Abrechnung


Abrechnungsmöglichkeiten der Implantatprophylaxe im Überblick


Implantatbehandlungen nehmen einen immer höheren Stellenwert im zahnärztlichen Behandlungsspektrum ein. Um einen dauerhaften medizinischen Erfolg dieser aufwändigen Konstruktionen zu gewährleisten sind spezielle Prophylaxemaßnahmen notwendig. Die Zunahme der implantologischen Versorgungsformen bringt die Weiterentwicklung neuer Prophylaxekonzepte mit sich. Mundhygienemaßnahmen stellen nicht nur ein sinnvolles Angebot für den Patienten dar, sie sind für die Praxis auch aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr wegzudenken. Ebenso dienen sie auch als wichtiges Marketinginstrument. Welche Maßnahmen gibt es und wie können sie abgerechnet werden?

Nachfolgend möchten wir Ihnen eine Übersicht über mögliche Abrechnungspositionen geben bzw. entsprechende Bestimmungen der Gebührenordnung aufzeigen. Prophylaxemaßnahmen, wie hier im Zusammenhang mit Implantaten, stellen keine Kassenleistung dar. Seit den Änderungen der BEMA-Richtlinien im Jahr 2004 wurde die Eigenverantwortung des Patienten deutlich in den Vordergrund gestellt. Alle diagnostischen Maßnahmen und gewählten Therapieformen haben ab jetzt dem Gebot der Wirtschaftlichkeit zu entsprechen. Dies hatte zur Folge, dass der Zahnarzt die aktive Mitarbeit des Patienten an gesundheitlichen Präventionsmaßnahmen und bei der Krankenbehandlung insgesamt fördern soll. Hiermit sind u. a. Mundhygieneinstruktion und Vorbehandlungsmaßnahmen vor einer systematischen PAR-Behandlung, vor einer Implantation, aber natürlich auch die Prophylaxe-Nachsorge nach einer Implantatversorgung gemeint. Im Bereich der Prophylaxe sind verschiedene Abrechnungsformen möglich:

1. Die Berechnung erfolgt nach GOZ
Der Kassenpatient ist zunächst von seinem GKV-Vertrag loszulösen und er wird mit einer entsprechenden Vereinbarung zum Privatpatienten. Dies geschieht mit einer Vereinbarung für eine Privatbehandlung gemäß § 4 Abs. 5 BMV-Z bzw. § 7 Abs. 7 EKVZ. Zu erbringende Leistungen können nach Vorgabe der GOZ Mithilfe eines Befund- und Behandlungsplans aufgeführt und nach Behandlung abgerechnet werden. Die Maßnahmen für die Mundhygienesitzung setzen sich aus mehreren Einzelleistungen der GOZ zusammen:

  • Tabelle 1
  • Tabelle 1

Leistungstext Mundhygienestatus, prophylaktische Unterweisung Kontrolle Übungserfolg Prophylaxe Entfernung harter und weicher Zahnbeläge, je Zahn Subgingivale Konkremententfernung, je Zahn Beseitigung scharfer Zahnkanten, bis zu 4 x je Sitzung Lokale Mundschleimhauterkrankung Lokale Fluoridierung Behandlung empfindlicher Zähne, je Kiefer

Wichtig: Denken Sie bitte bei erforderlicher Abnahme/Wiederbefestigung von Suprakonstruktionen daran, dass hier zusätzliche Kosten für den Patienten entstehen können, wie z. B.

  • Tabelle 2
  • Tabelle 2



Die Tabelle stellt nur eine mögliche Übersicht dar. Die Auswahl der Leistungsziffern richtet sich nach dem Umfang der tatsächlich erbrachten Behandlung sowie auch dem Zeitaufwand. Weitere Maßnahmen sind denkbar.

2. Die Berechnung erfolgt analog

Selbstständige zahnärztliche Leistungen, die erst nach In-Kraft-Treten der GOZ aufgrund wissenschaftlicher Erkenntnisse entwickelt wurden, werden nach Bestimmungen dieses Paragraphen abgerechnet. Im § 6(2) GOZ heißt es, dass für die erbrachte Leistung eine nach Art, Kosten- und Zeitaufwand gleichwertige Leistung heranzuziehen ist. Ist diese Übereinstimmung nicht vollständig gegeben, kann auch eine artfremde Leistung herangezogen werden. Eine betriebswirtschaftliche Berechnung des Steuerberaters ist bei der Auswahl der Ziffer hilfreich, um hier eine von der Bewertung her geeignete Gebührenziffer zu ermitteln. Wird eine Leistung nach § 6 Abs. 2 berechnet, ist die entsprechend bewertete Leistung für den Zahlungspflichtigen verständlich zu beschreiben und mit dem Hinweis "entsprechend" sowie der Nummer und der Bezeichnung der als gleichwertig erachteten Leistung zu versehen.

  • Tabelle 3
  • Tabelle 3



3. Die Berechnung erfolgt nach § 2 (3) als Verlangensleistung
Für Leistungen, die nicht Bestandteil der GOZ/GOÄ sind und/oder über das Maß einer medizinisch notwendigen Leistung hinausgehen. Bei diesen Leistungen kann einfach ein Pauschalpreis mit dem Patienten vereinbart werden. Es wird vor Behandlungsbeginn eine Vereinbarung mit dem Patienten über die entsprechende Leistung getroffen.

Bei Privatpatienten empfiehlt sich aus Erstattungsgründen eine Berechnung nach Punkt 1 bzw. Punkt 2.

Näheres zum Autor des Fachbeitrages: Simone Schleich

Bilder soweit nicht anders deklariert: Simone Schleich


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