Abrechnung


Beispiel zur Berechnung der augmentativen Chirurgie der posterioren Maxilla

Beim Behandlungsfall der 23-jährigen Patientin wären die nachfolgenden Abrechnungspositionen denkbar:

Vor der chirurgischen Behandlung

Für das Gewinnen der Probetrepanate wäre die Gebührenposition Z 310 (Trep. Kieferknochen) einhergehend mit den notwendigen Anästhesien nach GOZ 008 (Oberflächenanästhesie), GOZ 009 (Infiltrationsanästhesie) ggf. GOZ 010 (Leitungsanästhesie) abrechenbar. Falls nötig sind auch Nachbehandlungen nach GOZ 329 (Nachkontrolle) bzw. GOZ 330 (Nachbehandlung) möglich.

Unabhängig hiervon wären die folgenden Voruntersuchungen denkbar:
GOZ 006 (Modelle OK, UK) zuzüglich Material- und Laborkosten, GOZ 001 (eing. Untersuchung) oder GOÄ 6 (Untersuchung des stom. Organsystems) oder GOZ 800 (funktionsanalytischer Befund), GOZ 007 (Vitalitätsprüfung), GOZ 400 (PA Status), GOÄ 5004 (OPG), GOZ 002 bzw. GOZ 003 (Kostenaufstellung für Chirurgie sowie für Supraversorgung), GOÄ 1oder GOÄ 3 (diverse Beratungen im Verlauf der Behandlung) sowie die Position GOZ 619 (Beratung/ Anweisung bei Dysfunktionen).

Bei der operativen Sitzung

Bei den Zähnen 15, 16 beginnend mit der Pos. GOZ 008 (Oberflächenanästhesie), GOZ 009 (Infiltrationsanästhesie je Gebiet), GOZ 010 (Leitungsanästhesie).
Für die Entfernung der Zähne 15, 16 die Position 300-302 je nach Entfernungsart. Hierbei wäre zu empfehlen, den Steigerungsfaktor je nach zeitlichem und instrumentellem Aufwand zu berechnen – insbesondere in Hinblick auf die Socket Preservation. Dabei kann unter Umständen ein Bindegewebstransplantat indiziert sein nach der Gebührennummer GOÄ 2386.

Leistungen für den internen Sinuslift können in Kombination berechnet werden:
Die analoge Berechnung gemäß § 6 Abs. 2 der GOZ. Für die Präparation der Schneider`schen Membran die Pos. GOÄ 2386 (Schleimhauttransplantat). Des Weiteren die Position GOÄ 2442 (Impl. alloplast. Materials) in Verbindung mit der Position GOÄ 2730 (Lagerbildung zum Aufbau...).zuzüglich des OP Zuschlages nach GOÄ 444.
Bitte auch hier den Steigerungsfaktor individuell kalkulieren!
Hierzu kommen die Materialkosten nach § 10 GOÄ für das Knochenersatzmaterial. Für die notwendigen Röntgenaufnahmen stehen in der Gebührenordnung die Position Ä 5000 bzw. Ä5095 je Aufnahme zur Verfügung. Bei der Röntgenaufnahme nach GOÄ 5095 wäre bei digitalem Röntgen der Zuschlag Ä 5298 berechnungsfähig. Nachbehandlungen werden je nach Aufwand nach GOZ 329 (Wundkontrolle), GOZ 320 (Nachbehandlung) sowie GOÄ2007 (für das Entfernen der Nähte) möglich.

Vergessen Sie nicht das OP-Set für den sterilen chirurgischen Bereich auf der Liquidation.
Und ganz wichtig: Materialkosten nach GOÄ § 10 nicht vergessen !!

In der Abschlussbehandlung empfiehlt sich die Berechnung der Position Ä5 (symptom.Untersuchung).

Der Sinuslift ist gemäß § 6 Absatz 2 GOZ bzw. GOÄ analog zu berechnen. Die Analogleistung ist für folgende Verrichtungen zu bestimmen: Präparation des Knochendeckels der fazialen Kieferhöhlenwand zur Eröffnung der Kieferhöhle, Präparation der Schneider’schen Membran und Verschluss der Kieferhöhle.

Im zweiten Fall, bei der 30-jährigen Patientin, könnte es abrechnungstechnisch wie folgt aussehen:

Zu Beginn der Behandlung die bereits zuvor erwähnten obligatorischen Leistungen:
GOZ 006 (Modelle) zuzüglich der Material- und Laborkosten, GOZ 001 (eingehende Untersuchung) oder GOÄ 6 (Untersuchung stom. Organsystem) oder GOZ 800 (funktionsanalytischer Befund mittels Formblatt), GOZ 400 (Par-Plan), GOÄ5004 (OPG), GOZ 007 (Vitalitätsprüfung), GOZ 003 bzw. GOZ 002 (Kostenaufstellung) GOÄ1, GOÄ3 (für anfallende Beratungen).

Der chirurgische Teil

Anästhesien (GOZ 008 Oberflächenanästhesie, GOZ 009 Infiltrationsanästhesie, GOZ 010 Leitungsanästhesie). Für die Entfernung des Zahnes 17 fallen die Positionen 301 (Entfernen eines mehrwurzeligen Zahnes), ggf. die Position 302 (Entfernung eines frakturierten Zahnes), an. Auch hier bitte den Steigerungsfaktor individuell kalkulieren!
Da es sich um einen simultanen internen und externen Sinuslift handelt, sollte das Zielleistungsprinzip beachtet werden, d. h. es sollte auf der Rechnung begründet werden, dass es sich um getrennte OP-Gebiete handelt.

Interner Sinuslift

Wie bereits im vorherigen Fall beschrieben GOÄ 2386 (Schleimhauttransplantat) für die Schneider`sche Membran analog berechnen, zuzüglich die  Berechnung der Pos. GOÄ 2442 (Implantation alloplast. Materials) in Verbindung mit der Pos. GOÄ 2730 (Lagerbildung z. Aufbau...).

Externe Sinuslift

Da nicht in der Gebührenordnung für Zahnärzte enthalten und somit gemäß § 6 Abs. 2 GOZ analog zu berechnen. GOÄ 2386 (Schleimhauttransplantat) für die Schneider`sche Membran zuzüglich zu folgendem Leistungskomplex GOÄ 2730 (Lagerbildung zum Aufbau...) sowie GOÄ 1467 (OP Eröffnung der Kieferhöhle) in Verbindung eventuell. mit der Gebührenposition GOÄ 1479 (Ausspülen Kieferhöhle) sowie ggf. GOÄ 2254 (Implantation von Knochen)und GOÄ 2442 (selbst. Implantation von Knochen). Abschließend mit der GOÄ Pos. 2675 (part. Vestib. plastik) und anhängigem Zuschlag nach GOÄ 444. Für das Einbringen einer Membran empfiehlt sich die Pos. GOZ 413 (chir. Verbreiterung der Gingiva) analog zu liquidieren. Für die in Einzelschritten angefertigten Röntgenaufnahmen stehen bei zahnloser Aufnahme die Pos. Ä5095 ggf. zuzüglich Zuschlag digitales Röntgen Ä5298. Ansonsten wird die Pos. Ä5000 nach Implantation berechnet. Zusätzlich wird für das Anfertigen einer Röntgenschablone zur Positionierung der Röntgenkugel die Leistung GOÄ 2700 liquidiert. Es handelt sich hierbei um das Anlegen eines Hilfsmittels. Hinzu kommen die notwendigen Laborkosten für das Erstellen der Röntgenschablone. Folgeleistungen wie Nachkontrolle (GOZ 329), Nachbehandlung (GOZ 330) sowie Nahtentfernung nach Pos. GOÄ2007 müssen auch liquidiert werden. Auch hier ist es wichtig, Materialkosten nach § 10 GOÄ berechen. Hierbei wäre das OP-Set, Knochenersatz- sowie Nahtmaterial besonders hervorzuheben.

Für die Implantatversorgung stehen die Positionen GOZ 900 (Analyse/Vermessung des Kiefers bei Implantatversorgung), die Position GOZ 901 (präp. Knochenkavität, je Implantat), GOZ 902 ( Überprüfung Implantat-Kavität mittel Schablone, je Implantat in der Regel zweimal zu berechnen) und die Position GOZ 903 (Einbringen des Implantats, je Implantat).

Für den festsitzenden Zahnersatz wäre in folgenden Sitzungen je nach Art des Implantates die Gebührenpositionen GOZ 904 ggf. für das Eröffnen des Implantates (je Implantat) sowie anhängige Anästhesien nach Position 008 (Oberflächenanästhesie) sowie 009 (Infiltrationsanästhesie) ansetzbar. Je nach Umstand kann hierbei die Position Ä2381 (einfache Hautlappenplastik) sowie der anhängige Zuschlag für diese Leistung GOÄ 442 liquidiert werden.

Bei der rekonstruktiven Behandlungsphase wäre je Sitzung die Position GOZ 405 (Entfernen von weichen und harten Belägen) möglich. In der Regel ist eine Reinigung der Verschlusskappe von weichen Belägen indiziert. Meist wird bei der Abdrucknahme ein konfektionierter Abformlöffel mittels Kunststoff individualisiert. Dies löst die Berechnung der GOZ 517 aus. Gleichzeitig kann das Umarbeiten des Löffels über eine eigens erstellte BEB Position im Eigenlabor berechnet werden.
Die Position 220 bzw. 221 (Krone) je nach Ausführung für den festsitzenden Zahnersatz hinzufügen! Fakultativ können FAL/FAM-Maßnahmen im Behandlungsverlauf anfallen. Diese sind parallel zur Zahnersatzbehandlung berechenbar.

Die Abrechungshinweise sind von der Autorin nach ausführlicher Recherche erstellt worden. Eine Haftung und Gewähr wird jedoch ausgeschlossen. Letztendlich kann nur der Behandler die erbrachten Maßnahmen entsprechend bewerten.

Näheres zum Autor des Fachbeitrages: Martina Weidinger-Wege

Bilder soweit nicht anders deklariert: Martina Weidinger-Wege



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