Implantologie allgemein

Chirurgie, Prothetik, Ästhetik, Rekonstruktion

Der Langzeiterfolg in der Ästhetikzone durch Rekonstruktion und Erhaltung der periimplantären Hart- und Weichgewebe

31.05.2010

Abb. 1: Der periimplantäre Hart-Weichgewebskomplex in Analogie zum natürlichen Zahn.
Abb. 1: Der periimplantäre Hart-Weichgewebskomplex in Analogie zum natürlichen Zahn.

Die Langzeitstabilität der periimplantären Hart- und Weichgewebe von osseointegrierten Implantaten ist neben der biologischen Integration des Abutments und der Suprakonstruktion für den funktionellen und ästhetischen Erfolg entscheidend. Knöcherne Defizite und Alveolarfortsatzdefekte müssen mit adäquaten diagnostischen Tools (3D-DVT) erfasst und protokollgerecht rekonstruiert werden.

Die nachfolgende Implantation erfolgt heute in leicht palatinaler Position mit Implantaten geringeren Durchmessers (3,3 bis max. 4,5 mm), um die bukkale Wand zu erhalten. Die Implantat-Abutment-Verbindung und das Emergenzprofil-Design sind neben dem vollkeramischen und biokompatiblen Werkstoff für die Gewebestabilisierung verantwortlich. Virtuelle Planung und CAD/CAM-Technologie erlauben präzise und vorhersehbare Suprakonstruktionen.

Stabile periimplantäre Knochenverhältnisse einer Mindeststärke von 1,5 mm in Harmonie mit einer ausreichend dimensionierten Zone keratinisierter Mucosa stellen Grundvoraussetzungen des implantologischen Langzeiterfolges und der Rot-Weiß Ästhetik dar (Abb. 1 und 2).

Dieses chirurgische Therapieziel wird vor allem in der Ästhetikzone mit individuell im CAD/CAM-Verfahren hergestellten Abutments im Emergenzprofil-Design aus Zirkonoxid und Lithiumdisilikat gefestigt. Titanstandardaufbauten, die nur durch substanzabtragende Maßnahmen bedingt individualisiert werden können, treten zunehmend in den Hintergrund. Die Suprakonstruktion wird aus den gleichen hoch biokompatiblen Werkstoffen erstellt.

Methode

Anhand eines klinischen Falles wird der diagnostisch-therapeutische Workflow step-by-step aufbereitet.
Bei einem 44-jährigen Patienten muss Zahn 11, nach Fistelbildung infolge parodontal-endodontischer Läsion mit Komplettverlust der facialen Knochenwand, extrahiert werden (Abb. 3 und 4).

Das diagnostische Protokoll

  1. Anamnese und klinische Untersuchung (Abb. 3).
  2. Zweidimensionale Röntgendiagnostik (Abb. 4).
  3. Studienmodelle im Artikulator mit diagnostisch therapeutischem Set up (Abb. 5).
  4. DVT zur 3D-Diagnostik, um das Ausmaß des bukkalen Knochendefizits exakt zu ermitteln und das OP-Protokoll festzulegen (Abb. 6).

Das therapeutische Protokoll

  1. Extraktion und Zystektomie regio11 (Abb. 7)
  2. Regeneration der fehlenden bukkalen Knochenwand mit einem piezoelektrisch gewonnenen retromolaren Knochenblocktransplantat (Abb. 8 bis 14).
  3. Dreidimensionale Diagnostik (DVT) und virtuelle Festlegung der optimalen Implantatposition (Abb. 15 und 16).
  4. Palatinale Insertion des Implantates zur Sicherung der bukkalen Knochenlamelle (Abb. 17 bis 26).
  5. CAD/CAM gefertigtes Emergenzprofil-Abutment und Insertion der Zirkonoxid-Vollkeramikkrone (Abb. 27 bis 32).

Zusammenfassung

Eine ausreichend dimensionierte bukkale Knochenlamelle (> 1,5 mm) stellt ein wichtiges Kriterium des Langzeiterfolges dar.
Bei völligem Verlust derselben muss in einem zweizeitigen Vorgehen zunächst der Knochendefekt mit einem homologen Knochenblocktransplantat vollständig restauriert werden.
Nach einer ca. dreimonatigen Einheilphase wird das Implantat, nach vorheriger 3D-Diagnostik und virtueller Planung, in einer palatinalen Position zum Schutz der bukkalen Lamelle inseriert.
Die Langzeitstabilisierung von Hart- und Weichgewebe wird durch eine adäquate Implantat-Abutment-Verbindung im Emergenzprofil-Design gesichert. Das vollkeramische Abutment entspricht hierbei einem idealtypisch präparierten Zahn mit einer Präparationsgrenze, die nur ca. 2 mm unter dem marginalen Mucosarand liegt und somit einer Taschenbildung vorbeugt.
Das gewebefreundliche Zirkonoxid ermöglicht zudem ein sehr gutes ästhetisches Ergebnis.


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