Wie wird eine GBR (Guided Bone Regeneration) abgerechnet?

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aktualisiert am 06.10.2009

Die Berechnung der Barrieremembranen für eine gesteuerte Knochenregeneration ist weder in der GOZ noch in der GOÄ geregelt. Zur Berechnung bieten sich mehrere Möglichkeiten an:

Martina Weidinger
Martina Weidinger

Einbringen einer Membran mittels Fixierung:



Eine Möglichkeit hierzu ist die Analogberechnung nach § 6 Abs. 2 GOZ.
Begründet ist diese Berechnung, da das Einbringen einer Membran mittels Fixierung durch Nägel, Pins oder Schrauben ein Verfahren ist, das nach Inkrafttreten der GOZ 1988 neu entwickelt wurde.

Als mögliche Position kann z. B. die GOZ Nr. 312 herangezogen werden.Im Faktorhandling sollte die Höhe des Gebührensatzes respektive des Steigerungsfaktors nach § 5 Abs. 2 der Gebührenordnung für Zahnärzte berücksichtigt werden.Hierzu kommen nach den GOZ-Bestimmungen die Kosten für das Material, welches hier zusätzlich berechenbar ist.Die Fixierung mittels Nägeln stellt keine selbständige Leistung dar, somit greift das Ziel-Leistungs-Prinzip.Schwierigkeit, Aufwand oder Umstände bei der Ausführung sowie Anzahl der verwendeten Nägel sind bei der Berechnung nach § 6 Abs. 2 GOZ zu berücksichtigen.

Einbringen einer Membran ohne Fixierung:



Auch hier greift die Analogberechnung nach § 6 Abs. 2 GOZ.
Es bietet sich die GOZ-Position 312 unter Berücksichtigung des § 5 Abs. 2 in Bezug auf das Faktorhandling an.
Kosten für Material sind zusätzlich berechenbar.

Membranentfernung:



Da es sich bei der Berechnung einer Membran um eine so genannte „Neue Leistung“ handelt, die nach § 6 Abs. 2 berechnet werden kann, besteht die Möglichkeit die Entfernung dieser Membran auch als Analogieleistung zu berechnen. Als analoge Leistung kann hier z. B. die Position 303 herangezogen werden. Auch hier sollte der Steigerungssatz praxisindividuell kalkuliert werden.

Zu den hier aufgeführten Gebührenpositionen kommen selbstverständlich die anhängigen Positionen der begleitenden Leistungen nach GOZ sowie GOÄ individuell nach der angewendeten Methodik zum Einsatz.

Bitte beachten Sie, dass diese Analogpositionen nur eine Empfehlung sind. Jede Analogposition sollte praxisindividuell kalkuliert werden. Zur Ermittlung eines angemessenen Honorars empfiehlt sich als Grundlage den HOZ-Basiswert zu berücksichtigen.

Beim Einsatz des GBR-Verfahrens sind auch die Größe, Form und Ausführung der einzusetzenden Membrane vielfältig. Das Einbringen einer kleinen Membran ohne Pins ist anders zu dotieren als der Einsatz einer Membran mit zusätzlicher Verwendung von Nägeln.

In Bezug auf das BGH-Urteil vom 27.05.2004 ist die Berechnungsfähigkeit von Materialien beim Ansatz von Analogpositionen nicht eindeutig geklärt.

Die Bundeszahnärztekammer sowie die regionalen Zahnärztekammern haben hierzu folgende Empfehlung gegeben:
Materialkosten, die den 1,0-fachen Steigerungsfaktor überschreiten, sind laut der Auffassung verschiedener Zahnärzteverbände weiterhin berechnungsfähig. Die Unzumutbarkeitsgrenze ist im Rahmen der GOZ in jedem Fall dann erreicht, wenn der Materialkosten-Einsatz den Gebührensatz (Faktor 1,0) überschreitet und somit der Unzumutbarkeitsklausel entsprechend dem BGH-Urteil unterliegt.


Die Abrechnungshinweise sind von der Autorin nach ausführlicher Recherche erstellt worden. Eine Haftung und Gewähr wird jedoch ausgeschlossen. Letztendlich kann nur der Behandler die erbrachten Maßnahmen entsprechend bewerten.


Martina Weidinger-Wege

ZMV

Roggenstr. 40, 86356 Neusäß

Tel.: 08 21 / 48 11 78

E-Mail: weidinger-wege@gmx.net

MARTINA WEIDINGER WEGE

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