHF von Hager & Werken.

Vor- und Nachteile des LaserHF

Der generelle Vorteil liegt in den kombinierten Anwendungsmöglichkeiten von laserunterstützter Parodondologie, Endodontie und LowLevelLaser-Therapie, der antimikrobiellen Photodynamischen Therapie und der oft effektiven HF-Technologie. Wenn man es als Nachteil sieht, dann ist es die Unmöglichkeit der Hartgewebebearbeitung, was mit der eingangs angesprochenen Abhängigkeit der Anwendung von der jeweiligen Wellenlänge zusammenhängt. Das Gerät bietet zudem weitere Vorteile für den Behandler – und damit auch für den Patienten: Es entstehen keine Blutungen nach Ablauf der Behandlung, selbst bei Patienten mit Gerinnungsstörung oder bei Einnahme von Antikoagulantien; deutlich geringerer Anästhesiebedarf; angenehme und leichtere Behandlung ohne Vibrationen und laute Geräuschentwicklung; besserer, reizloser Heilungsverlauf; deutlich geringere postoperative Schmerzen; Essen und Trinken bereits nach Abklingen der Anästhesie möglich; geringere postoperative Hypersensibilität der Zahnhälse durch Verschluss der Dentinkanälchen sowie Keimreduktion in der parodontalen Tasche oder im Wurzelkanal.

Service von Hager & Werken

Den Service von Hager & Werken bezeichnet der erfahrene Zahnarzt als ausgezeichnet. Dieser Service beginnt bereits bei der Schulung der interessierten Zahnärzte und Unterstützung einer Seminarreihe bzw. Workshops mit praktischen Übungen. Telefonisch erhält man schnell und unkompliziert Hilfe zu Anwenderfragen.

 

Näheres zum Autor des Fachbeitrages: Dr. Frank Liebaug

Bilder soweit nicht anders deklariert: Dr. Frank Liebaug


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